Ei­ne klin­gen­de Vi­si­ten­kar­te

Neu­hau­sen Die Hof­bühl­mu­si­kan­ten ha­ben ihr Pu­bli­kum mit ih­rem Auf­tritt beim Früh­jahrs­kon­zert ein­mal mehr be­geis­tert. Auch die Nach­wuchs­mu­si­ker über­zeug­ten die Zu­hö­rer mit ih­rer Leis­tung.

Reutlinger Nachrichten  - - ERMSTAL - Von Ma­ra San­der

Bei ih­rem Früh­jahrs­kon­zert ha­ben die Hof­bühl­mu­si­kan­ten am Sams­tag in der fast voll­be­setz­ten Stadt­hal­le wie­der ein­mal al­le Re­gis­ter ge­zo­gen, um das Pu­bli­kum mit bes­ter Blas­mu­sik zu er­freu­en. Ob Orches­ter oder So­lis­ten, Hol­zund Blech­blä­ser, Schlag­zeu­ger, Jung­mu­si­ker oder Big Band – al­le ha­ben sich in Best­form prä­sen­tiert und da­mit ei­ne her­vor­ra­gend klin­gen­de Vi­si­ten­kar­te für Blas­mu­sik auf ho­hem Ni­veau ab­ge­ge­ben. Viel­sei­tig­keit, ho­hes mu­si­ka­li­sches Kön­nen und Spiel­freu­de ka­men un­ter Lei­tung von Stadt­mu­sik­di­rek­tor Bru­no Seitz von der ers­ten bis zur letz­ten Mi­nu­te des Kon­zerts deut­lich hör­bar zum Aus­druck.

Al­lein schon der Auf­takt, den die Nach­wuchs­mu­si­ker der Grup­pe „Mi­xed Mu­sic“über­nah­men, wirk­te wie ein Pau­ken­schlag. „Mi­xed Mu­sic“über­rasch­te so­wohl mit „Pomp and Cir­cum­stan­ce“als auch ins­be­son­de­re mit „Lay all your lo­ve on me“von Ab­ba. „Die Mu­sik muss­te uns Bru­no erst ein­mal er­klä­ren, denn die kann­ten wir nicht“, er­zähl­ten die Nach­wuchs­mu­si­ker. Mit El­la Her­zig ha­ben sie auch ei­ne her­aus­ra­gen­de Ge­s­angs­so­lis­tin in ih­ren Rei­hen, die sich man­ches Orches­ter wün­schen wür­de. Die Zu­kunft steht „Mi­xed Mu­sic“of­fen, denn das, was die Grup­pe jetzt schon bot, lässt ho­he Er­war­tun­gen zu. Wei­te­re Nach­wuchs­mu­si­ker aus der Um­ge­bung kön­nen üb­ri­gens je­der­zeit noch da­zu­sto­ßen.

Die Hof­bühl­mu­si­kan­ten selbst hat­ten er­war­tungs­ge­mäß wie­der ein an­spruchs­vol­les Pro­gramm zu­sam­men­ge­stellt. Sie über­zeug­ten mit groß­ar­ti­gen In­ter­pre­ta­tio­nen in ver­schie­de­nen Stil­rich­tun­gen, die vom Kon­zert­marsch „Al­pen­welt“über „Lord Tullamo­re“und ei­nen Ope­ret­ten­quer­schnitt aus dem „wei­ßen Rössl“bis hin zum „Ten­or­ge­flüs­ter“mit Beh­rend Kay­ser und Bru­no Seitz als So­lis­ten reich­te. Kay­ser setz­te au­ßer­dem ei­nen wei­te­ren Hö­he­punkt im Pro­gramm mit der von ihm kom­po­nier­ten Pol­ka „ein mu­si­ka­li­sches Dan­ke­schön“.

Die­se Pol­ka war gleich­zei­tig auch ein Dan­ke­schön an Ernst Werz, der seit 70 Jah­ren ak­ti­ver Hof­bühl­mu­si­kant ist und da­für vom Blas­mu­sik­ver­band und vom Ver­ein ge­ehrt wur­de. „70 Jah­re ak­ti­ves Mu­si­zie­ren, das kann fast nur ein Holz­blä­ser schaf­fen“, scherz­te Claus Dol­lin­ger vom Blas­mu­sik­ver­band in Be­zug auf die un­ter­schied­li­chen An­for­de­run­gen der An­blas­tech­nik. Ent­spre­chend lang­jäh­ri­ge Blech­blä­ser wür­den „wohl kaum noch ei­nen Zahn­arzt fin­den, der die Zäh­ne da­für so her­rich­ten kann“. Das Eh­ren­mit­glied der Hof­bühl­mu­si­kan­ten hat als 14-jäh­ri­ger Kla­ri­net­tist an­ge­fan­gen, zeit­wei­se auch in Rie­de­rich und Det­tin­gen mit­ge­spielt. Im Ver­ein war er da­bei nicht nur als Mu­si­ker ak­tiv. Er wirk­te un­ter an­de­rem als zwei­ter Vor­sit­zen­der und Kas­sen­wart bei den Hof­bühl­mu­si­kan­ten mit. Werz war sicht­lich ge­rührt über die öf­fent­li­che Eh­rung, und das lag mit Si­cher­heit nicht nur an dem be­son­de­ren Prä­sent­korb, ei­nem mit Herz­haf­tem ge­füll­ten aus­ge­dien­ten Sa­xo­phon.

Den krö­nen­den Ab­schluss des

Fo­to: Ma­ra San­der

Das Orches­ter des Mu­sik­ver­eins bot wie­der ei­ne be­ein­dru­cken­de Leis­tung.

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