Ni­eu­kerks Stra­ßen und ih­re Ge­schich­ten

Ge­schichts­ar­beits­kreis ver­öf­fent­licht Hei­mat­buch. Es geht dar­in un­ter an­de­rem um längst ver­schwun­de­ne Hof­na­men und um die Fra­ge, war­um es ein­mal Weg heißt und ein an­der­mal Dyck. Pre­mie­re beim ver­kaufs­of­fe­nen Sonn­tag.

Rheinische Post Geldern - - Aus Dem Gelderland - VON MO­NI­KA KRIE­GEL

NIEUKERK Wie­so heißt ei­ne Stra­ße „Am Bü­sen Erb“, und was un­ter­schei­det den Pe­gels­weg vom Pe­gels­dyck? Die Ant­wor­ten dar­auf fin­den sich un­ter an­de­rem in der jüngs­ten Ver­öf­fent­li­chung des Hei­mat­ver­eins Nieukerk. Der Ge­schichts­ar­beits­kreis, mehr als ein Dut­zend von Au­to­ren, hat in 480 Sei­ten die Geschichte und Ge­schich­ten der Stra­ßen­na­men in den al­ten Ge­mar­kun­gen auf der Ba­ers­donk, in Eyll, Nieukerk, Po­elyck und Win­ter­nam zu­sam­men­ge­fasst.

Die Lei­te­rin des Ge­mein­de­ar­chivs, Jo­han­na Klüm­pen-Heg­mans, be­schreibt die Vor­ge­hens­wei­se: „An­hand von al­ten Steu­er­lis­ten, Auf­zeich­nun­gen von Micha­el Buyx und mit­tel­al­ter­li­chen Kar­ten konn­ten wir vie­le Na­men räum­lich zu­or­den. Die Stra­ßen las­sen Rück­schlüs­se auf Le­bens- und Ar­beits­wei­se, Nach­bar­schaf­ten, Be­rufs­zwei­ge, Acker­bau und Vieh­zucht in den ver­gan­ge­nen Jahr­hun­der­ten zu.“Sehr auf­schluss­reich sei be­son­ders der ehe­mals mit­tel­al­ter­li­che Ver­lauf der Al­de­ker­ker Land­stra­ße vor und nach der Ver­le­gung der Ei­sen­bahn­li­nie nach Kre­feld ge­we­sen. Auf der Al­de­ker­ker Plat­te bei­spiels­wei­se ha­be man die Stra­ßen­füh­rung ins Feld mit „Weg“be­zeich­net, die ins tie­fer­ge­le­ge­ne Buch da­ge­gen mit „Dyck“. Auch ge­be es – wie in an­de­ren Or­ten – Um­be­nen­nun­gen in der NS-Zeit, et­wa den Adolf-Hit­lerPlatz, der heu­te wie­der We­ber­markt heißt. Vie­le Sied­lun­gen in Al­de­kerk sei­en nach al­ten Eyl­ler Hö­fen be­nannt, die in­zwi­schen ver­schwun­den sei­en. Et­wa die Nen­nung „Am Berk­mans­gra­ben“, ei­ne längst ver­schwun­de­ne Hof­stel­le an der B 9 in der al­ten Bau­ern­schaft Free.

Das 480 Sei­ten star­ke Hei­mat­buch mit ei­ner Auf­la­ge von 750 Ex­em­pla­ren wur­de mit 750 Ab­bil­dun­gen il­lus­triert. Die Ge­mein­de­ar­chi­va­rin er­läu­tert: „Trotz sei­nes an­schau­li­chen Cha­rak­ters hält das Buch auch wis­sen­schaft­li­chen An­for­de­run­gen stand, sind doch die Aus­sa­gen mit Qu­el­len zu ih­rer Her­kunft be­legt. Ei­nen op­ti­schen Über­blick über das Ge­biet er­hält der Le­ser durch zahl­rei­che his­to­ri­sche und zeit­ge­nös­si­sche Kar­ten.“Dank zahl­rei­cher lo­ka­ler Spon­so­ren kann das Buch zum Preis von 18 Eu­ro an­ge­bo­ten werden. Es wird erst­mals an­läss­lich des Ni­eu­ker­ker Ok­to­ber­fes­tes am 14. Ok­to­ber (Fer­kel­ren­nen und ver­kaufs­of­fe­ner Sonn­tag) der Öf­fent­lich­keit prä­sen­tiert. Da­nach liegt es zum Kauf in ört­li­chen Ge­schäf­ten und Ban­ken so­wie im Archiv der Ge­mein­de Ker­ken zum Kauf aus.

„Trotz sei­nes an­schau­li­chen Cha­rak­ters hält das Buch auch wis­sen­schaft­li­chen An­for­de­run­gen stand“Jo­han­na Klüm­pen-Heg­mans Ge­mein­de­achiv Ker­ken

Kon­takt Ver­bind­li­che Be­stel­lun­gen nimmt Jo­han­na Klüm­pen-Heg­mans ent­ge­gen un­ter Te­le­fon 02833 2024 oder archiv.ker­ken@t-on­li­ne.de.

REPROS: GEMEINDEARCHIV KER­KEN

Kei­ne Angst vor den Au­tos gab es einst beim Spie­len am Nach­mit­tag: Das Fo­to zeigt die Micha­el-Buyx-Stra­ße in Nieukerk um 1950.

Neu­bau­ge­bie­te prä­gen bis heu­te die Ent­wick­lung der Ort­schaft. Hier wird der Bau des Post­wegs vor­be­rei­tet, et­wa um 1968.

Die­ses Bild aus dem neu­en Ni­eu­ker­ker Stra­ßen­buch zeigt die Stra­ße Am Müh­len­berg.

Ein ein­sa­mes Au­to in der Micha­el-Buyx-Stra­ße in den 30er Jah­ren.

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