Bru­der schloss sich aus Angst ein

Rheinische Post Duisburg - - DUISBURGER STADTPOST - VON BO­DO MALSCH

Psy­chisch Ge­stör­ter steht we­gen Mord vor Ge­richt.

Vor dem Land­ge­richt Duis­burg wur­de ges­tern das Si­che­rungs­ver­fah­ren ge­gen ei­nen 27-jäh­ri­gen Mann aus Dins­la­ken fort­ge­setzt. Weil der psy­chisch ge­stör­te Be­schul­dig­te am 15. Fe­bru­ar in der Loh­ber­ger Ze­chen­sied­lung ei­nen Nach­barn durch Sti­che ge­gen den Hals ge­tö­tet, zwei Wo­chen spä­ter ei­nen wei­te­ren Nach­barn schwer ver­letzt und nach sei­ner Fest­nah­me in der Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt Ham­born bei­na­he ei­nen Zel­len­ge­nos­sen ge­tö­tet ha­ben soll, muss das Ge­richt über den An­trag der Staats­an­walt­schaft ent­schei­den, ihn zum Schutz der All­ge­mein­heit dau­er­haft in ei­nem psych­ia­tri­schen Kran­ken­haus un­ter­zu­brin­gen.

Ein 51-jäh­ri­ger Zeu­ge be­rich­te­te, der Be­schul­dig­te sei am Abend des 28. Fe­bru­ar bei ihm auf­ge­taucht. „Er woll­te von mir Tipps ha­ben, weil er ei­nen Han­del mit Ge­braucht­wa­gen er­öff­nen woll­te.“Man un­ter­nahm ei­nen Spa­zier­gang. Als der 27-Jäh­ri­ge un­ter­wegs aus ei­nem En­ten­teich Was­ser trank und er ihn da­von ha­be ab­hal­ten woll­te, sei er un­ver­mit­telt at­ta­ckiert wor­den. „Ich be­kam ei­nen Schlag ge­gen die Brust. Dann ei­nen ins Ge­sicht.“Ein Mes­ser ha­be ne­ben sei­ner Na­se ge­steckt. „Ich ha­be es her­aus­ge­zo­gen und bin nach Hau­se.“Erst im Kran­ken­wa­gen sei ihm klar ge­wor­den, dass er auch ei­ne Ver­let­zung in der Brust hat­te.

Fa­mi­li­en­mit­glie­der des Be­schul­dig­ten sag­ten vor der Schwur­ge- richts­kam­mer aus, dass der Dro­gen kon­su­mie­ren­de 27-Jäh­ri­ge sich schon seit Jah­ren selt­sam be­nom­men ha­be. Sein Bru­der hat­te sich aus Angst vor dem nachts ru­he­los um­her wan­dern­den Ver­wand­ten in sei­nem Zim­mer re­gel­recht ver­bar­ri­ka­diert.

An­ga­ben des Be­schul­dig­ten zur Per­son oder zur Sa­che gab es auch am zwei­ten Ver­hand­lungs­tag nicht. Der Mann scheint nach Mo­na­ten der Me­di­ka­ti­on mit schwe­ren Be­ru­hi­gungs­mit­teln auch nicht mehr in der La­ge zu sein, zur Auf­klä­rung des Fal­les bei­zu­tra­gen. Für den Pro­zess sind noch vier wei­te­re Ter­mi­ne bis An­fang Ok­to­ber ge­plant. Da die Zeu­gen­ver­neh­mun­gen aber bis­lang zü­gig lau­fen, könn­te das Ver­fah­ren auch schon frü­her en­den.

FO­TO: PO­LI­ZEI

Wer kennt die­se Män­ner?

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