Dort­mund setzt Sie­ges­zug fort

To­re von Blasz­c­zy­kow­ski und Sa­hin, der in der Nach­spiel­zeit trifft, si­chern der Bo­rus­sia zu­min­dest vor­über­ge­hend die Ta­bel­len­füh­rung in der Fuß­ball-Bun­des­li­ga. Po­dol­ski trifft zum 1:1

Rheinische Post Goch - - Sport -

KÖLN Den Ernst der La­ge ha­ben die Fuß­ball­pro­fis des 1. FC Köln er­kannt. Sie kämpf­ten und rann­ten und stemm­ten sich ge­gen ihr Schick­sal. Doch es reich­te wie­der nicht. Wie schon im Ja­nu­ar, als Ke­vin Groß­kreutz in der Nach­spiel­zeit den 3:2-Sieg­tref­fer er­ziel­te, ge­lang Bo­rus­sia Dort­mund der ent­schei­den­de Tref­fer wie­der in der Spät­schicht. Nu­ri Sa­hin schoss in derNach­spiel­zeit das Tor zum 2:1-End­stand.

Acht Mi­nu­ten zu­vor hat­te Lu­kas Po­dol­ski mit ei­nem ful­mi­nan­ten Schuss den Aus­gleich ge­schafft. Er leg­te da­bei ei­ne Wucht in sei­nen Schuss, wie er sie sonst nur bei der Na­tio­nal­mann­schaft auf­bringt. Für die Fans auf der Süd­tri­bü­ne zeig­te er auf das Ver­eins­wap­pen auf sei­ner Brust. Ein Zei­chen soll­te das wohl da­für sein, dass sie sich kei­ne Sor­gen um sei­nen Ver­bleib in Köln ma­chen müs­sen.

Dem 1. FC Köln droht heu­te aber der Sturz auf ei­nen di­rek­ten Ab­stiegs­platz. Dort­mund nutz­te die Chan­cen, sich zu­min­dest für ei­ne Nacht ganz oben ein­zu­rich­ten. Die Atta­cken ei­ni­ger Chao­ten, die den Dort­mun­der Bus bei der An­rei­se mit St­ei­nen be­wor­fen und ei­ne Schei­be zer­stört hat­ten, brach­ten die West­fa­len nicht von ih­rem Er­folgs­weg ab. 23 Tref­fer er­ziel­te Lu­cas Bar­ri­os in der ver­gan­ge­nen Sai­son, und in die­sem Spiel­jahr sind es auch schon vier. Das Kopf­ball­spiel ge­hört al­ler­dings nicht zu den be­son­de­ren Spe­zia­li­tä­ten des aus Chi­le stam­men­den und in­ter­na­tio­nal für Pa­ra­gu­ay tä­ti­gen Tor­jä­gers – an­sons­ten wä­re die ers­te Halb­zeit ei­ne tief­trau­ri­ge An­ge­le­gen­heit für Köln ge­wor­den. Bar­ri­os schei­ter­te fünf­mal mit Kopf­stö­ßen aus kür­zes­ter Dis­tanz. Im­mer­hin leis­te­te er auf die­se Wei­se die Vor­ar­beit zum 1:0. Ja­kub Blasz­c­zy­kow­ski sto­cher­te den Ball nach Bar­ri­os’ Pfos­ten­tref­fer aus kur­zer Dis­tanz über die Tor­li­nie.

„Spit­zen­rei­ter, Spit­zen­rei­ter, hey, hey, hey“, san­gen die Fans aus dem Pott, weil ihr Klub da­mit erst ein­mal Platz eins vom FSV Mainz 05 über­nom­men hat­te. Die Halb­zeit­füh­rung bil­de­te die Kräf­te­ver­hält­nis­se kor­rekt ab. „Wir ha­ben ein ganz gu­tes Spiel ge­se­hen, lei­der lie­gen wir hin­ten“, sag­te der Mett­man­ner Golf­pro­fi und FC-Fan Mar­tin Kay­mer in der Pau­se. Er nutz­te ei­ne der sel­te­nen Ge­le­gen­hei­ten, sei­ne Lieb­lings­mann­schaft im Sta­di­on zu un­ter­stüt­zen, und sag­te auch gleich Po­dols­kis Tref­fer vor­aus.

Dort­mund trat zwar nicht mit der traum­wand­le­ri­schen Si­cher­heit der ver­gan­ge­nen Wo­chen auf, war aber zu­nächst über­le­gen und ziel­stre­bi­ger. Die Köl­ner, de­ren Fans Trai­ner Zvon­i­mir Sol­do mit Pfif­fen be­grüß­ten, zeig­ten sich durch­aus ak­tiv. Doch ih­re ers­ten Chan­cen – Po­dols­kis Rechts­schuss ans Lat­ten­kreuz zum Bei­spiel – ent­spran­gen mehr­heit­lich Ein­zel­ak­tio­nen. Die Un­ru­he der ver­gan­ge­nen Ta­ge zeig- te Fol­gen. Po­dol­ski be­kam für sei­ne im Wort „kon­zept­los“ gip­feln­de Ge­ne­ral­kri­tik so­gar Un­ter­stüt­zung auf Spruch­bän­dern.

Von Tor­hü­ter Mi­ro Var­vo­dic ging bei sei­nem Li­ga­de­büt zu we­nig Si­cher­heit aus. Der Kroa­te lös­te Fa­ryd Mon­dra­gon ab, des­sen In­ter­kon­ti­nen­tal­rei­se mit dem ko­lum­bia­ni­schen Na­tio­nal­team auf Kri­tik beim Ar­beit­ge­ber ge­sto­ßen war. Für viel Ge­tö­se hat­te dann sei­ne vor­zei­ti­ge Abrei­se aus dem Te­am­ho­tel in Deutz ge­sorgt.

Die Ge­sän­ge der Köl­ner Fans in der Schluss­pha­se („Wir woll’n euch kämp­fen seh’n“) wa­ren nicht ge­recht­fer­tigt. Denn an der Ein­stel­lung man­gel­te es in kei­ner Pha­se.

FO­TO: DEFO­DI

Ja­kub Blasz­c­zy­kow­ski ist zur Stel­le und er­zielt im Köl­ner Sta­di­on das Dort­mun­der Tor zum 1:0. Von rechts: Pe­dro Ge­romel, Lu­cas Bar­ri­os, Fa­b­ri­ce Eh­ret, Blasz­c­zy­kow­ski, Tor­hü­ter Mi­ro Var­vo­dic und Ke­vin Grotz­kreutz.

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