Lärm ist pu­rer Stress

Reutlinger Nachrichten  - - METZINGEN - Pe­ter Kie­da­isch Zum Lärm­ak­ti­ons­plan der Stadt

Lärm ist ein Stress­fak­tor, dem viel zu we­nig Be­ach­tung ge­schenkt wird. Lärm ist Ab­fall, der an­fällt, wenn bei­spiels­wei­se im Som­mer drau­ßen ge­fei­ert wird. Oft reicht schon ei­ne nächt­li­che Un­ter­hal­tung auf der Stra­ße, da­mit je­mand im Haus da­ne­ben im Schlaf ge­stört wird. Schlim­mer ist Ver­kehrs­lärm. Wenn sich man­che Men­schen nur noch bei ge­schlos­se­nen Fens­tern un­ter­hal­ten kön­nen, ent­geht ih­nen ein Stück Le­bens­qua­li­tät. Wer in sei­nem ei­ge­nen Gar­ten nicht mehr im Krei­se der Fa­mi­lie oder mit Freun­den gril­len kann, weil der Lärm der Stra­ße nur noch nervt, hat we­nig Freu­de am Fei­er­abend. Un­an­ge­nehm am Lärm aber ist sei­ne Ge­schmei­dig­keit: Man ist ihm schutz­los aus­ge­lie­fert. Des­we­gen, weil es die Ana­to­mie des Men­schen nicht zu­lässt, die Oh­ren ein­fach dicht zu ma­chen, wo­hin­ge­gen es leicht fällt, die Au­gen zu ver­schlie­ßen vor Din­gen, die man nicht se­hen möch­te. Frei­lich kommt nicht über­all gleich viel vom Ver­kehrs­lärm an. Die ei­nen trifft es mehr, an­de­re we­ni­ger. Das ist auch ein Grund, war­um am Mon­tag nur we­ni­ge Ein­woh­ner zum Bür­ger­di­alog ge­kom­men sind. Ob al­len Be­trof­fe­nen ge­hol­fen wer­den kann, ist zu be­zwei­feln. Die­se Ge­sell­schaft lebt von der Mo­bi­li­tät, und sie lässt glück­li­cher­wei­se vie­le Frei­hei­ten zu. Al­le ha­ben aber auch die Wahl: Ob sie hoch­tou­rig durch die Stadt ra­sen oder sanft da­hin­glei­ten. Das kann den Un­ter­schied aus­ma­chen.

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