0:1 ge­gen den HSV – die Main­zer Par­ty ist vor­bei

Rheinische Post Goch - - Sport - VON ALEXANDER SARTER

MAINZ (sid) Der Tun­nel­blick von Tho­mas Tu­chel ver­riet al­les. Nach sie­ben Sai­son­pie­len wie im Rausch herrscht beim Kar­ne­vals­ver­ein FSV Mainz 05 nun Ka­ter­stim­mung. „Es gibt kei­nen Trai­ner auf der gan­zen Welt, der nach ei­ner Nie­der­la­ge nicht ent­täuscht wä­re“, sag­te Tu­chel frus­triert nach dem 0:1 ge­gen den Ham­bur­ger SV. Der al­lei­ni­ge Start­re­kord in der Bun­des­li­ga blieb ein Traum, die Ta­bel­len­füh­rung war futsch.

Wie Tu­chel nach dem letz­ten Sieg mit dem Me­ga­fon in der Hand auf dem Zaun ge­fei­ert hat­te, war nur noch ei­ne schö­ne Er­in­ne­rung. „Ich kann mich nicht freu­en, ich hät­te das Gan­ze ger­ne wei­ter er­tra­gen“, ant­wor­te­te der 37-Jäh­ri­ge auf die Fra­ge, ob er ei­ne ge­wis­se Er­leich­te­rung ver­spü­re. Schließ­lich ist der Hy­pe um Mainz nun vor­bei, Bo­rus­sia Dort­mund als neu­er Spit­zen­rei­ter steht im Mit­tel­punkt des In­ter­es­ses. „Wenn der gan­ze Zir­kus nach Dort­mund wei­ter­zieht, sind wir nicht bö­se“, sag­te Tu­chel. Nach zwölf Spie­len oh­ne Nie­der­la­ge hat es sei­ne Mann­schaft mal wie­der er­wischt. Da­mit bleibt es da­bei, dass sich Mainz, Bay­ern München und der 1. FC Kai­sers­lau­tern den Start­re­kord von sie­ben Sie­gen tei­len.

Als Tu­chel sich wie­der ge­fan­gen hat­te, sah er nicht mehr so schwarz. „Es gibt kei­nen Grund, den Stab zu bre­chen. Die Welt bricht für uns nicht zu­sam­men“, sag­te er. Vom spä­ten Sieg­tor des Ham­bur­gers Pao­lo Gu­er­re­ro in der 89. Mi­nu­te wol­len sich die Main­zer nicht aus der Bahn wer­fen las­sen. „Ich bin für mein Team be­re­chen­bar. Wir wer­den nicht am Er­geb­nis kri­ti­sie­ren, son­dern an den ge­stell­ten Auf­ga­ben. Das ist der nor­ma­le Ablauf – egal, ob wir ge­win­nen oder ver­lie­ren“, sag­te der Coach.

„Ich neh­me das auf kei­nen Fall ge­las­sen. Die Nie­der­la­ge war ganz un­glück­lich. Vor­ne ma­chen wir die To­re nicht, und hin­ten be­kom­men wir dann ein ganz dum­mes Ding rein“, mein­te André Schürr­le. „Für den Ver­ein und die Fans wä­re der Re­kord na­tür­lich su­per ge­we­sen“, sag­te Spiel­ma­cher Le­wis Holt­by. „Aber wir sind men­tal sehr stark und wer­den den Kopf nicht run­ter neh­men. Wir sind wei­ter heiß auf Sie­ge.“ Ge­win­nen will auch der in der Ta­bel­le nach oben ge­klet­ter­te HSV im nächs­ten Spiel ge­gen den FC Bay­ern. „Des­halb war der Sieg ganz wich­tig. Er gibt uns Selbst­ver­trau­en für die kom­men­den Wo­chen“, sag­te der in Mainz stark spie­len­de Bra­si­lia­ner Zé Ro­ber­to vor dem Du­ell mit sei­nem Ex-Klub.

FO­TO: REUTERS

Nach sie­ben Sie­gen nun ei­ne Nie­der­la­ge: Trai­ner Tho­mas Tu­chel.

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