US-Kr­an­bau­er Ter­ex will 30 Pro­zent von De­mag kau­fen

Rheinische Post Goch - - Wirtschaft - VON THORS­TEN BREIT­KOPF

DÜSSELDORF Die Ge­rüch­te, der USKr­an­bau­er Ter­ex wol­le beim Düs­sel­dor­fer Kon­kur­ren­ten De­mag Cra­nes ein­stei­gen, ver­dich­te­ten sich ges­tern. In der Ter­ex-Zen­tra­le den­ke man dar­über nach, als Min­der­heits­ak­tio­när mit ei­nem An­teil un­ter 30 Pro­zent bei De­mag ein­zu­stei­gen, sag­ten In­si­der. Da­mit wür­de ei­ne Über­nah­me für an­de­re, wie et­wa den fin­ni­schen Kon­kur­ren­ten Kone­cra­nes, zwar deut­lich schwe­rer, doch De­mag wür­de zu­gleich Ge­fahr lau­fen, mit­tel­fris­tig von Te- rex ge­schluckt zu wer­den. Ei­ne Ent­schei­dung über die nächs­ten Schrit­te ste­he bei Ter­ex bis zum Wo­che­n­en­de an. Ter­ex hofft Bran­chen­krei­sen zu­fol­ge, dass De­mag ge­sprächs­be­reit ist, um ei­ne Atta­cke von Kone­cra­nes ab­zu­weh­ren. „Ein feind­li­ches Vor­ge­hen ist bei Ter­ex eher nicht auf der Agen­da“, sag­te ei­ne mit den Über­le­gun­gen ver­trau­te Per­son. Au­ßer­dem hat der ver­meint­li­che „wei­ße Rit­ter“ ei­nen ge­wal­ti­gen Ha­ken. Ter­ex hat ei­ne tief­grei­fen­de Re­struk­tu­rie­rung ge­ra­de erst hin­ter sich. Bis heu­te schreibt der US-Kon­zern Ver­lus­te.

Für die Mit­ar­bei­ter wä­re ei­ne Be­tei­li­gung oder gar ei­ne Über­nah­me von Ter­ex weit we­ni­ger schmerz­lich als ein Zu­schlag der Fin­nen. Das Port­fo­lio von Ter­ex und De­mag Cra­nes bie­tet kaum Über­schnei­dun­gen. Die Ame­ri­ka­ner sind ein breit auf­ge­stell­ter Kon­zern, der di­ver­se Bau-und He­be­fahr­zeu­ge an­bie­tet. Zwar be­sitzt Ter­ex auch ei­ne Ha­fen­krans­par­te, doch hat die­se sich auf nied­rig­prei­si­ge Mo­bil­kra­ne spe­zia­li­siert. De­mag ist mit sei­nem Seg­ment hö­her an­ge­sie­delt. „Ter­ex ist an De­mag nicht we­gen der Sy­ner­gi­en, son­dern we­gen ei­ner Ver- brei­te­rung der Pro­dukt­pa­let­te in­ter­es­siert“, sag­te ein Bran­chen­ex­per­te un­se­rer Zei­tung.

Der fin­ni­sche Ri­va­le Kone­cra­nes hält Un­ter­neh­mens­krei­sen zu­fol­ge an sei­nen Über­nah­me­plä­nen fest. Die­sen Qu­el­len zu­fol­ge sind die Fin­nen über­rascht über das mög­li­che An­ge­bot der Ame­ri­ka­ner. Die Über­schnei­dun­gen zwi­schen De­mag und Kone­cra­nes sind we­sent­lich grö­ßer als im Fall Ter­ex. Ana­lys­ten er­war­ten, dass im Fal­le ei­ner Über­nah­me durch die Fin­nen tau­sen­de Stel­len in Deutsch­land weg­fal­len. Kone­cra­nes und De­mag pro- du­zie­ren bei­de in Deutsch­land sehr ähn­li­che Pro­duk­te. Ei­ne Zu­sam­men­le­gung von Wer­ken ist of­fen­bar das Ziel der Fin­nen, die sich die „Kon­so­li­die­rung des Mark­tes“ auf die Fah­nen ge­schrie­ben ha­ben.

De­mag hat zur Ab­wehr ei­ner feind­li­chen Über­nah­me durch Kone­cra­nes in­zwi­schen ei­ne Task Force auf­ge­stellt. Der Kr­an­bau­er lässt sich von der Düs­sel­dor­fer An­walts­kanz­lei Hen­ge­ler Mu­el­ler und der In­vest­ment­bank Roth­schild be­ra­ten. Die Ak­tie von De­mag klet­ter­te we­gen der Ge­rüch­te ges­tern um 3,9 Pro­zent auf 37,40 Eu­ro.

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