Hoch­tief: Mer­kel will mehr Schutz vor Über­nah­men

Rheinische Post Goch - - Vorderseite -

BERLIN (mar) Die Bun­des­re­gie­rung will nicht ta­ten­los da­bei zu­se­hen, dass im­mer mehr wich­ti­ge deut­sche Un­ter­neh­men ins Vi­sier aus­län­di­scher In­ves­to­ren ge­ra­ten. „Im Lich­te der Ent­wick­lung bei Hoch­tief prüft die Re­gie­rung, ob im Über­nah­me­recht wei­te­re Pflich­ten ein­ge­führt wer­den soll­ten“, sag­te Re­gie­rungs­spre­cher Stef­fen Sei­bert un­se­rer Zei­tung. Für Hoch­tief kom­me die mög­li­che Ver­schär­fung des Wert­pa­pier­über­nah­me­ge­set­zes aber vor­aus­sicht­lich zu spät.

Ge­gen den Wi­der­stand des größ­ten deut­schen Bau­kon­zerns in Es­sen treibt der spa­ni­sche Ri­va­le ACS seit Wo­chen ei­ne Über­nah­me vor­an. ACS hält be­reits knapp 30 Pro­zent an Hoch­tief und peilt nun rund 50 Pro­zent an. Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) hat­te sich am Frei­tag erst­mals in den Ab­wehr­kampf ein­ge­schal­tet. Sie ließ ih­ren Spre­cher sa­gen, Hoch­tief sei ein „Aus­hän­ge­schild deut­scher Kom­pe­tenz“.

Das deut­sche Über­nah­me­recht gilt als schwä­cher als et­wa das fran­zö­si­sche oder bri­ti­sche. In­ves­to­ren müs­sen bis­her kein Pflicht­an­ge­bot an die Ak­tio­nä­re ab­ge­ben, wenn sie be­reits mehr als 30 Pro­zent der Ak­ti­en be­sit­zen und ih­ren An­teil wei­ter aus­bau­en wol­len. Ei­ne Neu­re­ge­lung sol­le nicht rück­wir­kend gel­ten, sag­te Sei­bert. Zu­dem wur­de be­kannt, dass der Kon­kur­rent Bil­fin­ger Ber­ger Hoch­tief hel­fen will.

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