Fahn­dung nach dem Tat­ver­däch­ti­gen

Reutlinger Nachrichten  - - SÜDWESTUMSCHAU -

Zeit­punkt noch. Sie war je­doch schwer ver­letzt und starb noch in der Nacht im Kran­ken­haus an den Schuss­ver­let­zun­gen. Da nicht klar war, ob der Tä­ter noch vor Ort war, durch­such­ten spe­zi­ell aus­ge­rüs­te­te und ge­schütz­te Be­am­te die Woh­nung. Der Tä­ter war be­reits ge­flüch­tet. Die Mut­ter des ge­tö­te­ten Jun­gen hat­te sich nach drau­ßen ret­ten kön­nen, auch ein klei­nes Mäd­chen über­leb­te.

Der Tä­ter sei über den Gar­ten und die Ter­ras­se zum Haus ge­langt. Dann ha­be er wahr­schein­lich un­ver­mit­telt das Feu­er er­öff­net. „Die Per­so­nen dürf­ten kei­ne Chan­ce ge­habt ha­ben, zu ent­kom­men“, sag­te Rolf St­raub, Lei­ter der Son­der­kom­mis­si­on bei ei­ner Pres­se­kon­fe­renz ges­tern Nach­mit­tag. Der Tä­ter soll mit ei­ner Lang­waf­fe ge­schos­sen ha­ben, die ver­mut­lich aus dem Ar­mee-be­stand des frü­he­ren Ju­go­sla­wi­en stammt. Wie vie­le Schüs­se fie­len, sei noch nicht klar. We­ni­ge Mi­nu­ten spä­ter hät­ten An­woh­ner aus dem na­he­ge­le­ge­nen Wald er­neut Schüs­se ge­hört. Ob die­se mit der Tat zu­sam­men­hin­gen, sei un­klar.

Po­li­zei­lich be­kannt

„Wir müs­sen da­von aus­ge­hen, dass der Tat­ver­däch­ti­ge die Waf­fe mit sich führt“, sag­te St­raub und ver­si­cher­te, die Po­li­zei wer­de al­les tun, um die Be­völ­ke­rung zu schüt­zen. Der 40-jäh­ri­ge Ver­däch­ti­ge sei po­li­zei­lich be­kannt we­gen Kör­per­ver­let­zungs- und Be­dro­hungs­de­lik­ten. Er ist der Va­ter des ge­tö­te­ten Kin­des und frü­he­rer Ehe­mann der 39-jäh­ri­gen Mut­ter. Der ge­tö­te­te 34-jäh­ri­ge Mann war der neue Le­bens­ge­fähr­te der Frau, das 24-jäh­ri­ge Op­fer war des­sen Cou­si­ne. Sie hat­ten zu­sam­men die Ein­schu­lung des Jun­gen ge­fei­ert. Die Po­li­zei geht von ei­ner Be­zie­hungs­tat aus. Die Mut­ter sei in fach­ärzt­li­cher Be­hand­lung und ge­sund­heit­lich

Wir müs­sen da­von aus­ge­hen, dass der Tat­ver­däch­ti­ge die Waf­fe mit sich führt. Rolf St­raub

Lei­ter der Son­der­kom­mis­si­on

sta­bil. Auch das drei­jäh­ri­ge Mäd­chen, das sich wäh­rend der Tat in der Woh­nung ver­steckt hat­te, sei wohl­auf.

Die Po­li­zei ha­be in Rott­weil ei­ne Son­der­kom­mis­si­on „Hoch­wald“ein­ge­rich­tet, mög­li­che Auf­ent­halts­or­te des Ver­däch­ti­gen über­prüft und „un­zäh­li­ge Ob­jek­te“un­ter­sucht, wie St­raub sag­te. Zu­nächst er­folg­los: Bis zum gest­ri­gen Abend war der Ver­däch­ti­ge wei­ter­hin auf frei­em Fuß. „Wir sind schon sehr weit, aber zau­bern kön­nen wir auch nicht“, sag­te St­raub. In Villingendorf und Um­ge­bung war die Po­li­zei ges­tern mit 250 Kräf­ten un­ter­wegs. Hin­wei­se Die Po­li­zei sucht nach dem drin­gend tat­ver­däch­ti­gen 40-jäh­ri­gen Kroa­ten. Er hat dunk­le, kur­ze Haa­re, brau­ne Au­gen und dün­ne Lip­pen. Der Mann ist 1,77 Me­ter groß und wur­de zu­letzt mit ei­ner schwar­zen, län­ge­ren Ja­cke „Auf­grund der Di­men­si­on der Tat“sei der Fall sei zu ei­nem Groß­ein­satz ge­wor­den. Es sei­en Spezialeinheiten im Ein­satz. Au­ßer­dem sei­en die Nach­bar­b­un­des­län­der, ins­be­son­de­re Bay­ern, mit ein­ge­bun­den und die Kol­le­gen in Ös­ter­reich, Frank­reich, der Schweiz so­wie in Slo­we­ni­en, der Slo­wa­kei und in Kroa­ti­en ver­stän­digt, um die Gren­zen ver­stärkt zu über­prü­fen. Be­reits in der Nacht auf Frei­tag hat­te die Po­li­zei Ver­kehrs­kon­trol­len durch­ge­führt, um den Tä­ter auf sei­nem mög­li­chen Weg Rich­tung Kroa­ti­en ab­zu­fan­gen. Das mut­maß­li­che Flucht­fahr­zeug, ein grü­ner Seat be­klei­det ge­se­hen. Die Be­am­ten bit­ten um Hin­wei­se, „mö­gen sie auch noch so ba­nal er­schei­nen“, sagt der Lei­ter der Son­der­kom­mis­si­on Rolf St­raub. Das Hin­wei­ste­le­fon der Kri­mi­nal­po­li­zei Tutt­lin­gen ist un­ter der Te­le­fon­num­mer (0741) 477-107 ein­ge­rich­tet.

Bür­ger­te­le­fon Das Po­li­zei­prä­si­di­um Tutt­lin­gen hat au­ßer­dem für Rück­fra­gen ein Bür­ger­te­le­fon un­ter der Num­mer (07461) 941-117 ein­ge­rich­tet.

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