Ein­tracht-Boss scho­ckiert von Ul­tras

Rheinische Post Goch - - Sport - VON MARC SCHMIDT

FRANK­FURT/M. (sid) Ul­tras von Ein­tracht Frank­furt sor­gen vor dem bri­san­ten Der­by in Kai­sers­lau­tern mit ei­nem mar­tia­li­schen Ge­walt­Auf­ruf auf der In­ter­net­platt­form YouTube für Un­ru­he. „Ich fra­ge mich im­mer, was das für Leu­te sind, die sol­che Din­ge ins In­ter­net stel­len?“, sag­te Vol­ker Goll von der Ko­or­di­na­ti­ons­tel­le Fanpro­jek­te.

Kra­wall­ma­cher der in Tei­len ge­walt­be­rei­ten Frank­fur­ter Ul­tras hat­ten am Di­ens­tag ein zwei­mi­nü­ti­ges Vi­deo auf dem In­ter­net­por­tal YouTube plat­ziert und da­mit bei den Hes­sen, Pfäl­zern und der Po­li­zei für hel­le Auf­re­gung ge­sorgt. Un­ter dem bra­chia­len Mot­to „Pfalz- über­fall 2010 – Schlacht­fest in Kai­sers­lau­tern“ ru­fen die Chao­ten vor dem Du­ell am Sonn­tag auf dem Bet­zen­berg of­fen zur Ge­walt auf. Blut fließt in dem pro­fes­sio­nell ge­mach­ten Vi­deo in Strö­men, ein Metz­ger mit Frank­furt-Schür­ze schwingt ein Beil mit Ein­trach­tSchrift­zug. Zu­dem ist ein auf­ge­häng­tes Schwein mit dem FCK-Em­blem ab­ge­bil­det.

In dem Vi­deo wird da­zu auf­ge­ru­fen, dass sich al­le ge­walt­be­rei­ten Fans am Sonn­tag um 8 Uhr auf dem Frank­fur­ter Haupt­bahn­hof ein­fin­den. Ex­pli­zit ein­ge­la­den wer­den auch al­le Hoo­li­gans, ge­gen die be­reits Sta­di­on­ver­bo­te ver­hängt wur­den. Die Ul­tras spre­chen vom „Spiel ge­gen die In­zucht“ und „Zi­vi- li­sa­ti­on ge­gen pri­mi­ti­ve Bau­ern“. Auf der Web­site heißt es wei­ter: „Wir wer­den als gro­ßer Mob per Zug in der Pfalz ein­fal­len – macht mo­bil – sagt al­len Be­scheid!“

Frank­furts Vor­stands­boss He­ri­bert Bruch­ha­gen re­agier­te mit ab­so­lu­tem Un­ver­ständ­nis auf den neu­er­li­chen Ge­walt-Auf­ruf der Ul­tras. Dem Klub dro­hen nach meh­re­ren Vor­fäl­len in der Ver­gan­gen­heit – in der ver­gan­ge­nen Wo­che wa­ren die Hes­sen vom DFB-Sport­ge­richt we­gen ver­schie­de­ner Ver­ge­hen zu 8000 Eu­ro ver­ur­teilt wor­den – Sank­tio­nen bis hin zu ei­nem „Geis­ter­spiel“ vor lee­ren Rän­gen. „Ich weiß um die gro­ße Pro­ble­ma­tik“, sag­te Bruch­ha­gen, der selbst in der Ver­gan­gen­heit Droh­brie­fe von dem ge­walt­be­rei­ten Teil sei­ner Fan­kund­schaft er­hal­ten hat. „Wir sind hoch­gra­dig ge­fähr­det.“

Der Lei­ter des Frank­fur­ter Fan­pro­jekts, Ste­phan von Ploetz, be­zeich­ne­te das Der­by eben­falls als ab­so­lu­tes Ri­si­ko­spiel, dass vom Ge­walt­po­ten­zi­al „zu den ers­ten drei“ in Deutsch­land ge­hö­re. Des­halb rie­fen auch die Spie­ler bei­der Mann­schaf­ten zur Dee­s­ka­la­ti­on auf. „Ich wün­sche mir ein tol­les Spiel ge­gen die Ein­tracht, bei dem die Fans rich­tig Stim­mung auf den Rän­gen ma­chen, aber auf Ran­da­le ver­zich­ten“, sag­te FCK-Kee­per To­bi­as Sip­pel. Der Frank­fur­ter Stür­mer Io­an­nis Ama­na­ti­dis mein­te: „Es kann nur ein Fuß­ball­fest wer­den, wenn es fried­lich bleibt.“

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