Durch­la­mi­niert

Rheinische Post Goch - - Grenzland Post -

Freun­din El­ke hat ei­ne neue Lei­den­schaft ent­deckt: ihr La­mi­nier­ge­rät! Sie lud uns zum Es­sen ein und schmück­te den Tisch mit la­mi­nier­ten Fo­tos und la­mi­nier­ten Tex­ten. Al­les schön ge­stal­tet und ab­so­lut fett­ab­wei­send. Frau­en fin­den so et­was sehr prak­tisch, und schon bald brach auch in uns das La­mi­nier­fie­ber aus. Mit ei­nem gu­ten Plas­ti­k­la­mi­nat könn­te man sich ja die ge­sam­te Wä­sche spa­ren. Ab­wi­schen, fer­tig. In Ge­dan­ken la­mi­nier­ten wir nun die Tisch­de­cke, die Ser­vi­et­ten und spä­ter so­gar noch die un­ge­lieb­te Nach­bar­kat­ze. Uns fie­len im­mer neue Din­ge ein, und so la­mi­nier­ten wir uns durch den Abend. Ge­ra­de als uns neue La­mi­nier­vor­schlä­ge aus­gin­gen , kam just in die­sem Mo­ment ihr lie­ber Ehe­mann ins Zim­mer. Kur­ze Stil­le! Je­de wuss­te so­fort, was die an­de­re dach­te. „Nein“, rief El­ke em­pört, „den la­mi­niert ihr mir nicht, der bleibt, wie er ist.“ Dann aber: „Ob­wohl, gä­be es ein 3 D-La­mi­nier­ge­rät, könn­te ich mir ei­nen la­mi­nier­ten Mann schon ganz gut vor­stel­len.“ Wir auch.

KARIN KOSTER

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