Hid­dink ha­dert mit der Nie­der­la­ge der Tür­kei

Rheinische Post Goch - - Sport -

DÜSSELDORF (sid) Fuß­ball­leh­rer Ber­ti Vogts gab sich be­schei­den, nach­dem er mit dem Na­tio­nal­team von Aser­bai­dschan für ei­ne gro­ße Über­ra­schung ge­sorgt hat­te. „Das Glück war auf un­se­rer Sei­te“, sag­te Vogts. nach dem 1:0-Heim­sieg in der Qua­li­fi­ka­ti­on zur Fuß­ball-Eu­ro­pa­meis­ter­schaft ge­gen die Tür­kei. Das Sieg­tor er­ziel­te aus­ge­rech­net Ver­tei­di­ger Ra­schad Sa­di­chow, der in der Tür­kei bei Es­ki­se­hirspor spielt. Vogts will nun die Eu­pho­rie bei Spie­lern, Funk­tio­nä­ren und Fans in Aser­bai­dschan dämp­fen, von de­nen sich ma­cher schon als Grup­pen­zwei­ter auf dem Weg zur EM sieht.

Guus Hid­dink lan­de­te da­ge­gen auf dem har­ten Bo­den der Rea­li­tät. Der Nie­der­län­der muss­te er­ken­nen, dass es kein Selbst­läu­fer wird, aus dem tür­ki­schen Team ei­ne Sie­ger­mann­schaft zu for­men. „Das ist ei­ner der schlimms­ten Ta­ge mei­ner Kar­rie­re. Deutsch­land ist ein Welt­klas­se­team, da kann man mit ei­ner Nie­der­la­ge le­ben. Aber ich kann nicht ak­zep­tie­ren, ge­gen Aser­bai­dschan zu ver­lie­ren“, sag­te Hid­dink. Die Pres­se nahm kei­ne Rück­sicht auf sei­ne Ge­fühls­la­ge. „Die gan­ze Welt lacht über uns“, schrieb die Zei­tung „Fa­na­tik“, und das Mas­sen­blatt „Hür­riy­et“ for­der­te in­di- rekt den Raus­wurf Hid­dinks: „Die Rech­nung für die Nie­der­la­ge muss von je­man­dem be­gli­chen wer­den.“

In Brüssel ver­lor da­ge­gen kei­ne Mann­schaft, das 4:4 zwi­schen Gast­ge­ber Bel­gi­en und Ös­ter­reich war viel­mehr ein Sieg für den Of­fen­siv­fuß­ball. Bel­gi­ens Trai­ner Ge­or­ges Lee­kens wähn­te al­ler­dings hö­he­re Mäch­te im Spiel: „Die Ös­ter­rei­cher müs­sen Gott dan­ken. Sie ha­ben das Ma­xi­mum her­aus­ge­holt. Nor­ma­ler­wei­se muss das Match mit 8:4 für uns aus­ge­hen.“

Ös­ter­reich hat­te durch den star­ken Bre­mer Mar­ko Arn­au­to­vic und Franz Schie­mer den 0:1-Rück­stand mehr als wett­ge­macht, nach Schie­mers Tor zum 3:2 aber Paul Schar­ner (68.) durch Platz­ver­weis ver­lo­ren und war kurz vor Schluss in Rück­stand ge­ra­ten: Mar­vin Ogun­ji­mi (87.) und Nicolas Lom­ba­erts (90.) tra­fen. Doch Mar­tin Har­nik er­ziel­te in der drit­ten Mi­nu­te der Nach­spiel­zeit das 4:4. Wäh­rend es für fast al­le Team­kol­le­gen ein über­ra­gen­der Abend war, zeig­te sich der im Som­mer von Fortu­na Düsseldorf zum VfB Stutt­gart ge­wech­sel­te Stür­mer un­zu­frie­den: „Wenn man vier To­re schießt und nur ei­nen Punkt holt, ist das für mich ent­täu­schend.“

„Die gan­ze Welt lacht über uns“

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