Do­p­hei­de ver­lässt Grey: „Wer­be­bran­che ist un­cool“

Rheinische Post Goch - - Wirtschaft - VON THO­MAS REISENER

DÜSSELDORF Grey-Chef Frank Do­p­hei­de hat ein neu­es Ge­schäfts­mo­dell und kehrt der zweit­größ­ten deut­schen Agen­tur­grup­pe über­ra­schend den Rü­cken. „Es stimmt, ich hö­re zum Jah­res­en­de auf“, be­stä­tig­te der 47-jäh­ri­ge Top­ma­na­ger ges­tern ent­spre­chen­de Ge­rüch­te ge­gen­über un­se­rer Zei­tung.

Nach sie­ben Jah­ren auf dem Chef­ses­sel von Grey will Do­p­hei­de nun mit sei­ner ei­ge­nen Fir­ma „Deut­sche Mar­ken­ar­beit“ punk­ten, die sich auf die Image­pfle­ge von Un­ter­neh­mens­len­kern, Kon­zern­vor­stän­den, Spit­zen­sport­lern, Po­li­ti­kern und Künst­lern spe­zia­li­siert. Oder auf den „Auf­bau von Per­sön­lich­keits­mar­ken im Top-Ma­nage­ment“, wie Do­p­hei­de es selbst for­mu­liert. Zu­gleich über­nimmt er ei­nen Sitz im Stra­te­gie-Vor­stand der Scholz&Fri­ends-Hol­ding Com­m­ar­co, die wie­der­um ei­nen Min­der­heits­an­teil von Do­p­hei­des neu­er Fir­ma über­nimmt. Die neue Fir­ma wird mit je ei­nem Bü­ro in Düsseldorf und Berlin star­ten.

Der­weil hat Grey mit Andre­as Hen­ke und Sacha Reeb ei­ne neue Dop­pel­spit­ze in­stal­liert, wie eben- falls erst ges­tern be­kannt wur­de. Die bei­den sol­len un­ter CEO Chris­ti­an Hu­pertz die Krea­ti­vi­tät von Grey ver­ant­wor­ten.

Do­p­hei­de be­grün­de­te sei­nen Schritt ges­tern ge­gen­über un­se­rer Zei­tung mit über­ra­schend deut­li­chen Wor­ten: „Wer­bung wird lang­sam un­cool. Die Ar­beit wird im­mer müh­se­li­ger und im­mer schlech­ter be­zahlt“, sag­te er, und be­ton­te: „Da­mit mei­ne ich die ge­sam­te Bran­che, und nicht Grey.“ In­zwi­schen müss­ten vie­le Krea­ti­ve mit St­un­den­löh­nen un­ter­halb ei­nes Schrei­ners ar­bei­ten. Durch den star­ken Trend zum Aus­la­gern von Ar­bei­ten sei der Druck auf die Prei­se enorm ge­wor­den. Do­p­hei­de: „Das macht kei­nen Spaß.“

FO­TO: GABRIEL

Frank Do­p­hei­de (ge­bo­ren in Marl, Sport­jour­na­list) wech­selt.

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