„In­no­gy“kommt Händ­lern ent­ge­gen

Rheinische Post Emmerich-Rees - - REES - VON MICHAEL SCHOL­TEN

Bei der Ver­le­gung der Glas­fa­ser­ka­bel im Stadt­kern ist ein Kom­pro­miss ge­fun­den wor­den: Die Tief­bau­ar­bei­ten in der Dell­stra­ße wer­den we­gen des Weih­nacht­ge­schäf­tes ver­scho­ben. Die Fall­stra­ße wird ab kom­men­den Mitt­woch ge­sperrt.

REES Ein we­nig Wind konn­te Dirk Kre­mer von der In­no­gy TelNet Gm­bH dann doch aus den Se­geln der Ree­ser Wer­be­ge­mein­schaft (RWG) neh­men. „Auf Bit­te der Ge­schäfts­leu­te und des Bür­ger­meis­ters wer­den in der Ad­vents- und Weih­nachts­zeit kei­ne Ar­bei­ten im his­to­ri­schen Stadt­kern von Rees durch­ge­führt“, war auf der ers­ten Schau­ta­fel sei­ner Prä­sen­ta­ti­on zu le­sen. Da­mit ist auch die größ­te Sor­ge der Händ­ler, näm­lich ei­ne voll­stän­di­ge oder teil­wei­se Sper­rung der Dell­stra­ße in der um­satz­stärks­ten Zeit des Jah­res, vom Tisch.

Ein­bahn­stra­ßen­re­ge­lun­gen und zeit­wei­se Voll­sper­run­gen wird es von Mit­te Ok­to­ber bis En­de No­vem­ber und ab Ja­nu­ar 2018 trotz­dem ge­ben, weil „In­no­gy“und der Be­trei­ber West­netz im Stadt­zen­trum das Pflas­ter öff­nen und Lehr­roh­re für die Glas­fa­ser­tech­nik ver­le­gen, um die Vor­aus­set­zun­gen für schnel­le­res Internet bie­ten zu kön­nen.

Die Maß­nah­men, die bei­de Fir­men jetzt im Rhein­ca­fé Rö­sen vor­stell­ten, be­gin­nen am Mitt­woch, 17. Ok­to­ber, in der Fall­stra­ße. Die­se wird zwei bis drei Wo­chen lang werk­tags von cir­ca 7 bis 16 Uhr für den Au­to­ver­kehr ge­sperrt. Fuß­gän­ger und Rad­fah­rer, die ihr Fahr­rad schie­ben, dür­fen die Fall­stra­ße nut­zen. Die an­gren­zen­den Ge­schäf­te und so­wie der Kin­der­gar­ten St. Irm­gar­dis wur­den über be­vor­ste­hen­de Be­ein­träch­ti­gun­gen in­for­miert.

Die Stra­ße Vor dem Fall­tor, auf Hö­he des Städ­ti­schen Mu­se­ums Ko­en­raad Bos­man, wird in der ers­ten No­vem­ber-Hälf­te vor­aus­sicht­lich nur für ei­nen Tag ge­sperrt. Sobald die Fall­stra­ße wie­der be­fahr­bar ist, wird im nächs­ten Schritt die Ka­pi­tel­stra­ße für Bag­ger­ar­bei­ten bis En­de No­vem­ber ge­sperrt. „Zur Ad­vents­zeit set­zen wir dann die Ar­bei­ten im his­to­ri­schen Zen­trum aus“, be­ton­te Jür­gen Eb­bert von West­netz. In die­ser Zeit fin­den Bag­ger­ar­bei­ten auf Hö­he des Fried­hofs statt, wo­von aber der Au­to­ver­kehr un­be­rührt blei­ben soll.

In der zwei­ten Ka­len­der­wo­che 2018 be­gin­nen die Ar­bei­ten auf der Dell­stra­ße in drei Ab­schnit­ten: vom Carl-Kem­kes-Weg bis zur Neustra­ße/Post­stra­ße, wei­ter bis zur Ka­pi­tel­stra­ße und schließ­lich bis zum Markt­platz. In die­sen cir­ca sechs Wo­chen wird das je­wei­li­ge Teil­stück zur Ein­bahn­stra­ße (stadt­ein­wärts) für Au­tos und Fahr­rä­der er­klärt. Bür­ger­meis­ter Chris­toph Ger­wers for­der­te ei­nen pro­blem­lo­sen Ver­lauf des Ro­sen­mon­tags­zu­ges am 12. Fe­bru­ar. „Wir sind hier im Rhein­land, das ist wich­tig“, er­klär­te er mit Nach­druck, wor­auf Jür­gen Eb­bert zu­si­cher­te, die Dell­stra­ße wer­de zu Kar­ne­val „be­fahr­bar und si­cher“, aber ver­mut­lich nicht durch­ge­hend ge­pflas­tert sein.

Die Ge­schäfts­leu­te for­der­ten, die Zu­fahrt zum Brau­hof an na­he­zu al­len Ta­gen und aus meh­re­ren Rich­tun­gen zu er­mög­li­chen, da dort Park­raum zur Ver­fü­gung steht, der auf Zeit in der Dell­stra­ße weg­fällt. Ob zu­sätz­li­che Park­plät­ze auf dem Markt­platz an­ge­bo­ten wer­den, woll­te Bür­ger­meis­ter Ger­wers „prü­fen, aber nicht ver­spre­chen.“Zu­letzt soll im Fe­bru­ar und teil­wei­se im März 2018 die Rhein­stra­ße ge­sperrt wer­den. Sobald die Glas­fa­ser­ka­bel durch die Leer­roh­re ge- schos­sen wur­den, en­det die ge­sam­te Maß­nah­me im März – und so­mit kurz vor Ablauf der Frist, die „In­no­gy“von der Bun­des­netz­agen­tur ge­setzt wur­de.

Die an­ge­spann­te Stim­mung, die den In­for­ma­ti­ons­abend ein­lei­te­te, rühr­te da­her, dass den Ge­schäfts­leu­ten En­de Au­gust ein ganz an­de­res Kon­zept für die Ver­le­gung der Roh­re prä­sen­tiert wur­de: ei­ne „Wan­der­bau­stel­le“, die dank räum­li­cher und zeit­li­cher Be­gren­zung deut­lich we­ni­ger Ver­kehrs­be­ein­träch­ti­gun­gen in der Stadt ver­ur­sacht hät­te. „Wir füh­len uns ver­äp­pelt und ver­kauft“, sag­te die RWG-Vor­sit­zen­de Re­na­te Bart­mann, schloss ei­ne St­un­de spä­ter aber mit den Wor­ten: „Wir füh­len uns jetzt

de­tail­lier­ter und po- si­ti­ver in­for­miert, als wir es be­fürch­tet hat­ten.“

Dirk Kre­mer von „In­no­gy“konn­te den Är­ger der RWG nach­voll­zie­hen. Erst bei ei­ner Be­ge­hung am 4. Ok­to­ber, ge­mein­sam mit dem Stra­ßen­ver­kehrs­amt Kle­ve, der Stadt Rees und der Bau­fir­ma Möl­ders, sei deut­lich ge­wor­den, dass die „Wan­der­bau­stel­le“nicht mit der Ver­kehrs­si­cher­heit in den en­gen Stra­ßen der In­nen­stadt ver­ein­bar sei. Der nun ge­fun­de­ne Kom­pro­miss sei not­wen­dig, um die In­nen­stadt mit schnel­lem Internet zu ver­sor­gen. Die Stadt will in Ei­gen­re­gie Er­wei­te­run­gen bis zum Schul­zen­trum schaf­fen, um die Schu­len zum Som­mer 2018 fit für den di­gi­tal un­ter­stütz­ten Un­ter­richt zu ma­chen.

„In­no­gy“und West­netz wer­den die Glas­fa­ser­ka­bel nur bis zu ih­ren Ver­tei­ler­käs­ten im Stadt­ge­biet le­gen. Von dort wer­den die Haus­hal­te über die bis­he­ri­gen Kup­fer­lei­tun­gen ver­sorgt, was zu Qua­li­täts­ver­lus­ten füh­ren kann. Soll­te der Mit­be­wer­ber, die Deut­sche Glas­fa­ser, bei ei­ner Be­darfs­ab­fra­ge er­mit­teln, dass 40 Pro­zent der in­ner­städ­ti­schen Haus­hal­te sei­ne Kun­den wer­den wol­len, müss­ten neue An­schlüs­se bis in je­des Haus ge­legt wer­den. Die­se Bau­maß­nah­men wür­den deut­lich klei­ner aus­fal­len als je­ne, die bis März 2018 im Ree­ser Stadt­kern aus­ge­führt wer­den.

Die Stim­mung war an­ge­spannt, weil den Händ­lern im Au­gust ein ganz an­de­res Kon­zept prä

sen­tiert wur­de

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