Mehr Ur­he­ber­schutz im In­ter­net

Rheinische Post Goch - - Wirtschaft - VON VIC­TOR HENLE

MÜNCHEN Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­rin Sa­bi­ne Leu­theus­ser-Schnar­ren­ber­ger (FDP) hat auf den Me­dien­ta­gen in München das ge­plan­te Leis­tungs­schutz­recht skiz­ziert. Sie warn­te vor zu ho­hen Er­war­tun­gen, be­ton­te aber auch, dass die For­de­rung der Ver­le­ger nach ei­ner ge­setz­li­chen Re­ge­lung für die Nut­zung ih­rer On­line-An­ge­bo­te le­gi­tim sei. Auch di­gi­ta­le Pro­duk­te sei­en recht­lich vor ei­ner Ver­mark­tung oh­ne Ge­gen­leis­tung ge­schützt, sag­te sie. Das Pro­blem lie­ge al­lein dar­in, wie die­ser Schutz prak­tisch ge­währ­leis­tet wer­den kön­ne. Da­für ei­ne ei­ge­ne Ver­wer­tungs­ge­sell­schaft ein­zu­rich­ten, kom­me nicht in Fra­ge.

Der Ge­schäfts­füh­rer der Zei­tungs­grup­pe Thü­rin­gen, Klaus Schrott­ho­fer, be­ton­te: „Was wir wol­len, ist Fair­ness.“ Im Netz herr- sche ein „Raub­rit­ter­tum“. Das „Ab­grei­fen von jour­na­lis­ti­schen In­hal­ten im In­ter­net“ sei der­zeit nicht ur­he­ber­recht­lich ge­schützt. Mit ei­nem Leis­tungs­schutz­recht wol­len die Ver­la­ge ei­ne Ab­ga­be für die Nut­zung von jour­na­lis­ti­schen On­li­ne­An­ge­bo­ten durch­set­zen. Goo­gleVer­tre­ter Phil­ipp Schind­ler wi­der­sprach und ver­wies auf die Ge­fähr­dung der In­for­ma­ti­ons­frei­heit.

Ein an­de­res The­ma der Me­dien­ta­ge war die Da­ten­kon­trol­le im Netz. Wer nicht weiß, was an­de­re über ihn wis­sen, ist arm dran, hat­te das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in sei­ner Ent­schei­dung zur in­for­ma­tio­nel­len Selbst­be­stim­mung kon­sta­tiert. Die­ser Ge­dan­ke klang ges­tern auch bei der Bun­des­mi­nis­te­rin für Ver­brau­cher­schutz an: Il­se Ai­g­ner (CSU) be­ton­te, der Ge­setz­ge­ber müs­se Vor­sor­ge tref­fen, dass je­der Bür­ger die Selbst­kon­trol­le über sei­ne Da­ten be­hal­te. Al­ler­dings ha­be ei­ne na­tio­na­le Re­ge­lung nur ei­ne be­grenz­te Wir­kung. Den­noch sei über Ver­falls­zei­ten für per­sön­li­che Bil­der und Da­ten nach­zu­den­ken. Bei­de Bun­des­mi­nis­te­rin­nen schei­nen da­mit je­den­falls kein per­sön­li­ches Pro­blem zu ha­ben. Ai­g­ner be­kun­de­te, sie stel­le sich nicht ins Schau­fens­ter. Auch Leu­theus­ser-Schnar­ren­ber­ger sag­te, ih­re rich­ti­gen Freun­de ha­be sie wo­an­ders, nicht bei Face­book.

Mit ei­ner For­de­rung stieß Ai­g­ner auf ei­nen be­son­ders wun­den Punkt. So leicht, wie man in das In­ter­net kom­me, so leicht müs­se man auch wie­der her­aus­kom­men. Selbst Goog­le-Ver­tre­ter Schind­ler muss­te be­ken­nen, das sei tech­nisch ei­nes der schwie­rigs­ten Pro­ble­me der In­ter­net­welt. Denn die „gro­ße Lösch­tas­te“ gä­be es ein­fach noch nicht.

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