Ein­satz oh­ne Ernst­fall Pi­lo­ten

Wenn aus dem Cock­pit ein Pro­blem zum Bo­den mel­den, rückt vor­sichts­hal­ber die Werks­feu­er­wehr des Flug­ha­fens aus. Wer in ei­nem sol­chen Fall die Kos­ten über­nimmt, er­klärt Flug­ha­fen-Spre­cher Hol­ger Ter­horst.

Rheinische Post Goch - - Kreis Kleve – Regional - VON MAR­CO BÜ­REN

KREIS KLE­VE Am En­de wa­ren es zum Glück nur Alar­mie­run­gen oh­ne gro­ße Schä­den, als am 28. Au­gust und am 29. Sep­tem­ber die Pi­lo­ten zwei­er Rya­nair-Ma­schi­nen tech­ni­sche Pro­ble­me mel­de­ten. Da sich die Ma­schi­nen nicht mehr weit von ih­rem Ziel, dem Flug­ha­fen Wee­ze be­fan­den, wur­de dort die Flug­ha­fen­feu­er­wehr alar­miert, um für den Not­fall be­reit zu ste­hen. „Dies wa­ren rei­ne Vor­sichts­maß­nah­men“, sag­te Flug­ha­fen-Spre­cher Hol­ger Ter­horst nach den Er­eig­nis­sen. Wenn Pi­lo­ten ein tech­ni­sches Pro­blem fest­stel­len, wer­de die Flug­ha­fen-Feu­er­wehr im­mer alar­miert, so Ter­horst. Die Grün­de kön­nen un­ter­schied­lich sein: ein ge­platz­ter Rei­fen am Flug­zeug, ein nicht rich­tig aus­ge­fah­re­nes Fahr­werk, Stö­run­gen an den Lan­de­klap­pen oder den Trieb­wer­ken oder aus­ge­fal­le­ne In­stru­men­te im Cock­pit.

Drei Mi­nu­ten bis zum Ein­tref­fen

Für die Fäl­le, dass ein Flug­zeug aus tech­ni­schen Grün­den die Lan­de­bahn ver­lässt oder ei­nen Un­fall hat, muss laut Be­stim­mun­gen der In­ter­na­tio­na­len Luft­fahrt­be­hör­de (ICAO) ei­ne Feu­er­wehr am Flug­ha­fen vor Ort sein. Die ICAO schreibt zu­dem vor, dass je­der Punkt am Flug­ha­fen in­ner­halb von drei Mi­nu­ten er­reicht wer­den muss.

Was ge­schieht, wenn die Feu­er­wehr nur vor­sorg­lich aus­rückt und es gar nicht zu ei­nem Ein­satz kommt, be­ant­wor­tet die Ab­tei­lung Öf­fent­lich­keits­ar­beit der Deut­schen Flug­si­che­rung (DFS) ein­fach so: „In dem Mo­ment, in dem ein Pi­lot ein tech­ni­sches Pro­blem fest­stellt, ist der Ein­satz schon ge­recht­fer­tigt – es han­delt sich da­bei al­so nicht um ei­nen Fehl­alarm, wie ihn et­wa Feu­er­mel­der in Ge­bäu­den aus­lö­sen.“

Flug­ha­fenspre­cher Hol­ger Ter­horst er­klärt, wer für sol­che Ein­sät­ze zahlt: „Die Kos­ten für Be­trieb, Un­ter­hal­tung und Ein­sät­ze der Feu­er­wehr trägt die Flug­ha­fen Nie­der­rhein Gm­bH.“ We­der Pi­lo­ten noch Flug­ge­sell­schaf­ten wer­den für die Ein­sät­ze haft­bar ge­macht. Wer­den Feu­er­weh­ren des Krei­ses Kle­ve oder aus den Nie­der­lan­den zur Ver­stär­kung ge­ru­fen, sieht für de­ren Ein­satz die Kos­ten­über­nah­me an­ders aus. Im Not­fall­plan des Krei­ses Kle­ve heißt es: „Kos­ten­trä­ger für Ge­fah­ren­ab­wehr­maß­nah­men und Alar­mie­rungs­fahr­ten ist die ört­lich zu­stän­di­ge Kom­mu­ne“, in die­sem Fal­le Wee­ze. „Es kommt aber sel­ten vor, dass Ein­sät­ze in Rech­nung ge­stellt wer­den. In der Re­gel geht es dann nur um Auf­wands­ent­schä­di­gun­gen für selbst­stän­di­ge Feu­er­wehr­män­ner“, sagt Edu­ard Groß­käm­per, Spre­cher des Krei­ses Kle­ve. Wei­ter heißt es im Not­fall­plan: „Kos­ten der Ko­or­di­nie­rung und Lei­tung trägt der Kreis Kle­ve.“ Bis­lang hat die Flug­ha­fen­feu­er­wehr nur aus zwei Grün­den ih­re Lösch­was­ser-Ka­no­nen ak­ti­viert: ers­tens zu Übungs­zwe­cken. Und in der Hoff­nung, dass es so bleibt, gibt es nur noch ei­nen wei­te­ren An­lass, bei dem die Flug­ha­fen­feu­er­wehr „Was­ser Marsch!“ be­fiehlt: „Auch wir ver­fol­gen so gut es geht den Brauch, dass Flie­ger von Flug­ge­sell­schaf­ten, die erst­mals am Air­port zu Gast sind, mit ei­ner Du­sche der Lösch­fahr­zeu­ge be­grüßt wer­den“, be­rich­tet Ter­horst. In­ter­net Mehr zum Air­port Wee­ze un­ter www.rp-on­line.de/kle­ve

RP-ARCHIVFOTO: SEYBERT

Not­fall-Übun­gen gibt es re­gel­mä­ßig am Air­port Wee­ze, hier ein Bild von ei­ner ver­meint­lich aus­ge­bro­che­nen Schwei­ne­pest mit Hel­fern in Schutz­klei­dung, die ein Op­fer zum Kran­ken­wa­gen tra­gen.

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