Der UN-Auf­trag

Rheinische Post Goch - - Stimme Des Westens -

DVON GREGOR MAYNTZ

er Si­cher­heits­rat der Ver­ein­ten Na­tio­nen hat mit mo­der­nen For­men der Kon­flikt­be­wäl­ti­gung un­ge­fähr so viel zu tun wie der Kla­vier­spie­ler vor der Stumm­film­lein­wand mit dem Dol­by­Sur­round-Ki­no-Sound: Die An­ti­qui­tät kann zwar auch Mu­sik ma­chen, aber den An­for­de­run­gen der Men­schen von heu­te ent­spricht die­se Tech­nik be­reits seit vie­len Jahr­zehn­ten nicht mehr.

Und doch möch­ten die fünf stän­di­gen Kla­vier­spie­ler aus London, Mos­kau, Paris, Pe­king und Washington vor der Welt­lein­wand nicht von ih­rem Pri­vi­leg las­sen, dass nur sie al­lein den Takt be­stim­men und die neu­en wich­ti­gen Ak­teu­re le­dig­lich im Wech­sel und oh­ne glei­che Rech­te mal mit­ma­chen dür­fen.

Dass Deutsch­land mal wie­der, und das trotz lan­ge vor­her ge­setz­ter an­de­rer Kan­di­da­ten, im ers­ten Wahl­gang in den Kreis der nicht­stän­di­gen Mit­glie­der ge­wählt wur­de, drückt den Re­spekt vie­ler Län­der vor dem dritt­größ­ten UN-Bei­trags­zah­ler und der viel­fach welt­weit en­ga­gier­ten Wirt­schafts­macht Deutsch­land aus. Es ist aber auch als Auf­trag zu ver­ste­hen, den lan­ge über­fäl­li­gen Um­bau vor­an­zu­brin­gen. Die Kanz­le­rin darf ih­ren er­neut be­stä­tig­ten Ein­fluss auch in den Run­den der Mäch­ti­gen mal für ei­ne zu­pa­cken­de UN-Re­form in die Waag­scha­le wer­fen. BE­RICHT: DEUTSCH­LAND . . ., TI­TEL­SEI­TE

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