The Whit­by

reisen EXCLUSIV - - Inhalt - Text Ul­ri­ke Klaas

Ei­ne Ho­tel­neu­er­öff­nung in New York ist zu­nächst nicht er­wäh­nens­wert. Es pas­siert bei­na­he täg­lich. War­um das neue The Whit­by Ho­tel be­ach­tens­wert ist!

Wenn ein neu­es Fünf-ster­ne-ho­tel mit­ten an der pro­mi­nen­ten 5th Ave­nue er­öff­net, er­war­tet man Ele­ganz. Das neue Whit­by Ho­tel er­füllt die­sen An­spruch mit Bra­vour. Aber das ist längst nicht al­les. Das De­si­gn­ho­tel ist vol­ler Ma­gie und Fan­ta­sie. Aber war­um ist es nach dem Ort be­nannt ist, wo die li­te­ra­ri­sche Fi­gur Dra­cu­la er­dacht wur­de?

Kunst ver­langt Auf­merk­sam­keit. Es braucht Zeit, die De­tails zu er­fas­sen. Manch­mal ist auch ei­ne Er­klä­rung sinn­voll, denn wer es nicht weiß, mag es auch nicht wahr­neh­men. Hät­te ich ge­wusst, dass der mas­si­ve Tisch im Ka­min­zim­mer das ers­te Mö­bel­stück war, dass Mit­ei­gen­tü­me­rin und Star-de­si­gne­rin Kit Kemp da­mals für das Whit­by Ho­tel kauf­te, hät­te ich ihn ge­nau­er be­gut­ach­tet. Erst recht, wenn ich ge­wusst hlt­te, dass ihn Bei­ne aus :al­fisch­kno­chen tra­gen. Doch das war vor dem &heck-in. $ls ich aus mei­nem .oųer Sa­chen ge­kramt ha­be und un­acht­sam auf das teu­re Stück ge­legt ha­be. Noch be­vor ich be­merk­te, dass das Whit­by Ho­tel vor Kunst nur so strotzt.

In der Lob­by hält sich de­zen­ter Ei­chen­holz­bo­den im Hin­ter­grund. Nichts lenkt ab von dem bun­ten See­manns­garn, das sich un­ter der De­cke zu ei­nem Kunst­werk spannt. Oder den le­bens­gro­ßen St­ein­skulp­tu­ren. Oder der al­ten Stand­uhr aus Ba­sel, die wür­de­voll die bei­den $ufzge Áan­kiert. :er ihr $uf­merk­sam­keit schenkt, stellt fest Statt Zei­ger gibt ein 3-D-bild­schirm die Zeit an. An den Wän­den hängt zeit­ge­nös­si­sche Kunst. Hier ein sehr kraft­voll-bun­tes Bild afri­ka­ni­scher Frau­en, dort ein eher abs­trak­tes Ge­mäl­de aus Sät­zen. Übe­r­all, wo der Blick hin­wan­dert ge­rahm­te Bil­der. Selbst im $uf­zug hlngt ei­ne &ol­la­ge, die so vol­ler Im­pres­sio­nen und klei­ner An­den­ken wie Zim­mer­kar­te oder .oųer­tag ist, dass mei­ne )ahrt in den . Stock nicht aus­reicht, um sie ge­nau zu stu­die­ren. »Step in­to the ma­gic« – prangt als Ti­tel über der Col­la­ge.

Wie pas­send, dass ein an­ge­nehm ab­ge­dun­kel­ter Flur mich zu mei­nem licht­durch­áu­te­ten (ck­zim­mer mit Bal­kon fhrt. 9iel­leicht um den Sin­nen ei­ne kur­ze 9er­schnauf­pau­se zu g|nnen. :ie ei­ne $rt lei­ser Tusch, um mit dem gų­nen der =im­mertr die Strahl­kraft der licht-

The Whit­by Ho­tel New York

durch­áu­te­ten =im­mer noch zu verst­l­rken. Bo­den­tie­fe )ens­ter ge­ben ei­nen Aus­schnitt der Sky­line New Yorks frei. Die Fens­ter ver­mit­teln die $tmo­s­phl­re ei­nes ehe­ma­li­gen :aren­hau­ses des . -ahr­hun­derts mit ih­ren Qua­dra­ten aus schwar­zem Stahl. Au­ßer­ge­wöhn­li­che Kom­bi­na­tio­nen von )ar­ben und un­gew|hn­li­che 0us­ter und Stoųe for­dern das Au­ge. Ei­ne Le­se­ecke, be­ste­hend aus gut ge­füll­tem Bü­cher­re­gal, Tisch­chen und gut ge­pols­ter­tem Stuhl, bringt Ru­he ins Zim­mer. Das .ingsi­ze-bett mit aus­la­den­dem stoų- und mus­terber­zo­ge­nen 5cken­teil wirkt so ein­la­dend, dass ich mich di­rekt hin­ein­fal­len las­se. Ich schwe­be auf Wol­ken – und bin gleich­zei­tig heil­froh, dass das Bett nicht mein ei­ge­nes ist, denn dann wür­de ich es wahr­schein­lich nur im ab­so­lu­ten Not­fall ver­las­sen. Zum Bei­spiel, um das Bad aus Mar­mor und Gra­nit auf­zu­su­chen.

$lle =im­mer und Sui­ten, die sich ber (ta­gen sta­peln, sind ein krea­ti­ves Wun­der­land – je­des in­di­vi­du­ell lie­be­voll ge­stal­tet. Doch bei al­ler Krea­ti­vi­tät, Kunst, Kom­bi­na­ti­on von Far­ben und un­ge­wöhn­li­chen Mus­tern wirkt das Ge­samt­kon­zept nie­mals über­la­den und be­hält sei­nen ele­gan­ten 5th-ave­nue-cha­rak­ter. Es ist ei­ne ver­rück­te Mi­schung aus mo­der­nem De­sign mit eng­li­schem Touch und ge­füllt mit Lieb­ha­ber­stü­cken, die das Whit­by ein­zig­ar­tig und ur­ge­müt­lich er­schei­nen las­sen.

9er­ant­wort­lich fr das De­sign ist wie erwlhnt .it .emp, die zu­sam­men mit ih­rem Mann Tom die Ho­tel­grup­pe Firm­da­le ge­grün­det hat. Die De­sign­grup­pe hat ih­ren Sitz in Lon­don, was den mo­der­nen eng­li­schen Stil des In­te­ri­eurs er­klärt. Fünf der sie­ben Lu­xus­her­ber­gen be­fin­den sich in (ng­land, zwei in 1ew <ork. Da­bei ist das :hit­by der Mngs­te Spross der )irm­da­le-)ami­lie. Seit 0lrz hat es im eben­so pro­mi­nen­ten wie hip­pen Up­per Mid­town, im Zen­trum Man­hat­tans, er|ųnet. Di­rekt um die (cke lie­gen &ent­ral Park und Broad­way. $uch das Mo­ma und das Lu­xus­kauf­haus Berg­dorf Good­man sind fuß­läu­fig er­reich­bar. Die gro‰e Schwes­ter wlchst und ge­deiht seit -ah­ren in Down­town. Das The Crosby Street Ho­tel in der gleich­na­mi­gen Stra‰e liegt im be­ein­dru­ckend lls­si­gen 9ier­tel So­ho. :er bei­de +otels be­sucht, wird die 9er­wandt­schaft auf ei­nen Blick fest­stel­len, ist das Crosby Street Ho­tel doch ein eben­sol­ches ver­spiel­tes und zugleich ele­gan­tes Wun­der-kunst­stück. Kein Wun­der, dass bei­de Mit­glie­der der De­sign Ho­tels sind. Es ist die Sam­mel- und Ein­rich­tungs­lei­den­schaft von Kit Kemp, die fas­zi­niert.

Der bri­ti­sche (in­áuss ist stark ² in bei­den +otels ² ob up- oder down­town. Das fängt im The Whit­by Ho­tel be­reits beim Na­men an. Whit­by ist ein klei­nes Fi­scher­städt­chen an der Nord­ost­küs­te En­g­lands, das Be­kannt­heit er­lang­te, als Bram Sto­ker die Stadt als

In­spi­ra­ti­on und Ku­lis­se für sein Meist­werk Dra­cu­la nutz­te. Den­noch kommt auch der New-york-be­zug nicht zu kurz. Ne­ben der Bar mit 30 Me­ter lan­ger Zinn­bar liegt die hüb­sche mit Glas­dach über­spann­te Oran­ge­rie, wo man sämt­li­che Mahl­zei­ten des Ta­ges zu sich neh­men kann und de­ren :ln­de mit er­leuch­te­ten Por­zel­lan­tel­lern de­ko­riert sind, die cha­rak­te­ris­ti­sche Ge­bäu­de und Brü­cken New Yorks als Mo­tiv ha­ben. Ei­ne wun­der­bar ver­rück­te Idee – wie das gan­ze Whit­by Ho­tel. Ob heu­te Abend im ho­tel­ei­ge­nen Ki­no Dra­cu­la läuft?

IN­FO

ADRES­SE The Whit­by Ho­tel.18 W 56th St, New York, NY 10019, USA. The Crosby Street Ho­tel, 79 Crosby St, New York, NY 10012, USA. www.firm­dal­e­ho­tels.com

PREIS The Whit­by Ho­tel: DZ ab € 490 die Nacht mit Früh­stück.

The Crosby Street Ho­tel: DZ ab € 446 die Nacht mit Früh­stück. Buch­bar über www.de­si­gn­ho­tels.com

Die Sam­mel- und Ein­rich­tungs­lei­den­schaft von Mit­ei­gen­tü­me­rin Kit Kemp be­ein­druckt – so­wohl im Whit­by als auch im Crosby Ho­tel (Fo­tos rech­te Sei­te).

Kennst du ei­nes, kennst du noch lan­ge nicht al­le: Kei­nes der 86 Zim­mer des The Whit­by Ho­tels äh­nelt dem an­de­ren. (Fo­to links). Auch Lob­by und Zim­mer des The Crosby Ho­tels sind ein krea­ti­ves Wun­der­land (Fo­tos die­se Sei­te).

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.