Chi­hua­hua nach ein­jäh­ri­ger Flucht wie­der da­heim

Im Au­gust 2009 war die Hün­din Cor­ti­ta ih­ren Be­sit­zern wäh­rend ei­nes Ur­laubs am ober­ita­lie­ni­schen Gar­da­see entlaufen. Nun ist das Tier in Bo­zen (Süd­ti­rol) wie­der auf­ge­taucht.

Rheinische Post Goch - - Gesellschaft - VON DIE­TER DORMANN

HO­HEN­STEIN Seit ei­ni­gen Ta­gen ist die Welt der Fa­mi­lie Saal­mann im ba­den-würt­tem­ber­gi­schen Ho­hen­stein wie­der in Ord­nung: Wenn Thek­la (31) und ihr Mann Andre­as (32) mit ih­ren Söh­nen Ian (7) und Len (5) im Gar­ten hin­ter ih­rem Haus spie­len, ist die sechs Jah­re al­te Chi­hua­hua-Hün­din Cor­ti­ta im­mer da­bei. Das win­zi­ge, nur zwei Ki­lo­gramm schwe­re Tier holt Stöck­chen oder rennt dem Ball hin­ter­her, mit dem die Jungs spie­len – das glück­li­che En­de ei­nes Hun­de-Dra­mas: Ein Jahr war Cor­ti­ta spur­los ver­schwun­den.

Be­gon­nen hat­te das Dra­ma im Au­gust des ver­gan­ge­nen Jah­res. Die Saal­manns wa­ren an den ober­ita­lie­ni­schen Gar­da­see ge­fah­ren, um Fe­ri­en in ei­nem Berg­dorf zu ma­chen. Cor­ti­ta war mit da­bei. Das Ur­laubs­glück währ­te nur kurz: Wäh­rend die Fa­mi­lie die Kof­fer aus­pack­te, wur­de die win­zi­ge Hün­din von ei­nem auch nicht rie­si­gen, aber doch grö­ße­ren Jack Rus­sel an­ge­grif­fen. Zwar ver­such­te Thek­la Saal­ma­an, Cor­ti­ta zu be­schüt­zen, aber die Chi­hua­hua-Hün­din er­griff den­noch die Flucht.

So­fort mach­ten sich Thek­la und Andre­as Saal­mann ge­mein­sam mit ih­ren Söh­nen auf die Su­che – ver­geb­lich. „An Ur­laub war ab da nicht mehr zu den­ken“, er­in­nert sich die 31-Jäh­ri­ge. Tag für Tag such­te die Fa­mi­lie nach ih­rem Hund. Thek­la Saal­mann leg­te ei­ni­ge ih­rer T-Shirts im Um­feld des Fe­ri­en­hau­ses aus, um Cor­ti­ta mit dem Ge­ruch vi­el­leicht an­zu­lo­cken. Die Ver­mie­te­rin des Fe­ri­en­hau­ses druck­te Such­Pla­ka­te und in­for­mier­te die ört­li­chen Be­hör­den. Die Chi­hua­huaHün­din aber blieb ver­schwun­den.

„Als der Ur­laub nach ei­ner Wo­che zu En­de war, und wir abrei­sen muss­ten, hat­ten wir je­de Hoff­nung auf­ge­ge­ben“, be­rich­tet Thek­la Saal- mann. Sie war sich da­mals si­cher, ih­re klei­ne Hün­din nie mehr wie­der­zu­se­hen. „Sie war doch so klein und so ängst­lich. Au­ßer­dem hat sie im­mer schlecht ge­trun­ken und ge­fres­sen. Dass sie al­lein durch­kommt, dass hät­te ich nie für mög­lich ge­hal­ten.“

Doch dann mel­de­te sich nach et­wa ei­nem Jahr der Ver­ein „Tas­so“, der sich seit über 26 Jah­ren der Re­gis­trie­rung und Rück­ver­mitt­lung ent­lau­fe­ner Tie­re wid­met und bei dem die mit ei­nem Chip re­gis­trier­te Cor­ti­ta an­ge­mel­det war. „Cor­ti­ta ist in Bo­zen ge­fun­den wor­den. Sie kön­nen sie dort ab­ho­len“, lau­te­te die Nach­richt, die das Dra­ma be­en­de­te. Schon zwei Ta­ge spä­ter mach­te sich Thek­la Saal­mann auf den Weg nach Süd­ti­rol, um Cor­ti­ta nach Hau­se zu ho­len.

Die Chi­hua­hua-Hün­din war in ei­nem Frei­bad in der Nä­he von Bo­zen ent­deckt wor­den, als sie dort um­her­irr­te. Wie Cor­ti­ta die et­wa 100 Ki­lo­me­ter vom Gar­da­see bis nach Bo­zen ge­schafft hat, kann Thek­la Saal­mann nur ver­mu­ten. „Cor­ti­ta hat­te ein Hals­band um, das nicht von uns ist“, be­rich­tet die Hun­de­be­sit­ze­rin. Des­halb glau­be sie, dass ir­gend­je­mand ih­ren Vier­bei­ner am Gar­da­see ge­fun­den und mit nach Bo­zen ge­nom­men ha­be. „Dort muss sie dann wie­der weg­ge­lau­fen sein“, ver­mu­tet Thek­la Saal­mann. Ei­nes steht für die 31-Jäh­ri­ge je­doch fest: „Noch­mal neh­men wir Cor­ti­ta nicht mit in den Ur­laub.“ Künf­tig wer­den, wenn die Saal­manns auf Rei­sen sind, Freun­de auf die Chi­hua­hua-Hün­din auf­pas­sen – da­heim in Ho­hen­stein.

FO­TO: PROFACT

Thek­la Saal­mann und ih­re hua-Hün­din Cor­ti­ta.

Chi­hua-

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