Mos­kau als Part­ner

Rheinische Post Goch - - Stimme Des Westens -

VON MATTHIAS BEERMANN

Wenn sich die Staats-und Re­gie­rungs­chefs aus Deutsch­land, Frank­reich und Russ­land tref­fen, ist das im­mer noch ei­ne heik­le An­ge­le­gen­heit. Spä­tes­tens, seit einst Kanz­ler Gerhard Schröder, der fran­zö­si­sche Prä­si­dent Jac­ques Chi­rac und Russ­lands Wla­di­mir Pu­tin ge­mein­sam ih­ren Wi­der­stand ge­gen den Irak-Krieg de­mons­trier­ten, klin­geln bei sol­chen Ge­le­gen­hei­ten jen­seits des At­lan­tiks die Alarm­glo­cken. Soll da in Eu­ro­pa et­wa ei­ne po­li­ti­sche Ach­se ent­ste­hen, un­ter Aus­schluss der Ame­ri­ka­ner? Die Be­fürch­tung ist – dies­mal – je­doch grund­los.

Im Ge­gen­teil: Das deutsch-fran­zö­si­sche Be­mü­hen um ei­ne stär­ke­re Ein­bin­dung Russ­lands ist zu be­grü­ßen. Nach ei­ner Pha­se der na­tio­na­len Kraft­meie­rei scheint man in Mos­kau be­grif­fen zu ha­ben, dass Russ­land nur da­bei ge­win­nen kann, wenn es Teil ei­nes neu­en Gleich­ge­wichts in Eu­ro­pa wird – in Wirt­schaft und Po­li­tik, aber auch im stra­te­gi­schen und mi­li­tä­ri­schen Be­reich. Bei dem Drei­er-Tref­fen in De­au­vil­le kann jetzt aus­ge­lo­tet wer­den, wie weit der rus­si­sche Wil­le zur Part­ner­schaft geht. Mer­kel und Sar­ko­zy soll­ten dem rus­si­schen Prä­si­den­ten Med­we­dew da­bei frei­lich so­fort klar­ma­chen: Die Zeit düs­te­rer Dro­hun­gen und plum­per Er­pres­sun­gen per Dre­hung am Gas­hahn muss dann end­gül­tig vor­bei sein. BE­RICHT:

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