RP-THE­MA IN­FRA­STRUK­TUR Kan­di­da­ten se­hen Bund in der Pflicht

Rheinische Post Duisburg - - DUISBURGER STADTPOST - VON TIM HARPERS

Wir ha­ben die Kan­di­da­ten der Par­tei­en ge­fragt, ob der Bund die Kom­mu­nen bei Aus­bau und In­stand­hal­tung der In­fra­struk­tur ge­nü­gend un­ter­stützt. Die CDU-Kan­di­da­ten fin­den ja, al­le an­de­ren Par­tei­en wün­schen sich ein stär­ke­res En­ga­ge­ment.

Dau­er­bau­stel­len, ma­ro­de Stra­ßen und Brü­cken – der Zu­stand der Duis­bur­ger In­fra­struk­tur ist de­so­lat. Im­mer wie­der kommt es in und um die Stadt her­um zu lan­gen Staus. Wir ha­ben die Duis­bur­ger Bun­des­tags­kan­di­da­ten ge­fragt, wie sie die Si­tua­ti­on be­wer­ten, und ob sie sich in Berlin für stär­ke­re fi­nan­zi­el­le Hil­fen für Deutsch­lands Wes­ten ver­wen­den wol­len.

Die Po­si­ti­on der CDU-Kan­di­da­ten Tho­mas Mahl­berg und Vol­ker Mos­blech ist ein­deu­tig. Bei­de se­hen das Pro­blem we­ni­ger in feh­len­den fi­nan­zi­el­len Hil­fen aus Berlin als viel mehr im Un­ver­mö­gen der Stadt­spit­ze. „Der Bund hat für Län­der und Ge­mein­den noch nie so viel Geld zur Ver­fü­gung ge­stellt wie im ak­tu­el­len Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan“, sagt Tho­mas Mahl­berg. „Das Pro­blem liegt bei der Stadt Duis­burg.“Mos­blech stößt ins glei­che Horn: Viel wich­ti­ger als zu­sätz­li­che Gel­der aus Berlin sei­en die Um­set­zun­gen vor Ort, er­läu­tert er. „Die Pla­nun­gen müs­sen schnel­ler und ver­ein­facht wer­den, da­mit die Gel­der auch ver­braucht wer­den kön­nen.“

Kri­tik am SPD-Ober­bür­ger­meis­ter spa­ren die So­zi­al­de­mo­kra­ten na­tur­ge­mäß. Sie ver­wei­sen in Sa­chen In­fra­struk­tur lie­ber auf ih­re Ar­beit in Berlin. „Mit der gro­ßen Kom­mu­nal­in­ves­ti­ti­on al­lei­ne konn­ten wir be­reits 73 Mil­lio­nen Eu­ro nach Duis­burg lei­ten“, sagt zum Bei­spiel Mahmut Öz­de­mir. Hin­zu kä­men zahl­rei­che För­de­run­gen für den Städ­te­bau, Denk­mal­pfle­ge so­wie Sport- und Kul­tur­ein­rich­tun­gen. „Wir wol­len die­se Geld­mit­tel vers­te- ti­gen.“Sei­ne Kol­le­gin Bas sieht das ähn­lich. „Die SPD wird mas­siv in die In­fra­struk­tur un­se­res Lan­des in­ves­tie­ren“, be­kräf­tigt sie, „und be­son­ders Städ­te wie Duis­burg wei­ter stär­ken.“

Auch die Di­rekt­kan­di­da­ten der Frei­en De­mo­kra­ten se­hen in Sa­chen In­fra­struk­tur wei­te­ren Hand­lungs­be­darf. „Je­der sieht: Un­se­re Stra­ßen und Brü­cken sind ma­ro­de“, sagt Car­los A. Ge­bau­er, der für die FDP im Duis­bur­ger Sü­den an­tritt. „Statt den Eu­ro mit Mil­li­ar­den am Le­ben zu hal­ten, soll­te die­ses Geld hier in­ves­tiert wer­den.“Frank Al­brecht sieht die Ver­ant­wor­tung für die Mi­se­re da­ge­gen eher bei der al­ten Lan­des­re­gie­rung. Duis­burg ste­he in Sa­chen In­fra­struk­tur nicht gut da, weil NRW in den Pla­nun­gen für Sa­nie­rungs­maß­nah­men hin­ter­her­hin­ke. Das wer­de sich jetzt mit der FDP/CDU-Lan­des­re­gie­rung än­dern. Wo die an­de­ren Kan­di­da­ten die Schuld für die ma­ro­de In­fra­struk­tur je­weils bei ei­ner be­stimm­ten In­stanz se­hen, ho­len die AfD-Ver­tre­ter zum Rund­um­schlag aus. „Nein, der Bund gibt nicht ge­nug Geld zur Ver­bes­se­rung der Stra­ßen­in­fra­struk­tur“, sagt zum Bei­spiel Dr. Micha­el Solms, der für die Al­ter­na­ti­ve für Deutsch­land im Duis­bur­ger Nor­den kan­di­diert. „Die ak­tu­el­len Brü­cken­und Teil­sper­run­gen sind aber auch Aus­druck ei­ner chao­ti­schen lan­des­ei­ge­nen und kom­mu­na­len Ver­kehrs­po­li­tik.“Auch Gui­do Kreb­ber glaubt, dass ein stär­ke­res En­ga­ge­ment des Bun­des nö­tig ist.

Die Kan­di­da­ten der Link­s­par­tei ha­ben un­se­rer Re­dak­ti­on nicht auf die ent­spre­chen­de An­fra­ge ge­ant­wor­tet.

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