Die reichs­ten Deut­schen

Die Al­di-Ei­gen­tü­mer blei­ben mit zu­sam­men­ge­rech­net 33 Mil­li­ar­den Eu­ro auf den Plät­zen eins und zwei. Ins­ge­samt gibt es in Deutsch­land laut „Ma­na­ger Ma­ga­zin“ 103 Mil­li­ar­dä­re – vier mehr als im ver­gan­ge­nen Jahr.

Rheinische Post Goch - - Wirtschaft - VON GEORG WINTERS

DÜSSELDORF Wür­de Karl Al­brecht, der Ei­gen­tü­mer von Al­di Süd, sein Ver­mö­gen von rund 17,1 Mil­li­ar­den Eu­ro auf ein Spar­buch mit ge­setz­li­cher Kün­di­gungs­frist ein­zah­len, das jähr­lich mit 0,25 Pro­zent ver­zinst wird, dann be­kä­me er mo­nat­lich un­ge­fähr 2,5 Mil­lio­nen Eu­ro an Zin­sen gut­ge­schrie­ben. Da ist die Ab­gel­tungs­steu­er schon ab­ge­zo­gen und das Ka­pi­tal nicht mal an­ge­tas­tet.

Ein ein­fa­ches Bei­spiel, das Ot­to Nor­mal­ver­brau­cher ins Träu­men brin­gen kann und die Di­men­sio­nen des Al­brecht’schen Ver­mö­gens klar­macht. Der Mit­grün­der von Deutsch­lands größ­tem Dis­coun­ter ist auch in der jüngs­ten Sta­tis­tik des „Ma­na­ger-Ma­ga­zin“ der reichs­te Deut­sche, da­hin­ter liegt auf Platz zwei der an­de­re Teil der Fa­mi­lie – nicht mehr in Per­son von Karl Al­brechts Bru­der Theo, der im Ju­li die­ses Jah­res mit 88 Jah­ren ge­stor­ben ist, son­dern von des­sen Er­ben Berthold und Theo Al­brecht ju­ni­or, die jetzt an der Spit­ze von Al­di Nord ste­hen.

Un­ter den deut­schen Groß­fa­mi­li­en, die we­gen der Viel­zahl der Mit­glie­der nur als Clans re­gis­triert wer­den, ist die Re­gi­on wei­ter füh­rend. Den Bren­nink­mei­jers ge­hört C&A, die Ha­ni­els aus Duis­burg sind un­ter an­de­rem größ­ter Ein­zel­ak­tio­när der Me­tro, und da­hin­ter kommt Hen­kel. Zu­dem lie­gen die Fa­mi­li­en Wer­hahn (Neuss) und Vail­lant (Rem­scheid) auch noch in den Top Ten.

Das Ma­ga­zin hat dies­mal nicht wie üb­lich die reichs­ten 300 Deut­schen aus­ge­macht, son­dern noch 200 Na­men da­zu­ge­nom­men. Das Ver­mö­gen, das den Rei­chen die­ses Lan­des in sol­chen Hit­lis­ten zu­ge­schrie­ben wird, kommt durch Schät­zun­gen zu­stan­de. Re­cher­chiert wird es häu­fig bei Ver­mö­gens­ver­wal­tern, bei Ban­ken und Ju­ris­ten, und man­ches kommt auch aus den Un­ter­neh­men selbst – na­tür­lich mit­un­ter in­of­fi­zi­ell. Es geht um Ver­mö­gen, das in Ak­ti­en an­ge­legt ist, um sons­ti­ge Fir­men­be­tei­li- gun­gen, um Im­mo­bi­li­en und Samm­lun­gen und teils auch um Stif­tungs­be­sitz.

Zählt man das al­les zu­sam­men, kom­men die 100 reichs­ten Deut­schen laut Sta­tis­tik auf ein Ver­mö- gen von zu­sam­men­ge­rech­net 287,35 Mil­li­ar­den Eu­ro – ein be­schei­de­nes Plus von et­was mehr als ei­nem hal­ben Pro­zent ge­gen­über der letz­ten Er­he­bung. Das liegt dar­an, dass zwar ei­ni­ge Händ­ler und Fi­nanz­in­ves­to­ren zu­ge­legt ha­ben, aber bei­spiels­wei­se Ma­schi­nen­bau­er und Au­to­zu­lie­fe­rer noch ih­re Wun­den aus der Kri­se le­cken – was sich in den Ver­mö­gen der Fir­men­in­ha­ber nie­der­schlägt. Die gra­vie­ren­den Ver­lus­te des Vor­jah­res sind noch längst nicht über­all auf­ge­holt, auch wenn der Auf­schwung spür­bar ist.

Die Ge­brü­der Al­brecht sind zwar ei­ner­seits die Num­mer zwei der neu­en Hit­lis­te, aber gleich­zei­tig auch die größ­ten Ver­lie­rer im neu­en Ran­king. Ihr Ver­mö­gen ist laut „Ma­na­ger Ma­ga­zin“ um rund 750 Mil­lio­nen Eu­ro zu­sam­men­ge­schmol­zen. Dem­ge­gen­über steht als größ­ter Ge­win­ner Klaus-Michael Küh­ne, der mit Hil­fe sei­ner Be­tei­li­gun­gen am Lo­gis­tik­kon­zern Küh­ne & Na­gel und an Ha­pag-Lloyd sein Ver­mö­gen um fast 30 Pro­zent auf rund vier Mil­li­ar­den Eu­ro er­höht hat.

Um zum Hun­der­ter-Klub zu ge­hö­ren, braucht man der­zeit ein Ver­mö­gen von et­wa 900 Mil­lio­nen Eu­ro. Da­von sind die Qu­el­le-Er­bin Ma­de­lei­ne Schi­cke­danz und ei­ni­ge Mit­glie­der der Sal-Op­pen­heimG­rup­pe weit ent­fernt. Sie schaff­ten es nicht in die Hit­lis­te, ob­wohl die von 300 auf 500 Mit­glie­der er­wei­tert wur­de. Reichs­te Frau Deutsch­lands ist üb­ri­gens Su­san­ne Klat­ten ge­blie­ben, die Groß­ak­tio­nä­rin von BMW und Al­ta­na.

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