Si­cher durch den Win­ter

Jetzt ist es an der Zeit, das Au­to win­ter­fest zu ma­chen. Das ist ganz leicht – wenn Au­to­fah­rer sie­ben Tipps be­her­zi­gen. Wich­tig: früh­zei­tig von Som­mer- auf Win­ter­rei­fen wech­seln.

Rheinische Post Goch - - Auto& Mobil - VON JAN­NE HIL­LER

Je­des Jahr scheint nicht nur die Deut­sche Bahn vom Win­ter über­rascht zu wer­den, son­dern auch ein gro­ßer Teil der Au­to­fah­rer: Sind Glatt­eis und Schnee auf den Stra­ßen, bricht das Cha­os aus. Es pas­sie­ren Un­fäl­le, weil die Front­schei­be nicht frei ist oder das Au­to noch im­mer mit Som­mer­rei­fen fährt. Die Au­to­werk­stät­ten sind über­füllt, weil spon­tan al­le die Rei­fen wech­seln las­sen, und ei­ni­ge Au­to­fah­rer kom­men gar nicht erst von der Stel­le, weil ih­re Bat­te­rie ver­sagt oder das Tür­schloss ver­eist ist. Das al­les kann man sich er­spa­ren, wenn das Au­to recht­zei­tig win­ter­fest ge­macht wird. Ei­ni­ge Tipps:

Im Win­ter mit Win­ter­rei­fen zu fah­ren ist Vor­schrift und kann le­bens­wich­tig wer­den. Weil das Gum­mi der Win­ter­rei­fen ei­ne an­de­re Zu­sam­men­set­zung hat als das von Som­mer­rei­fen, bleibt es län­ger weich und si­chert so ei­ne bes­se­re Haf­tung auf der Stra­ße. Au­ßer­dem ha­ben Win­ter­rei­fen ein be­son­de­res La­mel­len­pro­fil, das zu­sätz­lich für gu­ten Grip sorgt. Die vor­ge­schrie­be­ne Min­dest-Pro­fil- tie­fe für Win­ter­rei­fen be­trägt 1,6 Mil­li­me­ter. Der ADAC emp­fiehlt al­ler­dings ei­ne Pro­fil­tie­fe von min­des­tens vier Mil­li­me­tern. Win­ter­rei­fen soll­ten au­ßer­dem nicht äl­ter als fünf Jah­re sein, da das Gum­mi mit der Zeit po­rös und hart wird. Wer si­cher sein möch­te, dass die Rei­fen gleich­mä­ßig ab­ge­fah­ren wer­den, soll­te sie je­den Win­ter an der je­weils an­de­ren Ach­se mon­tie­ren. Es emp­fiehlt sich da­her fest­zu­hal­ten, an wel­chem Rad die Rei­fen mon­tiert wa­ren. Glei­ches gilt für die Som­mer­rei­fen. Sie soll­ten über über den Win­ter tro­cken ge­la­gert wer­den und im Früh- jahr eben­falls wie­der je­weils an der an­de­ren Ach­se mon­tiert wer­den.

Um ei­ne Au­to­pan­ne in der Käl­te zu ver­mei­den, ist ei­ne funk­tio­nie­ren­de Au­to­bat­te­rie wich­tig. Wer merkt, dass sein Au­to be­reits bei Tem­pe­ra­tu­ren über dem Ge­frier­punkt schwer an­springt, soll­te die Bat­te­rie über­prü­fen las­sen und sie recht­zei­tig wech­seln.

Da­mit Au­to­fah­rer auch im Win­ter im­mer ei­nen gu­ten Durch­blick ha­ben, muss in die Schei­ben­wi­sch­an­la­ge Rei­ni­gungs­mit­tel mit Frost­schutz ge­füllt wer­den. Wer die Schei­ben von Streu­kie­seln und Salz be­freit, be­vor das Au­to über Nacht ge­parkt wird, ver­hin­dert, dass am Mor­gen Krat­zer auf der Schei­be ent­ste­hen, wenn sie mit dem Eis­krat­zer be­ar­bei­tet wird. In kei­nem Fall darf Frost­schutz für die Schei­ben­wi­sch­an­la­ge in den Küh­ler ge­schüt­tet wer­den. Der Frost­schutz für den Küh­ler ist ein an­de­rer, der auch vor Rost und Kor­ro­sio­nen schützt. Ob der Küh­ler­frost­schutz noch aus­reicht, soll­te in ei­ner Werk­statt oder an ei­ner Tank­stel­le über­prüft wer­den. Auch die Schei­ben­wi­scher­blät­ter kön­nen durch Frost un­brauch­bar wer­den, wenn sie auf der Schei­be fest­frie­ren. Beim Lö­sen wird die Wisch­kan­te be­schä­digt und die Wi­scher hin­ter­las­sen Schlie­ren. Das lässt sich ver­mei­den, in­dem die Schei­ben­wi­scher hoch­ge­klappt wer­den, wäh­rend das Au­to parkt.

Wer kein per Fern­be­die­nung öff­nen­des Au­to be­sitzt, muss im Win­ter auf Spray zum Ent­ei­sen des Tür­schlos­ses zu­rück­grei­fen. Au­to­fah­rer soll­ten dar­an den­ken, den Tür­schlos­sen­tei­ser nicht im Au­to zu­rück­zu­las­sen. Das ist zwar lo­gisch, aber trotz­dem pas­siert es vie­len Au­to­fah­rern im­mer wie­der, dass sie vor der Au­to­tür ste­hen und durch die Schei­be das Spray auf dem Bei­fah­rer­sitz lie­gen se­hen.

Be­son­ders im Win­ter, wenn we­gen der län­ge­ren Dun­kel­heit viel mit Licht ge­fah­ren wird, blen­den die Schein­wer­fer ent­ge­gen­kom­men­der Wa­gen häu­fig, ob­wohl kein Fern­licht an­ge­schal­tet ist. Bei die­sen Au­tos sind die Schein­wer­fer zu hoch ein­ge­stellt und leuch­ten nicht nur die Stra­ße aus, son­dern auch den In­nen­raum des Ge­gen­ver­kehrs. Da­mit Au­to­fah­rer nicht zu ei­nem solch un­lieb­sa­men Ver­kehrs­teil­neh­mer wer­den, soll­ten sie in der Werk­statt die Ein­stel­lung Ih­rer Schein­wer­fer über­prü­fen las­sen. Die­ser Ser­vice wird zum Herbst­an­fang von vie­len Werk­stät­ten kos­ten­frei an­ge­bo­ten.

Griff­be­reit ha­ben soll­ten Au­to­fah­rer ei­nen Eis­krat­zer mit Be­sen. Eben­falls gut: Schei­ben­en­tei­sungs-Spray, ei­ne Ab­deck­fo­lie für die Front­schei­be, ei­ne war­me De­cke (falls es doch mal ei­ne Au­to­pan­ne ge­ben soll­te) und Schnee­ket­ten. Letz­te­re sind in Re­gio­nen mit ei­si­ger Wit­te­rung un­ab­ding­bar – oder bei der Fahrt in den Ski-Ur­laub.

FO­TO: OBS/CON­TI­NEN­TAL AG

Win­ter­fest Wer sein Au­to gut für den Win­ter rüs­tet, ist auch auf ver­schnei­ten Stra­ßen in den Ber­gen ent­spannt un­ter­wegs. Doch auch im „Flach­land“ muss ein Au­to win­ter­fest sein.

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