Am­nes­tie für Steu­er­sün­der

Rheinische Post Goch - - Wirtschaft -

Deutsch­land und die Schweiz sind auf bes­tem Weg, ei­ne für bei­de Sei­ten ge­winn­brin­gen­de Ei­ni­gung zu er­zie­len: Deutsch­land soll end­lich mehr Steu­ern aus Ka­pi­tal­er­trä­gen ein­neh­men kön­nen, die deut­schen Steu­er­zah­lern zu­flie­ßen, die ih­re De­pots bei Schwei­zer Ban­ken füh­ren. Nach Schät­zun­gen ha­ben Deut­sche in der Schweiz et­wa 100 Mil­li­ar­den Eu­ro an­ge­legt. Bei ei­ner jähr­li­chen Ka­pi­tal­ren­di­te von drei Pro­zent kann der deut­sche Fis­kus ab 2011 jähr­lich Zu­satz­ein­nah­men in Mil­li­ar­den­hö­he er­war­ten. Die Ka­pi­tal­an­la­ge in der Schweiz wird da­mit deut­lich un­at­trak­ti­ver. Doch die Schweiz be­hält ihr Bank­ge­heim­nis – ob­wohl der in­ter­na­tio­na­le Druck auf die Eid­ge­nos­sen, die­ses Pri­vi­leg end­lich auf­zu­ge­ben, zu­letzt enorm zu­ge­nom­men hat­te. Oh­ne das Bank­ge­heim­nis wür­de der Fi­nanz­platz Schweiz sei­ne Be­deu­tung ver­lie­ren, vie­le gro­ße Schwei­zer Ban­ken wä­ren wohl in ih­rer Exis­tenz be­droht. Auf vie­le Steu­er­sün­der kom­men nun zwar ho­he Nach­zah­lun­gen an die Fi­nanz­äm­ter zu. Das schafft ein we­nig mehr Ge­rech­tig­keit. Trotz­dem kom­men die Steu­er­hin­ter­zie­her je­doch mit ei­nem blau­en Au­ge da­von, denn ih­re Schwei­zer Kont­en­da­ten blei­ben wei­ter­hin an­onym, die Staats­an­walt­schaf­ten kön­nen nicht ge­gen sie er­mit­teln: Die an­ge­streb­te Ei­ni­gung der Fi­nanz­mi­nis­ter läuft da­mit auf ei­ne De-Fac­to-Am­nes­tie für die Steu­er­sün­der hin­aus. Bir­git Mar­schall

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