Bund will Hoch­tief nicht hel­fen

Rheinische Post Goch - - Wirtschaft - VON THO­MAS REISENER

ES­SEN Die Bun­des­re­gie­rung greift doch nicht in die Über­nah­me­schlacht um Hoch­tief ein. Der Auf­kauf ei­nes pri­va­ten Un­ter­neh­mens sei in Deutsch­land ein­deu­tig recht­lich ge­re­gelt, sag­te Re­gie­rungs­spre­cher Stef­fen Sei­bert ges­tern. „Die Bun­des­re­gie­rung glaubt nicht, dass an dem Ver­hal­ten der spa­ni­schen Sei­te, ACS ge­gen­über Hoch­tief, recht­lich nach die­sen Re­geln ir­gend­et­was aus­zu­set­zen sei“, so Sei­bert wei­ter.

Hoch­tief kämpft seit Mit­te Sep­tem­ber ge­gen den Ver­such ei­ner feind­li­chen Über­nah­me durch den spa­ni­schen Bau­kon­zern ACS. Am Wo­che­n­en­de hat­te Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) bei den 11 000 deut­schen Hoch­tief-Mit­ar­bei­tern noch Hoff­nung auf po­li­ti­sche Un­ter­stüt­zung ge­weckt, als sie öf­fent­lich vor ei­ner Zer­schla­gung des größ­ten deut­schen Bau­kon­zerns ge­warnt hat­te. Zu­vor hat­te SPD-Chef Sig­mar Gabriel die Kanz­le­rin auf­ge­for­dert, feind­li­chen Über­nah­men deut­scher Kon­zer­ne mit ei­ner Ver­schär­fung des deut­schen Über­nah­me-Rechts zu­vor­zu­kom­men. „Ei­ne Än­de­rung des Über­nah­me­rechts ist un­wahr­schein­lich“, sag­te Re­gie­rungs­spre­cher Stef­fen Sei­bert ges­tern da­zu. Da­durch dürf­te ein Streit zwi­schen Mer­kel und Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Rai­ner Brü­der­le (FDP) ab­ge­wen­det sein, der schon An­fang ver­gan­ge­ner Wo­che vor ei­ner Ein­mi- schung der Bun­des­re­gie­rung ge­warnt hat­te.

Die nord­rhein-west­fä­li­sche Lan­des­re­gie­rung prüft un­ter Be­tei­li­gung der Staats­kanz­lei, des Wirt­schafts-, In­nen-und Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums aber wei­ter­hin, ob NRW über ei­ne Initia­ti­ve im Bun­des­rat doch noch das Über­nah­me­recht ver­schär­fen und Hoch­tief auf die­sem We­ge im Kampf ge­gen ACS hel­fen kann. Das be­rich­te­ten ges­tern Re­gie­rungs­krei­se. In den jüngs­ten Äu­ße­run­gen des Spre­chers der Bun­des­re­gie­rung sieht NRW-Wirt­schafts­mi­nis­ter Har­ry K. Voigts­ber­ger „ei­nen er­neu­ten Rich­tungs­schwenk von Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel“. Voigts­ber­ger sag­te ge­gen­über un­se­rer Zei­tung: „Of­fen­bar geht es der Bun­des­kanz­le­rin vor al­lem um öf­fent­lich­keits­wirk­sa­me Initia­ti­ven. Lan­ge äu­ßer­te sie sich nicht zu den Über­nah­me­plä­nen von ACS. Un­ter mas­si­vem öf­fent­li­chen Druck tat sie es dann doch. Um 72 St­un­den spä­ter fest­zu­stel­len, dass ACS sich im Rah­men der bei uns gel­ten­den Ge­set­ze be­we­ge.“

FO­TO: DPA

Hoch­tief-Chef Her­bert Lüt­ke­strat­köt­ter sucht Un­ter­stüt­zung.

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