Frank­furt schickt Kai­sers­lau­tern in den Kel­ler

Rheinische Post Goch - - Sport - VON ALEXANDER SARTER

KAI­SERS­LAU­TERN (sid) Mar­co Kurz be­gann mit der Kri­sen­be­wäl­ti­gung un­mit­tel­bar nach dem Ab­pfiff. Der Trai­ner des 1. FC Kai­sers­lau­tern ver­sam­mel­te sei­ne Ver­lie­rer im Mit­tel­kreis und schwor sie nach der bit­te­ren 0:3-Nie­der­la­ge ge­gen Ein­tracht Frank­furt auf die kom­men­den schwe­ren Wo­chen ein. „Die Si­tua­ti­on ist schwie­rig. Aber wir wer­den uns stel­len, und dann wer­den wir da auch wie­der raus­kom­men“, sag­te der Ex-Pro­fi nach der vier­ten Plei­te in Fol­ge, nach der die Pfäl­zer mit sie­ben Punk­ten tief im Ta­bel­len­kel­ler düm­peln.

Kurz ap­pel­lier­te an sei­ne Pro­fis, noch nä­her zu­sam­men­zu­rü­cken. „Wir sind in ei­ner Si­tua­ti­on, mit der man zu Be­ginn der Sai­son rech­nen konn­te“, er­gänz­te der Coach, der be­reits ein we­sent­li­ches Man­ko aus­ge­macht hat­te: „Wir müs­sen in sol­chen Spie­len ein­fach ein­mal in Füh­rung ge­hen.“ Doch die­se Chan­ce ver­gab Srd­jan La­kic, als er mit ei­nem Foul­elf­me­ter an Tor­wart Oka Ni­ko­l­ov schei­ter­te. Statt­des­sen leg­te der ehe­ma­li­ge Bun­des­li­gaSchüt­zen­kö­nig Theo­fa­nis Ge­kas mit sei­nen bei­den Tref­fern den Grund­stein zum Er­folg, be­vor Alexander Mei­er den drit­ten Sieg der Hes­sen in Fol­ge klar mach­te.

„Man muss bei die­sem Spiel auch den Be­ginn se­hen. Wir ha­ben ei­nen Elf­me­ter ver­schos­sen. Da­nach ha­ben wir das Ge­gen­tor be­kom­men, das war aus­schlag­ge­bend. Wenn wir das ers­te Tor er­zie­len, geht das Spiel in ei­ne an­de­re Rich­tung. Sieht man bei­de Halb­zei­ten, dann geht der Sieg der Frank­fur­ter in Ord­nung“, re­sü­mier­te Kurz, wäh­rend sein Frank­fur­ter Kol­le­ge Michael Skib­be fest­stell­te: „Das ers­te Tor war enorm wich­tig, denn Kai­sers­lau­tern hat in der ers­ten Halb­zeit mäch­tig Druck ge­macht. Wir muss­ten uns lan­ge weh­ren. Der ge­hal­te­ne Elf­me­ter hat das Spiel we­sent­lich be­ein­flusst.“ Und zu sei­nem Tor­jä­ger Ge­kas mein­te Skib­be: „Ich kann nur sa­gen: Er kann nur das ver­wer­ten, was die an­de­ren vor­be­rei­ten. Aber er ist vor dem Tor ein Schlitz­ohr, des­halb ist er enorm wich­tig für uns.“ Der Grie­che er­ziel­te be­reits sei­ne Sai­son­to­re sechs und sie­ben.

Die Zu­schau­er im Fritz-Wal­terS­ta­di­on sa­hen in der An­fangs­pha­se ei­ne mä­ßi­ge Par­tie mit zahl­rei­chen Un­zu­läng­lich­kei­ten auf bei­den Sei­ten. Bei­den Mann­schaf­ten fehl­te es an der not­wen­di­gen Struk­tur im Auf­bau. Die meis­ten Ak­tio­nen ba­sier­ten auf Zu­fall. Zwei­kämp­fe präg­ten das Bild. Nach ei­ner Vier­tel­stun­de er­ar­bei­te­ten sich die Gast­ge­ber, die auf die ver­letz­ten Ilian Mi­can­ski, Jan Si­mu­n­ek und Chad­li Am­ri ver­zich­ten muss­ten, ei­ne Feld­über­le­gen­heit. Es blieb aber zu­nächst bei gu­ten An­sät­zen, die nö­ti­ge Durch­schlags­kraft im An­griff fehl­te in vie­len Sze­nen. Die De­fen­si­ve der Ein­tracht, bei der die Lang­zeit­ver­letz­ten Zla­tan Ba­jra­mo­vic und Sebastian Ro­de fehl­ten, war meist Herr der La­ge. Bei den in der An­fangs­pha­se so über­zeu­gend an­grei­fen­den Ro­ten Teu­feln lief nach dem Wech­sel so gut wie nichts mehr zu­sam­men. Der Rück­stand und die Nie­der­la­gen­se­rie zehr­ten merk­lich an den Ner­ven der Pro­fis.

Die be­fürch­ten Aus­schrei­tun­gen zwi­schen ri­va­li­sie­ren­den Fang­rup­pen blie­ben weit­ge­hend aus. Die Po­li­zei nahm bis zum Abend le­dig­lich 15 Per­so­nen fest. Ein Be­am­ter wur­de durch den Ein­satz von Pfef­fer­spray ver­letzt. Nach An­ga­ben ei­nes Spre­chers der Po­li­zei Kai­sers­lau­tern war der ver­bo­te­ne „Ein­satz von Py­ro­tech­nik und die ei­ne oder an­de­re Kör­per­ver­let­zung“ der Grund für die Fest­nah­men.

FO­TO: DPA

Frank­fur­ter Ju­bel um Theo­fa­nis Ge­kas (21) nach dem 3:0.

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