Ein Abend mit Bö­sem und Wit­zi­gem von Kreis­ler

Rheinische Post Geldern - - Kultur Im Gelderland -

GEL­DERN (ct) Es war ein klei­ner, fei­ner Kreis, der sich zu die­sem Kreis­ler-Abend in der Ton­hal­le auf Ein­la­dung des Kunst­ver­eins Gel­der­land ein­ge­fun­den hat­te. „Kreis­ler ist an­stren­gend, zeigt teil­wei­se ei­gen­ar­ti­ge Um­gangs­for­men mit sei­nen Freun­den, kann bö­se sein, aber in sei­ner Art auch wie­der sehr wit­zig da­her­kom­men.“So fass­te es Sän­ger und Mo­de­ra­tor Bo­ris We­ber von der Frei­en Büh­ne Neu­wied an­fangs zu­sam­men. Zu­sam­men mit sei­nem Pia­nis­ten Holger Kap­pus hat­te er ei­ne brei­te Pa­let­te von Lie­dern des ös­ter­rei­chi­schen Chan­son­niers und Ka­ba­ret­tis­ten zu­sam­men­ge­stellt, die den Fa­cet­ten­reich­tum die­ses et­was zu Un­recht beim jün­ge­ren Pu­bli­kum in Ver­ges­sen­heit ge­ra­te­nen Künst­lers zeig­te.

Ne­ben dem be­kann­ten Lied vom „Tau­ben ver­gif­ten im Park“, wel­ches an­fäng­lich so­gar auf dem In­dex der ver­bo­te­nen Lie­der stand, gab es auch das „Ti­ger­fest im Park“; den be­rühm­ten „Wie­ner Schmäh“ließ We­ber et­wa beim „Guo­den ol­den Franz“auf­le­ben, und wie sprach­vir­tu­os Kreis­ler sein konn­te, mach­te We­ber an der „Te­le­fon­buch­pol­ka“deut­lich. Dras­tisch in der Spra­che und sehr poin­tiert vor­ge­tra­gen, war das Lied vom am­bi­va­len­ten „Staats­be­am­ten“si­cher­lich heu­te ge­nau­so ak­tu­ell wie zu Kreis­lers Zei­ten.

Viel­fach geht es in den Lie­dern Kreis­lers um die Frau­en, die um­ge­bracht oder doch zu­min­dest sehr kri­tisch be­trach­tet und be­sun­gen werden. Bo­ris We­ber brach­te dies im­mer wie­der mit Au­gen­zwin­kern, hu­mor­vol­len Ein­lei­tun­gen und ab­wechs­lungs­rei­chem Ge­sang zum Aus­druck, un­ter­stützt im zwei­ten Teil der Auf­füh­rung mit wei­ßem Out­fit und hoch­ha­cki­gen sil­ber­nen Glit­zer­schu­hen, die das Fri­vo­le die­ser Lie­der noch zu­sätz­lich un­ter­stri­chen.

Ne­ben Lie­dern über die Be­liebt­heit von „Gel­sen­kir­chen“, wo Kreis­ler sich kurz­fris­tig auf­ge­hal­ten hat, und den „Ne­an­der­ta­ler“und des­sen be­son­de­re Männ­lich­keit gab es ein­ge­streut auch ei­ni­ge Lie­der, die Rai­ner Biel­feldt ur­sprüng­lich für Tim Fi­scher ge­schrie­ben hat (et­wa: Lied vom Pia­nis­ten) und die sich sehr har­mo­nisch in den Ka­non der Kreis­ler-Lie­der ein­füg­ten.

Al­les in al­lem war es ein sehr ge­lun­ge­ner mu­si­ka­li­scher Abend in der Ton­hal­le.

FO­TO: VER­AN­STAL­TER

Bo­ris We­ber brach­te Kreis­lers Lie­der ge­konnt auf die Gel­der­ner Büh­ne.

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