Ge­werk­schaf­ten kün­di­gen mas­si­ve Bahn­streiks an

Rheinische Post Goch - - Vorderseite -

DÜSSELDORF (hko/kpk/ma­xi) Zug­rei­sen­de müs­sen sich ab über­nächs­ter Wo­che auf Be­hin­de­run­gen im Re­gio­nal­ver­kehr ein­stel­len. Die Ge­werk­schaf­ten Trans­net und GDBA kün­dig­ten für die Wo­che ab dem 25. Ok­to­ber bun­des­wei­te, mehr­stün­di­ge Warn­streiks an. So soll der Druck auf die Deut­sche Bahn und ih­re Kon­kur­ren­ten in den fest­ge­fah­re­nen Ta­rif­ge­sprä­chen er­höht wer­den. Die bei­den Ge­werk­schafts­vor­sit­zen­den Klaus-Die­ter Hom­mel und Alexander Kirch­ner er­klär­ten, die Ver­zö­ge­rungs­tak­tik der Ar­beit­ge­ber sei ge­schei­tert.

Knack­punkt der Ver­hand­lun­gen ist die For­de­rung nach ei­nem Bran­chen­ta­rif­ver­trag. Die Deut­sche Bahn hat zwar si­gna­li­siert, sie wer­de ei­nen sol­chen Ta­rif mit­tra­gen – al­ler­dings nur, wenn auch die Pri­vat­bah­nen mit­zie­hen. Da­nach sieht es bis­lang nicht aus, denn die Bahnkon­kur­renz pro­fi­tiert von ih­ren nied­ri­ge­ren Per­so­nal­kos­ten. Und selbst die Deut­sche Bahn könn­te ih­ren ei­ge­nen Ta­rif­ver­trag um­ge­hen: Sie ist da­zu über­ge­gan- gen, Toch­ter­un­ter­neh­men zu grün­den, die nicht den Kon­zern­ta­rif zah­len müs­sen.

90 Pro­zent der Be­schäf­tig­ten in der Bran­che wer­den schon so be­zahlt, wie es sich die Ge­werk­schaf­ten wün­schen. Der Streik soll die An­glei­chung für die rest­li­chen zehn Pro­zent er­strei­ten. Die Ein­kom­mens­un­ter­schie­de wür­den bis zu 20 Pro­zent be­tra­gen, sag­te ein Trans­net-Spre­cher.

Sa­ra Zühls­dorff von der NRWSch­lich­tungs­stel­le Bahn rät Kun­den, sich früh­zei­tig über Ver­spä­tun­gen und Zu­g­aus­fäl­le zu in­for­mie­ren. „Denn ein ge­ne­rel­les Recht auf Ti­cket­um­tausch oder Ent­schä­di­gun­gen gibt es nicht“, sagt die Ver­brau­cher­schüt­ze­rin. Zwar ha­be die Bahn ei­ne Mo­bi­li­täts­ga­ran­tie ab­ge­ge­ben, ein Streik wer­de aber wie hö­he­re Ge­walt be­wer­tet – und bei den Re­geln zur Er­stat­tung aus­drück­lich aus­ge­nom­men. „Kun­den kön­nen aber auf die Ku­lanz der Bahn hof­fen“, sagt Zühls­dorff. Sie rät da­zu, mög­li­che Be­schwer­den schrift­lich an die Bahn zu rich­ten.

Knack­punkt ist die For­de­rung nach ei­nem

Bran­chen­ta­rif

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