Hoch­tief hat den Lan­ge­wei­le-Ma­lus

Rheinische Post Goch - - Wirtschaft -

Hoch­tief ist nicht das schuld­lo­se Op­fer­lamm, als das es dar­ge­stellt wird. An­ge­grif­fen wird der Bau­kon­zern, weil er an der Bör­se un­ter­be­wer­tet ist. Das kommt nicht von un­ge­fähr. Der Hoch­tief-Kurs ist auch des­halb so schlecht, weil Kon­zern­chef Lüt­ke­strat­köt­ter seit Jah­ren mit west­fä­li­scher Stur­heit ei­ne gro­ße Por­ti­on Lan­ge­wei­le ins Schau­fens­ter stellt. Bloß kei­ne Über­trei­bun­gen. Bloß kei­ne Spe­ku­la­tio­nen. Bloß kei­ne Fan­ta­sie. Im Zwei­fel lie­ber erst gar nicht auf­fal­len, als sich mit Spe­ku­la­tio­nen des Mark­tes oder der Me­di­en her­um­schla­gen zu müs­sen. Das hat durch­aus Vor­tei­le: Man kann sich in Ru­he auf die Ar­beit kon­zen­trie­ren, muss sich we­ni­ger är­gern, gilt bei Ban­ken und An­le­gern als bo­den­stän­dig und zu­ver­läs­sig. Was funk­tio­niert: Die Hoch­tief-Ge­win­ne spru­deln präch­tig und be­re­chen­bar. Aber die Me­tho­de „Lan­ge­wei­le“ hat eben auch ih­re Nach­tei­le. Sie ist der we­sent­li­che Grund, war­um der Hoch­tief-Kurs so düm­pelt. Kei­ne Fan­ta­sie.

Tho­mas Reisener

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