PERSÖNLICH

Rheinische Post Goch - - Stimme Des Westens -

Bart De We­ver (39) ist ein Schwer­ge­wicht. Das sieht man, wenn ihm der Bauch aus dem Ho­sen­bund rutscht oder das Dop­pel­kinn schwab­belt. Das merkt man aber auch, wenn er sein po­li­ti­sches Ge­wicht aus­spielt. Bei den bel­gi­schen Par­la­ments­wah­len im Ju­ni war der Chef der flä­mi­schen Na­tio­na­lis­ten zum Über­ra­schungs­sie­ger ge­wor­den. Fast je­der drit­te Fla­me stimm­te für sei­ne N-VA, die seit­her in der bel­gi­schen Po­li­tik un­um­gäng­lich ist. Un­um­gäng­lich – aber nicht all­mäch­tig. Ges­tern leg­te De We­ver den sie­ben an der Re­gie­rungs­bil­dung be­tei­lig­ten Par­tei­en ei­nen 50-sei­ti­gen Plan vor, wie der Spra­chen­streit zwi­schen Fla­men und Wal­lo­nen end­lich bei­ge­legt wer­den könn­te. Doch sein Vor­schlag wur­de von den wal­lo­ni­schen So­zia­lis­ten prompt zu­rück­ge­wie­sen: De We­vers Vor­stel­lun­gen sei­en „pro­vo­zie­rend“.

Mit der Pro­vo­ka­ti­on kennt sich De We­ver frag­los aus. Trotz­dem ist er kein po­li­ti­scher Rat­ten­fän­ger wie der Nie­der­län­der Geert Wil­ders. Der N-VA-Chef ist ein In­tel­lek­tu­el­ler, er spricht fünf Spra­chen, na­tür­lich auch flie­ßend Fran­zö­sisch. Sei­ne Pro­mo­ti­on in Ge­schich­te brach er zu­guns­ten sei­ner po­li­ti­schen Kar­rie­re ab. So ein Mann ist auch für bür­ger­li­che Schich­ten wähl­bar. Ob er hilf­reich ist für Bel­gi­en, steht auf ei­nem an­de­ren Blatt.

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