Fuß­ball­spiel in Sal­va­dor

Rheinische Post Goch - - Grenzland Post -

Ein wun­der­ba­rer Vor­teil des Ro­ta­ry-Aus­tauschs sind die vie­len Be­zie­hun­gen und Mög­lich­kei­ten, die sich für ei­nen über das gro­ße Netz von ro­ta­ri­schen Be­kannt­schaf­ten auf­tun.

Da hat zum Bei­spiel ein Ro­ta­ri­er, der be­son­ders ger­ne Kon­takt zu den Aus­tausch­schü­lern hält, beim letz­ten Tref­fen mei­ne Gast­fa­mi­lie und mich zu ei­nem Fuß­ball­spiel des hie­si­gen Teams Bahia ge­gen Sao Pau­lo ein­ge­la­den, zu dem wir dann al­le zu­sam­men hin­ge­pil­gert sind.

So saß ich dann Sams­tag­nach­mit­tag in ei­nem rie­sen­gro­ßen für mich kleid­ähn­li­chen Fuß­ball­tri­kot mei­nes Gast­va­ters im Sta­di­on Sal­va­dors und blick­te auf ein grü­nes Fuß­ball­feld hin­un­ter, wäh­rend sich die Rän­ge Stück für Stück mit braun­ge­brann­ten Men­schen, die al­le­samt blau-weiß-ro­te Tri­kots, die Far­ben des bahia­ni­schen Teams, tru­gen, füll­ten.

Be­vor wir an­ka­men wur­den mir noch die ent­schei­den­den Wor­te: „Bo­ra Ba­heeea, min­ha por­ra!“, die je­des Kind hier gleich nach „Ma­ma“ und „Pa­pa“ lernt, ein­ge­trich­tert. Es be­deu­tet so viel wie: „Hau rein Ba­heeea!“, wo­bei „por­ra“ ein sehr de­li­ka­ter Fluch ist, den man qua­si für al­les ein­setz­ten kann. Der per­fek­te Mul­ti­funk­ti­ons­fluch.

So­bald die Fuß­ball­spie­ler auf das Feld lie­fen, hör­te ich durch den Lärm der Zu­schau­er bra­si­lia­ni­sche Trom­meln. Die Tromm­ler wa­ren mit­ten in den Rän­gen pos­tiert und hat­ten ei­ne wild hüp­fen­de und klat­schen­de Men­ge von blau­rot­wei­ßen Fans um sich ver­sam­melt, von de­nen aus der Rhyth­mus, den man in Ze­hen und Lun­ge füh­len konn­te, über das gan­ze Sta­di­on dröhn­te. Er riss je­den ein­zel­nen im Sta­di­on mit, und bald wa­ren tau­send Fans in dem­sel­ben Rhyth­mus.

Die so spon­tan ent­stan­de­ne Mi­schung aus nor­ma­lem Sta­di­ongeg­röh­le, An­feue­rungs­hym­nen auf Por­tu­gie­sisch, Flü­chen und wil­den Ges­ten, al­les un­ter­legt von den Trom­meln, die wie ein ein­zi­ger Herz­schlag al­les durch­dran­gen, war ein­fach atem­be­rau­bend und ein tol­les Er­leb­nis.

Wir ha­ben na­tür­lich ge­won­nen, 2:1 für Bahia.

ADRIA­NA PIETSCH

ARCHIVFOTO: EVERS

Adria­na Pietsch ge­nießt die Vor­tei­le des Aus­tauschs.

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