Schweiz plant Ab­ga­be für deut­sche Steu­er­flücht­lin­ge

Rheinische Post Goch - - Vorderseite -

BERLIN (dapd) In den zä­hen Streit zwi­schen Deutsch­land und der Schweiz über ver­heim­lich­te Ver­mö­gen deut­scher Steu­er­sün­der bei Schwei­zer Ban­ken kommt Be­we­gung. Noch in die­sem Mo­nat wol­len bei­de Re­gie­run­gen in Bern ein Re­vi­si­ons­pro­to­koll zum be­ste­hen­den Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men un­ter­zeich­nen, wie ein Spre­cher des Fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums be­stä­tig­te.

Nach ei­nem Be­richt des „Fo­cus“ ha­ben sich die Län­der auf ein Kon­zept ge­ei­nigt, das es der Schweiz er­laubt, ihr Bank­ge­heim­nis zu wah­ren: Die Schweiz soll auf Ver­mö­gens­er­trä­ge deut­scher Kun­den ei­ne Steu­er in Hö­he von 35 Pro­zent er­he­ben, die nach Berlin durch­ge­reicht wird – das wä­ren zehn Pro- zent mehr, als für Ka­pi­tal­er­trä­ge in Deutsch­land fäl­lig wer­den. Die Na­men der Kon­to­in­ha­ber wer­den den deut­schen Be­hör­den nicht mit­ge­teilt. Auch für die Be­steue­rung so­ge­nann­ter Alt­las­ten, al­so deut­scher Ver­mö­gen, die teil­wei­se schon seit vie­len Jah­ren ge­winn­brin­gend in der Schweiz an­ge­legt sind, scheint ei­ne Lö­sung ge­fun­den. Laut „Fo­cus“ soll die je­wei­li­ge Bank in die­sen Fäl­len rück­wir­kend für zehn Jah­re den Ver­mö­gens­zu­wachs er­rech­nen und da­von pau­schal 35 Pro­zent di­rekt an den deut­schen Fis­kus ab­füh­ren. Der Vor­sit­zen­de des Bun­des­tags-Fi­nanz­aus­schus­ses, Vol­ker Wis­sing (FDP), sag­te: „Es gibt nur Ge­win­ner, mit Aus­nah­me der Steu­er­be­trü­ger.“

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