Brand­bom­be in Lon­do­ner U-bahn

Ter­ror Beim fünf­ten An­schlag in die­sem Jahr wer­den 18 Men­schen ver­letzt. Ex­per­ten ge­hen da­von aus, dass Män­gel des Spreng­sat­zes grö­ße­ren Scha­den ver­hin­dert ha­ben.

Reutlinger Nachrichten  - - THEMEN DES TAGES / POLITIK - Hen­drik Beb­ber

Die Brand­bom­be ex­plo­dier­te kurz nach 8 Uhr zur Haupt­stoß­zeit im mor­gend­li­chen Be­rufs­ver­kehr. Als der Zug der „District Li­ne“den klei­nen U-bahn­hof „Par­sons Gre­en“er­reich­te, hör­ten die Pas­sa­gie­re ei­nen dump­fen Knall vor der Feu­er­wal­ze, die durch den Wag­gon ras­te. 18 Fahr­gäs­te er­lit­ten Brand­ver­let­zun­gen, aber kei­ne war le­bens­ge­fähr­lich.

Au­gen­zeu­gen schil­der­ten Cha­os un­d­pa­nik, als die Fahr­gäs­te um ihr Le­ben rann­ten. Sie ret­te­ten sich über die ein­zi­ge Trep­pe in dem Bahn­hof oder spran­gen aus dem Zug auf die Glei­se. „Ich muss­te über vie­le auf den Stu­fen ge­stürz­te Men­schen hin­weg­stei­gen,“be­rich­te­te die 27-jäh­ri­ge Em­ma Stevie. „Dar­un­ter war auch ei­ne schwan­ge­re Frau und ein klei­ner Jun­ge und ich hat­te Angst, dass sie zer­tram­pelt wer­den. Ich kau­er­te mich hin­ter das Trep­pen­ge­län­de und be­te­te, dass mir nichts pas­siert.“Ni­co­le Lin­nell, ei­ne 29-jäh­ri­ge De­si­gne­rin, die auf dem Weg zur Ar­beit war, sah „Dut­zen­de von Men­schen, die auf den Glei­sen da­von­rann­ten. Das ist wohl das letz­te, was man tun soll­te und ich wuss­te wie schlimm die Si­tua­ti­on war.“

Feu­er­wal­ze im Wag­gon

Vi­deo­auf­nah­men, die ein Pas­sa­gier auf sei­nem Han­dy bann­te, zei­gen, wie aus dem Brand­satz nach der Ex­plo­si­on im­mer noch Flam­men zün­gel­ten. Es war ein wei­ßer Ei­mer, der in ei­ner gro­ßen Tra­ge­ta­sche in dem Zug ab­ge­stellt wur­de. Der Lon­do­ner Chef für Ter­ror­be­kämp­fung Mark Row­ley be­stä­tig­te spä­ter, dass es sich um ei­ne „selbst ge­bas­tel­te“Bom­be han­del­te. Ex­per­ten ver­mu­ten, dass die Kon­struk­ti­on nur teil­wei­se ex­plo­dier­te und des­halb nicht noch grö­ße­ren Scha­den an­rich­te­ten konn­te.

Nach den letz­ten An­schlä­gen herrscht in Groß­bri­tan­ni­en die zweit­höchs­te Ter­ror­warn­stu­fe. Bin­nen Mi­nu­ten nach der Ex­plo­si­on rie­gel­ten schwer be­waff­ne­te Po­li­zis­ten den Bahn­hof ab. Wäh­rend Spür­hun­de die Um­ge­bung nach wei­te­ren Bom­ben durch­schnüf­fel­ten, kreis­te ein Po­li­zei­hub­schrau­ber über dem Tat­ort. Ko­lon­nen von Lösch­zü­gen und Sa­ni­täts­wa­gen wa­ren eben­falls so­fort zur Stel­le.

Pre­mier­mi­nis­te­rin The­re­sa May be­kun­de­te wie der Lon­do­ner Bür­ger­meis­ter Sa­diq Khan, dass sich die Me­tro­po­le und das Kö­nig­reich nie­mals dem Ter­ror ge­beugt hat. Die Po­li­zei und die Si­cher­heits­diens­te be­gan­nen so­fort mit der Aus­wer­tung der Vi­deo­über­wa­chung des Lon­do­ner U-bahn Sys­tems. So be­steht ei­ne gu­te Chan­ce, dass der oder die Ver­ur­sa­cher iden­ti­fi­ziert wer­den.

Es ist der fünf­te Ter­ror­an­schlag, der Groß­bri­tan­ni­en die­ses Jahr ge­trof­fen hat. Bei den vor­her­ge­gan­ge­nen At­ten­ta­ten wur­den ins­ge­samt 36 Men­schen ge­tö­tet. Sechs wei­te­re An­schlä­ge konn­ten in die­sem Jahr ver­hin­dert wer­den.

Fo­to­stre­cke: An­schlag auf U-bahn in London un­ter swp.de/bil­der

Fo­to: Ac­tion­press

Nach der Ex­plo­si­on zün­geln im­mer noch Flam­men aus dem Brand­satz.

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