Die di­gi­ta­le Spen­den­büch­se

Für neue No­ten­stän­der hofft der Mu­sik­ver­ein Cäci­lia auf Un­ter­stüt­zung über die Platt­form Niers­fun­ding.

Rheinische Post Geldern - - Aus Dem Gelderland - VON DIRK MÖWIUS

GELDERLAND Das di­gi­ta­le Zeit­al­ter macht auch vor der Mu­sik nicht Halt. Beim Mu­sik­ver­ein Cäci­lia Strae­len hat man die No­ten­blät­ter ge­gen Ta­blets ein­ge­tauscht. Da der Mu­sik­ver­ein ger­ne bei di­ver­sen Ver­an­stal­tun­gen in Strae­len und Um­ge­bung (Kir­mes, Schüt­zen­fest, Ge­burts­tags­ständ­chen, Tag der of­fe­nen Tür) auf­tritt, muss­te bis­her viel No­ten­ma­te­ri­al ko­piert und ver­teilt wer­den. Durch di­gi­ta­le Ta­blets wird vor al­lem

„Durch vie­le klei­ne Spen­den kom­men gro­ße Be­trä­ge zu­sam­men“Chris­ti­an Häl­ker

Volks­bank an der Niers

auch die Um­welt ge­schont, es sind kei­ne Pa­pier­ber­ge mehr nö­tig. Die Ver­eins­kas­se wird ent­las­tet und der Ar­beits­auf­wand der No­ten­war­te re­du­ziert.

Doch das Pro­blem hier­bei war: Die al­ten No­ten­stän­der sind nicht ge­eig­net, man braucht nun noch neue Stän­der, da­mit die Mu­si­ker auch pro­blem­los ih­re No­ten le­sen kön­nen. Die nö­ti­gen Mit­tel da­für möch­te der Mu­sik­ver­ein über das Niers­fun­ding ein­wer­ben. 2300 Eu­ro sol­len über die­se On­li­ne-Platt­form der Volks­bank an der Niers bis Mit­te No­vem­ber ein­ge­sam­melt wer­den. Bis Frei­tag hat­ten schon 54 Un­ter­stüt­zer ge­spen­det. 1005 Eu­ro sind be­reits zu­sam­men­ge­kom­men, da­von 540 Eu­ro aus dem Spen­den­topf der Volks­bank.

Fried­rich Wil­helm Raiff­ei­sen wä­re ver­mut­lich von die­ser mo­der­nen Um­set­zung des ge­nos­sen­schaft­li­chen Ge­dan­kens be­geis­tert ge­we­sen. Da­von ist je­den­falls Chris­ti­an Häl­ker über­zeugt. „Was ei­ner al­lei­ne nicht schafft, das schaf­fen vie­le oder moderner aus­ge­drückt: Vie­le schaf­fen mehr“– ge­nau das sei das Prin­zip des Niers­fun­dings. Der Pres­se­spre­cher der Volks­bank an der Niers: „Durch vie­le klei­ne Spen­den kom­men gro­ße Be­trä­ge zu­sam­men.“Die Volks­bank bie­tet mit der Platt­form ei­ne mo­der­ne Mög­lich­keit, an Spen­den­gel­der zu kom­men. „Die Sam­mel­büch­se war ges­tern“, er­klärt Häl­ker.

Bis­her ist das Niers­fun­ding der Volks­bank ei­ne Er­folgs­ge­schich­te. Im Ok­to­ber 2015 ging es los, fast 120.000 Eu­ro wur­den bis­her ein­ge­sam­melt. 47 Pro­jek­te fan­den über 5000 Un­ter­stüt­zer. Nur bei we­ni­gen wur­de das ge­setz­te Ziel nicht er­reicht. Und so funk­tio­niert es: Niers­fun­ding ist ei­ne Form des Crowd­fun­dings. „Crowd“be­deu­tet Men­ge, „fun­ding“steht für Fi­nan­zie­rung. Ins Deut­sche über­setzt han­delt es sich beim Niers­fun­ding um vie­le Leu­te, die vie­le klei­ne Be­trä­ge zah­len, da­mit ein Ver­ein sich et­was Gro­ßes leis­ten kann. Mit­ma­chen kön­nen al­le ge­mein­nüt­zi­gen Ver­ei­ne. Die Ober­gren­ze für ein Pro­jekt sind 10.000 Eu­ro.

Der Clou: Für je­de Spen­de ab fünf Eu­ro gibt die Volks­bank an der Niers zehn Eu­ro oben­drauf. Und das so­lan­ge, bis das ge­plan­te Spen­den­ziel er­reicht ist. Die Fi­nan­zie­rungs­pha­se dau­ert drei Mo­na­te. Dann bekommt der Ver­ein das Geld. Soll­te ein­mal nicht ge­nug Geld zu­sam­men­kom­men, dann er­hal­ten die Spen­der ihr Geld zu­rück. Auf der In­ter­net­sei­te Niers­fun­ding lässt sich in Echt­zeit mit­ver­fol­gen, wie die Ver­ei­ne mit ih­ren Pro­jek­ten vor­an­kom­men.

Wer den Strae­le­ner Mu­sik­ver­ein un­ter­stüt­zen möch­te oder selbst ei­ne Pro­jekt-Idee für das Niers­fun­ding hat, fin­det al­le In­for­ma­tio­nen im In­ter­net un­ter: www.niers­fun­ding.de.

RP-FO­TO: GOTT­FRIED EVERS

Mit Hil­fe des Niers­fun­dings möch­te der Mu­sik­ver­ein Strae­len neue No­ten­stän­der für Ta­blets an­schaf­fen.

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