„Er­nied­rig­te“Prei­se

Rheinische Post Dinslaken - - DINSLAKEN HÜNXE·VOERDE -

Mein Sohn kam letz­tens auf die Idee, er kön­ne doch mög­li­cher­wei­se mal ein we­nig von sei­nem Spiel­zeug ver­kau­fen.

Din­ge, mit de­nen er so gar nicht mehr spielt, ir­gend­wie noch zu Geld ma­chen, das hielt er für ei­nen pri­ma Ge­dan­ken. Und schon karr­te er ein paar Sa­chen her­an, die sei­ner Mei­nung nach nicht mehr be­nö­tigt wer­den, aber auf ei­nem der zahl­rei­chen Trö­del­märk­te in der Re­gi­on even­tu­ell doch noch et­was ein­brin­gen könn­ten.

Da­zu ge­hör­te bei­spiels­wei­se auch ein ro­sa­far­be­ner Schmuck­stein aus Plas­tik, den man ge­trost in die Ru­brik „völ­lig wert­los“ein­ord­nen konn­te.

Sei­ne an­vi­sier­te Ver­kaufs­sum­me: sie­ben Eu­ro! Ich frag­te ihn, ob die­se Sum­me nicht vi­el­leicht ein biss­chen zu hoch sei.

„Okay“, sag­te er, „wir kön­nen den Preis ja noch ein we­nig er­nied­ri­gen.“

Wäh­rend ich noch über die Wort­wahl schmun­zel­te, stei­ger­te er sich im­mer mehr in sei­ne neue Rol­le als Ge­schäfts­mann hin­ein.

Sei­ne Preis­vor­stel­lun­gen blie­ben il­lu­so­risch, und ich war heil­froh, dass er die­ses The­ma am fol­gen­den Tag dann nicht noch ein­mal auf­ge­grif­fen hat.

Die Ent­täu­schung, auf sei­nen Sa­chen an­ge­sichts zu ho­her For­de­run­gen sit­zen zu blei­ben, wür­de ich ihm näm­lich zu ger­ne er­spa­ren.

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