PERSÖNLICH

Rheinische Post Goch - - Stimme Des Westens -

Be­ne­dikt XVI. (83) ist der ers­te Papst, des­sen Pon­ti­fi­kat im 21. Jahr­hun­dert, am 19. April 2005, be­gon­nen hat. Den wo­mög­lich vo­r­erst letz­ten Eu­ro­pä­er in der Pe­trus-Nach­fol­ge trieb be­reits als Theo­lo­gie­pro­fes­sor die für ihn und sein Den­ken fun­da­men­ta­le Fra­ge um, wie sich im Kon­ti­nent der Auf­klä­rung Ver­nunft und Glau­be mit­ein­an­der ver­bin­den las­sen. Für Jo­seph Ratz­in­ger, den baye­risch-rö­mi­schen Kir­chen­leh­rer, wa­ren und sind Glau­be und Ver­nunft nicht nur kei­ne Ge­gen­sät­ze, son­dern be­din­gen ein­an­der. Auch des­halb hat der Papst ei­nen neu­en „Rat zur För­de­rung der Neuevan­ge­li­sie­rung“ ge­grün­det. Die rö­mi­sche Welt­kir­che ist zwar längst nicht mehr eu­ro­zen­triert, aber die Paps­tEnt­schei­dung zielt auf die Men­schen in Eu­ro­pa, die sich mehr als in an­de­ren Erd­tei­len von Glau­bens­ge­wiss­hei­ten zu ent­fer­nen schei­nen. Der rö­mi­sche Erz­bi­schof Ri­no Fi­si­chel­la (59), als Pro­fes­sor für Fun­da­men­tal­theo­lo­gie ein in­tel­lek­tu­el­ler Bru­der im Geis­te des Pon­ti­fex, wird die neue Ku­ri­en-In­sti­tu­ti­on lei­ten. Der as­ke­tisch wir­ken­de Geist­li­che, der 1998 maß­geb­lich an der En­zy­kli­ka „Fi­des et ra­tio“ („Glau­be und Ver­nunft“) von Jo­han­nes Paul II. be­tei­ligt war, soll nichts we­ni­ger in An­griff neh­men als den Ver­such zur Rück­er­obe­rung viel­fach re­li­gi­ös ent­leer­ter Köp­fe und Her­zen.

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