Li­nus Förs­ter muss hin­ter Git­ter

Ge­richt Miss­brauch und Be­sitz von Kin­der­por­nos: Knapp vier Jah­re Haft für Ex-ab­ge­ord­ne­ten des baye­ri­schen Land­tags.

Reutlinger Nachrichten  - - BLICK IN DIE WELT -

Der ehe­ma­li­ge baye­ri­sche Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Li­nus Förs­ter ist we­gen Se­xu­al­straf­ta­ten zu drei Jah­ren und zehn Mo­na­ten Ge­fäng­nis ver­ur­teilt wor­den. Das Land­ge­richt Augsburg hielt den 52-Jäh­ri­gen am Frei­tag des schwe­ren se­xu­el­len Miss­brauchs wi­der­stands­un­fä­hi­ger Per­so­nen und ähn­li­cher De­lik­te so­wie des Be­sit­zes von Kin­der­por­no­gra­fie für schul­dig.

Der frü­he­re Spd-po­li­ti­ker hat­te zu­ge­ge­ben, sich an zwei schla­fen­den Frau­en ver­gan­gen zu ha­ben. Von zwei Freun­din­nen und ei­ner Pro­sti­tu­ier­ten hat­te er zu­dem heim­lich Sex-vi­deo­auf­nah­men ge­macht. Auf sei­nen Com­pu­ter­spei­chern wur­den von den Kri­po-er­mitt­lern ne­ben zahl­rei­chen an­de­ren por­no­gra­fi­schen Bil­dern und Vi­de­os auch Kin­der­por­nos ent­deckt.

Der Vor­sit­zen­de Rich­ter Len­art Hoesch führ­te aus, dass Förs­ters Über­grif­fe an den Frau­en be­gan­nen, als der Spd-po­li­ti­ker sich vor et­wa fünf Jah­ren we­gen ei­ner De­pres­si­on in ei­ner Kli­nik be­han­deln ließ. „Seit­dem such­te er auch ei­nen be­son­de­ren Kick durch so ge­nann­te Grenz­über­schrei­tun­gen“, sag­te Hoesch.

In dem Kran­ken­haus lern­te Förs­ter da­mals ei­ne Pa­ti­en­tin ken­nen, mit der er in der Fol­ge ei­ne Be­zie­hung führ­te. Die Frau wur­de Förs­ters ers­tes Op­fer. Min­des­tens

Er such­te ei­nen be­son­de­ren Kick. Len­art Hoesch

Vor­sit­zen­der Rich­ter

zwei Mal miss­brauch­te er die Frau, nach­dem sie Schlaf­mit­tel ein­ge­nom­men hat­te und be­nom­men war. Spä­ter kam es laut Ur­teil zu wei­te­ren Über­grif­fen auf an­de­re Frau­en.

Förs­ter sitzt we­gen der Vor­wür­fe seit De­zem­ber in Un­ter­su­chungs­haft. Nach Be­kannt­wer­den der Er­mitt­lun­gen hat­te er En­de 2016 sein Land­tags­man­dat nie­der­ge­legt und war aus der SPD aus­ge­tre­ten. Mit dem Ur­teil lag die Straf­kam­mer zwi­schen den An­trä­gen des Staats­an­walts und der Ver­tei­di­gung. Förs­ters An­walt hat­te sich für ei­ne zwei- bis drei­jäh­ri­ge Haft­stra­fe aus­ge­spro­chen, die An­kla­ge hat­te vier Jah­re und neun Mo­na­te ge­for­dert.

Fo­to: dpa

Li­nus Förs­ter im Land­ge­richt Augsburg.

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