Es gibt sie noch, die Net­ten

Reutlinger Nachrichten  - - LESERBRIEFE - Chris­ta Som­mer, Reut­lin­gen

Ich ha­be er­fah­ren, dass es im Back­haus in Det­tin­gen fri­sches Bau­ern­brot zu kau­fen ge­ben soll. Da nach mei­nem Ge­schmack nichts über ein Back­ofen­brot geht, sind wir ge­gen 14.45 Uhr in Det­tin­gen vor dem Back­haus, um von der net­ten Ver­käu­fe­rin zu er­fah­ren, dass sie lei­der das letz­te Brot so­eben ei­nem Her­ren ver­kauft ha­be, der noch ne­ben mir steht. Die nächs­ten Bro­te sol­len erst St­un­den spä­ter ge­gen 17 Uhr aus dem Ofen ge­holt wer­den, wie ich zu hö­ren be­kom­me.

Ent­täuscht er­wäh­ne ich, dass ich ex­tra aus Reut­lin­gen ge­kom­men sei, um ei­nes der Bro­te zu er­ste­hen. Dann pas­siert et­was Un­ge­wöhn­li­ches. Der net­te Herr ne­ben mir meint, dass er mir sein Brot über­las­sen wol­le. Dann wür­de er eben ein­fach noch ein­mal vor­bei­kom­men!

Mir feh­len im ers­ten Mo­ment die Wor­te, bin aber dann to­tal be­geis­tert von die­sem An­ge­bot und neh­me es na­tür­lich sehr ger­ne an. Lei­der ha­be ich vor Auf­re­gung ver­ges­sen, die­sen Men­schen­freund nach sei­nem Na­men zu fra­gen.

Des­halb ver­su­che ich auf die­sem öf­fent­li­chen We­ge, dem Her­ren ganz, ganz herz­lich noch­mals für die­se schö­ne Ges­te zu dan­ken. So et­was er­lebt man nicht al­le Ta­ge. Im Üb­ri­gen war das Brot ein­sa­me Spit­ze und hat zwei Ta­ge nicht über­lebt.

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