Neue Gestal­tungs­re­geln für Strae­len

Der his­to­ri­sche Orts­kern soll schö­ner und ein­heit­li­cher wer­den, da­für ha­ben Stadt­pla­ner ein Kon­zept er­stellt. Son­nen­schir­me mit Wer­bung, Zi­ga­ret­ten­au­to­ma­ten und Kunst­stoff­zäu­ne sol­len dem­nach ver­bo­ten sein.

Rheinische Post Geldern - - Aus Dem Gelderland - VON VE­RE­NA KENSBOCK

STRAE­LEN Vor­ab will Joa­chim Sterl ei­nes klar­stel­len: „In der Strae­le­ner In­nen­stadt gibt es ganz we­ni­ge Schand­fle­cken“, sagt der Stadt­pla­ner des Büros „Post­welters + Partner“. Den­noch wur­de er von der Stadt be­auf­tragt, ein Kon­zept für den his­to­ri­schen Orts­kern in Strae­len zu er­stel­len. Das Ziel: ein schö­nes, ein­heit­li­ches Aus­se­hen der Ge­bäu­de und öf­fent­li­chen Flä­chen. „Die cha­rak­te­ris­ti­sche In­nen­stadt Strae­lens soll schließ­lich auch für nach­fol­gen­de Ge­ne­ra­tio­nen er­hal­ten blei­ben“, sagt Sterl.

Zur Vor­stel­lung des Kon­zepts am Don­ners­tag­abend ka­men et­wa 30 Strae­le­ner, dar­un­ter Bür­ger­meis­ter Hans-Jo­sef Lin­ßen. Denn, so er­klärt Stadt­pla­ner Sterl, auch oh­ne Schand­fle­cken ge­be es klei­ne­re De­fi­zi­te und Män­gel, die man be­he­ben könn­te. Die Stadt­pla­ner ha­ben Gestal­tungs­leit­li­ni­en aus­ge­ar­bei­tet, die zum Teil in ei­ner Sat­zung fest­ge­schrie­ben wer­den sol­len. An­de­re sol­len le­dig­lich in­for­mie­ren.

Das be­trifft auch pri­va­te Ge­bäu­de und Fas­sa­den. Ort­s­ty­pisch sei­en Häu­ser mit elf Me­tern Brei­te, die ei­ne Fas­sa­de aus erd­far­be­nen Zie­geln, Klin­ker oder hel­lem Putz ha­ben. „Das ist, was his­to­risch über­lie­fert ist und was die In­nen­stadt aus­macht“, sagt Sterl. Der Vor­schlag: Al­le Neu­bau­ten und Sa­nie­run­gen sol­len sich dar­an ori­en­tie­ren, an­de­re Fas­sa­den oder brei­te­ren Häu­ser sol­len nicht er­laubt sein. Zur Ein­frie­dung schlägt der Stadt­pla­ner Zie­gel­mau­ern, Zäu­ne oder He­cken vor. Die sol­len an Vor­gär­ten ma­xi­mal 60 Zen­ti­me­ter hoch sei. Mo­der­ne Stahl­git­ter­zäu­ne sind nicht er­wünscht.

Doch was ist, wenn sich Ei­gen­tü­mer nicht an die Re­geln hal­ten? Bei den Punk­ten, die in der Sat­zung fest­ge­schrie­ben wer­den, hat sie Stadt recht­li­che Hand­ha­be und könn­te die Vor­ga­ben durch­set­zen. „Ob man so weit ge­hen will, ist ei­ne an­de­re Fra­ge“, sagt Sterl. Statt­des­sen will die Stadt An­rei­ze bie­ten, sich an die Gestal­tungs­re­geln zu hal­ten. Das Fas­sa­den- und Hof­pro­gramm be­zu­schusst Pri­vat­leu­te, die ihr Haus sa­nie­ren wol­len, zum Bei­spiel bei der Fas­sa­den- und Dach­ge­stal­tung oder ei­nem Be­leuch­tungs­kon­zept. Mit dem Ver­fü­gungs­fonds sol­len die Strae­le­ner Pro­jek­te in­iti­ie­ren, die das Stadt­bild auf­wer­ten, zum Bei­spiel den Bau von Spiel­plät­zen oder Sitz­bän­ken. Hier wer­den bis zu 50 Pro­zent der Kos­ten er­stat­tet. Die Gel­der da­für kom­men von Stadt, Land und Bund.

Auch für La­den­in­ha­ber und Gas­tro­no­men sind neue Re­geln vor­ge­se­hen: Die Schrift­zü­ge von Ge­schäf­ten sol­len über dem ers­ten Ge­schoss hängen, ma­xi­mal 30 Zen­ti­me­ter hoch sein und aus ein­zel­nen Buch­sta­ben be­ste­hen. Wa­ren­au­to­ma­ten wie Zi­ga­ret­ten­au­to­ma­ten sol­len kom­plett ver­bo­ten sein. Gas­tro­no­men sol­len dar­auf ach­ten, au­ßen ein ein­heit­li­ches Bild mit hoch­wer­ti­gen Stüh­len und Ti­schen zu schaf­fen. Son­nen­schir­me sind er­laubt, al­ler­dings oh­ne Wer­be­auf­druck. Fah­nen und gro­ße Gr­ab­bel­ti­sche soll es auf der Stra­ße gar nicht mehr ge­ben.

Bei al­len ge­plan­ten Re­geln gel­te trotz­dem der Be­stands­schutz. Das heißt, be­ste­hen­de Ge­bäu­de, Fas­sa­den und Schrift­zü­ge müs­sen nicht an­ge­passt wer­den.

FO­TO: FRIED­HELM ESSERS

Die Strae­le­ner In­nen­stadt aus luf­ti­ger Per­spek­ti­ve fo­to­gra­fiert.

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