Vier Bun­des­län­der kom­men un­ter Haus­halts­kon­trol­le

Rheinische Post Goch - - Politik -

BERLIN (rtr/mar) Der Sta­bi­li­täts­rat von Bund und Län­dern stellt Bre­men, Berlin, Schles­wig-Hol­stein und das Saar­land un­ter ver­schärf­te Be­ob­ach­tung. Der im Zu­ge der neu­en Schul­den­brem­se ein­ge­führ­te Rat stell­te ges­tern An­zei­chen für ei­ne dro­hen­de Haus­halts­not­la­ge in den vier ärms­ten Bun­des­län­dern fest. Bis Mai wer­den sie nun von ei­nem Prü­fungs­aus­schuss un­ter die Lu­pe ge­nom­men. Erns­te Kon­se­quen­zen dro­hen den Län­dern aber nicht.

Dem Sta­bi­li­täts­rat ge­hö­ren der Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter, die Fi­nanz­mi­nis­ter der Län­der und der Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter an. Das Gre­mi­um soll die Haus­halts­la­ge von Bund und Län­dern über­wa­chen und früh­zei­tig Vor­schlä­ge für Ge­gen­maß­nah­men ma­chen. Über­wacht wer­den vier Kenn­zif­fern: das struk­tu­rel­le Haus­halts­loch, der Schul­den­stand, die Kre­dit­fi­nan­zie­rungs­quo­te des Etats und die Zins­Steu­er-Quo­te. Die vier Bun­des­län­der hal­ten je­weils drei die­ser Kri­te­ri­en nicht ein. Kommt der Rat im Mai zu dem Er­geb­nis, dass tat­säch­lich Haus­halts­not­la­gen vor­lie­gen, wird mit den be­trof­fe­nen Län­dern ein über fünf Jah­re lau­fen­des Sta­bi­li­sie­rungs­pro­gramm ver­ein­bart. Hal­ten sich die Län­der nicht dar­an, dro­hen ih­nen je­doch kei­ne Stra­fen. „Es gibt kei­nen Spar­kom­mis­sar“, be­ton­te Ber­lins par­tei­lo­ser Fi­nanz­se­na­tor Ul­rich Nuß­baum. Die Län­der stün­den aber be­reits un­ter Druck, die Schul­den­brem­se im Grund­ge­setz ein­zu­hal­ten. Die­se schreibt den Län­dern vor, dass sie ab 2020 kei­ne neu­en Schul­den mehr ma­chen dür­fen, um dau­er­haf­te – struk­tu­rel­le – Lü­cken zwi­schen Ein­nah­men und Aus­ga­ben zu schlie­ßen.

Um die Vor­ga­ben ein­hal­ten zu kön­nen, sol­len die vier Län­der und Sach­sen-An­halt Son­der­hil­fen der an­de­ren Län­der und des Bun­des be­kom­men. Die Fest­stel­lung von Haus­halts­not­la­gen hat dar­auf kei­nen Ein­fluss. Nach ei­nem Gut­ach­ten des Rhei­nisch-West­fä­li­schen In­sti­tuts für Wirt­schafts­for­schung in Es­sen müss­ten sechs Län­der, dar­un­ter NRW, ih­re jähr­li­chen Aus­ga­ben um min­des­tens zehn Pro­zent kür­zen, wenn sie 2020 die Schul­den­brem­se er­fül­len wol­len.

Ei­nen Spar­kom­mis­sar für die Län­der wird es den­noch nicht ge­ben

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