Schweiz: Mil­li­ar­den sol­len nach Deutsch­land

Rheinische Post Goch - - Wirtschaft -

DÜSSELDORF (gw) Die ei­nen, die Nord­rhein-West­fa­len, ha­ben schon zwei­mal in die­sem Jahr ei­ne CD mit den Kon­to­da­ten ver­meint­li­cher Steu­er­flücht­lin­ge ge­kauft. Die an­de­ren, das sind Ba­den-Würt­tem­berg, Hes­sen und Schles­wig-Hol­stein, ha­ben sol­che An­ge­bo­te ab­ge­lehnt. Je­des Mal gab es Streit.

Aus fis­ka­li­schen Grün­den müs­sen sich die Be­hör­den künf­tig nicht mehr mit sol­chen Er­wä­gun­gen pla­gen. Die Ei­ni­gung, die Deutsch­land und die Schweiz er­zielt ha­ben, soll Steu­er­flucht deut­lich un­at­trak­ti­ver ma­chen. 35 Pro­zent der Ein­künf­te, die deut­sche Steu­er­pflich­ti­ge im Land der Eid­ge­nos­sen er­zie­len, sol­len pau­schal nach Deutsch­land über­wie­sen wer­den. Das sind zehn Pro­zent­punk­te mehr als bei der deut­schen Ab­gel­tungs­steu­er. Die­se 25 Pro­zent müs­sen Gut­ver­die­ner hier­zu­lan­de auf ih­re Ka­pi­tal­er­trä­ge zah­len; das Geld wird von der Bank di­rekt ab­ge­führt. Wäh­rend Steu­er­pflich­ti­ge mit ei­nem ge­rin­ge­ren Steu­er­satz sich die Dif­fe­renz per Steu­er­er­klä­rung zu­rück­ho­len kön­nen, sind die 25 Pro­zent für Bes­ser- ver­die­ner die güns­ti­ge­re Al­ter­na­ti­ve. Das Geld wer­den die Schwei­zer frei­lich an­onym an den deut­schen Fis­kus über­wei­sen. Sie müs­sen ihr Bank­ge­heim­nis nicht auf­ge­ben.

An­de­rer­seits gilt die Ver­stän­di­gung auf das so ge­nann­te Re­vi­si­ons­pro­to­koll, das in den nächs­ten Wo­chen un­ter­schrie­ben wer­den soll, im Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um als Er­folg. „Wir konn­ten bei den Ver­hand­lun­gen nur so weit vor­an­kom­men, weil zwi­schen den Fi­nanz­mi­nis­tern Schäu­b­le und Merz ein Ver­trau­ens­ver­hält­nis be­steht“, sag­te Fi­nanz-Staats­se­kre­tär Stef­fen Kam­pe­ter un­se­rer Zei­tung.

Al­ler­dings ist noch of­fen, wie viel Ein­nah­men die Alt­fäl­le dem deut­schen Steu­er­be­hör­den brin­gen könn­ten. In Fi­nanz­krei­sen ist von ei­ner zwei­stel­li­gen Mil­li­ar­den­hö­he die Re­de und da­von, dass bei den Schwei­zer Ban­ken mehr als 50 Mil­li­ar­den an Ver­mö­gen von deut­schen Steu­er­flücht­lin­gen liegt. De­nen droh­ten dann al­ler­dings „nur“ Steu­er­nach­zah­lun­gen, aber kei­ne Straf­ver­fol­gung mehr, heißt es.

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