NRW-Fahn­der zah­len für Steu­er-CD 1,4 Mil­lio­nen

Rheinische Post Goch - - Vorderseite -

DÜSSELDORF (gw) Den Be­hör­den in NRW ist ein Schlag ge­gen deut­sche Steu­er­flücht­lin­ge ge­lun­gen. Wie die Staats­an­walt­schaft Müns­ter be­stä­tig­te, ha­ben die Fahn­der ei­ne CD mit 200 Da­ten­sät­zen ge­kauft, auf der die Kon­to­ver­bin­dun­gen deut­scher Steu­er­pflich­ti­ger bei der Schwei­zer Pri­vat­bank Ju­li­us Bär re­gis­triert sind. Ge­zahlt ha­ben sie da­für rund 1,4 Mil­lio­nen Eu­ro an den an­ony­men Ver­käu­fer, der das Geld so­fort an ei­ne Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on für die Erd­be­ben-Op­fer in Hai­ti spen­de­te. Die sei in­des so über­rascht ge­we­sen, dass sie das Geld so­fort wie­der zu­rück­über­wie­sen ha­be, hieß es.

Es ist das zwei­te Mal in die­sem Jahr, dass NRW-Fahn­der ei­ne CD mit Steu­er­da­ten ge­kauft ha­ben. Beim ers­ten Mal wa­ren 2,5 Mil­lio­nen Eu­ro ge­zahlt wor­den. Auch da­mals ging es um Kon­to­ver­bin­dun­gen in der Schweiz.

So­mit ge­ra­ten Steu­er­pflich­ti­ge, die ihr Ver­mö­gen in der Schweiz vor dem Zu­griff des deut­schen Fis­kus schüt­zen woll­ten, im­mer stär­ker un­ter Druck. Erst am Wo­che­n­en­de war be­kannt­ge­wor­den, dass sich Deutsch­land und die Eid­ge­nos­sen dar­auf ge­ei­nigt ha­ben, dass die Schwei­zer künf­tig auf die Ka­pi­tal­er­trä­ge deut­scher Kun­den bei ih­ren Ban­ken pau­schal 35 Pro­zent Steu­ern er­he­ben und die Gel­der nach Deutsch­land wei­ter­lei­ten wol­len. Stef­fen Kam­pe­ter (CDU), Staats­se­kre­tär im Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um, warn­te im Ge­spräch mit un­se­rer Zei­tung al­ler­dings vor über­zo­ge­nen Er­war­tun­gen, was mög­li­che Ein­nah­men aus Alt­fäl­len an­geht: „Aus der Schweiz wird nicht Milch und Ho­nig flie­ßen. Die Vor­stel­lung, es könn­ten 30 Mil­li­ar­den Eu­ro zu­sam­men­kom­men, kann ich nicht nach­voll­zie­hen.“ In Fi­nanz­krei­sen war ges­tern von mög­li­cher­wei­se zwei­stel­li­gen Mil­li­ar­den­ein­nah­men die Re­de.

An­ony­mer Ver­käu­fer spen­de­te für Hai­tis

Erd­be­ben-Op­fer

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.