Bü­ro­le­er­stand ist his­to­risch nied­rig

Rheinische Post Duisburg - - STADTPOST - VON STE­FAN ENDELL

Der Im­mo­bi­li­en­ver­band Deutsch­land-West legt den Preis­spie­gel 2017 vor: Der Markt bei Ge­wer­be­im­mo­bi­li­en ge­stal­tet sich of­fen­bar sta­bil. Die Bü­ro­mie­ten in gro­ßen Stadt­zen­tren zie­hen leicht an.

Leich­ter An­stieg bei den Bü­ro­mie­ten, Sta­gna­ti­on bei den La­den­mie­ten: So zeigt sich nach Ein­schät­zung des Im­mo­bi­li­en­ver­ban­des Deutsch­land-West (IVD West) der­zeit der Markt für Ge­wer­be-Im­mo­bi­li­en lan­des­weit – aber auch für die Re­gi­on Ruhr­ge­biet und die Stadt Duis­burg. „In vie­len Ruhr­ge­biets­städ­ten,“so skiz­zier­te ges­tern der Axel Qu­es­ter, 1. Stellv. Vor­sit­zen­de des IVD West, bei der Vor­la­ge des neu­en Preis­spie­gels 2017 die La­ge, „ist der Bü­ro­le­er­stand his­to­risch nied­rig. In Duis­burg bei­spiels­wei­se be­trägt er nur noch zwei Pro­zent der ver­miet­ba­ren Flä­che.“Wes­we­gen der Ver­band nicht mehr von „Leer­stand“spricht, son­dern von „ver­füg­ba­rer Flä­chen­re­ser­ve“.

Im Ver­hält­nis da­zu ent­stün­den auch in Duis­burg zu we­ni­ge Bü­ro­neu­bau­ten. Meist wür­den Neu­bau­ten von Ei­gen­nut­zern in­iti­iert. An­ders als an Stand­or­ten wie Düs­sel­dorf oder Köln wol­len oder kön­nen In­ves­to­ren im Ruhr­ge­biet oft nicht in Vor­leis­tung tre­ten, auch wenn nach Ein­schät­zung von Qu­es­ter „der­zeit die Ver­mie­tungs­aus­sich­ten nie bes­ser wa­ren.“

60.000 Qua­drat­me­ter Bü­ro­flä­che wur­den im ver­gan­ge­nen Jahr in Duis­burg neu ver­mie­tet (von ins­ge­samt ca 2,3 Mio. m²). Da­mit lag das Ge­schäft auf dem sta­bi­len Ni­veau der Vor­jah­re. Gleich­wohl er­war­tet Qu­es­ter ei­nen leich­ten An­stieg der Bü­ro­mie­ten. Qu­es­ter: „Die vier gro­ßen Ruhr­ge­biets­städ­te mit aus­ge­präg­ten Bü­ro­stand­or­ten sind von der Preis­ent­wick­lung qua­si im Gleich­schritt und be­we­gen sich Rich­tung 15 Eu­ro pro Qua­drat­me- ter“, er­klärt Qu­es­ter. In Duis­burg er­zielt man der­zeit ei­nen Preis von 13,50 Eu­ro pro Qua­drat­me­ter.

Qu­es­ter zeig­te sich kri­tisch zu der von Out­let-In­ves­tor Krie­ger am Mon­tag ge­mach­ten Be­haup­tung, Duis­burg sei kein Bü­ro­markt. Das, so Qu­es­ter, sei Un­fug. Krie­ger sei halt ein Mö­bel-Ein­zel­händ­ler und nie ernst­haft in den Bü­ro-Im­mo­bi­li­en­markt der Re­gi­on ein­ge­stie­gen. Das Gü­ter­bahn­hofs-Are­al, so Qu­es­ter, sei „ge­ra­de­zu ide­al für die An­sied­lung von Bü­ro-Im­mo­bi­li­en. Man muss es halt nur wol­len.“Von al­lei­ne kom­me al­ler­dings nichts. Al­ler­dings ha­be das ge­plan­te DOC am Hbf be­reits jetzt schon ei­nen hem- men­den Ef­fekt auf den Ein­zel­han­del: „Beim Ein­zel­han­del ha­ben wir zwar an ei­ni­gen Stand­or­ten Be­we­gung, aber ins­ge­samt sind die Prei­se eher sta­gnie­rend.“In Duis­burg star­re der in­ner­städ­ti­sche Ein­zel­han­del wie das Ka­nin­chen auf die Schlan­ge und war­te auf die Ent­schei­dung be­züg­lich des Out­let Cen­ters. Die Pro­jekt­pla­nung wir­ke so­mit in­ves­ti­ti­ons­hem­mend und füh­re zum Druck auf die Miet­prei­se.

85 Eu­ro pro Qua­drat­me­ter kön­ne man in Duis­burg für ein La­den­lo­kal in 1-A-La­ge er­zie­len. Nicht viel im Ver­gleich zu Düs­sel­dorf (300 Eu­ro/ m²) oder Dortmund (220 Eu­ro/m²). In so ge­nann­ten B- und C-La­gen (Son­nen­wall oder Münz­stra­ße) in Duis­burg wür­den sich die La­den­prei­se mitt­ler­wei­le den Bü­ro­prei­sen an­nä­hern, al­so auf die 15 Eu­ro pro Qua­drat­me­ter zu­ge­hen.

Sta­bil mit leicht po­si­ti­ver Ten­denz blie­ben nach Ein­schät­zung des IVD die Prei­se für Ge­wer­be­grund­stü­cke. Qu­es­ter: „Es sind seit Jah­ren im­mer viel zu we­ni­ge, die zur Ver­fü­gung ste­hen.“Am teu­ers­ten lan­des­weit sei­en die Grund­stü­cke in Ra­tin­gen (310 Eu­ro), noch vor der Lan­des­haupt­stadt. Von die­ser Nach­fra­ge ver­sucht sich Duis­burg in Gro­ßen­baum an der Stadt­gren­ze zu Ra­tin­gen ein Stück ab­zu­schnei­den, er­zielt aber selbst dort nur Prei­se von 150 bis 160 Eu­ro.

FO­TO: HANS BLOSSEY

Der In­nen­ha­fen: Ein sehr gu­ter Bü­ro­im­mo­bi­li­en-Stand­ort.

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