„Boom­chick­as“ ab­so­lut pro­fes­sio­nell

Rheinische Post Goch - - Lokale Kultur - VON BERT KEIM

KLE­VE Auf Ein­la­dung des Cle­ver Live Mu­sic Clubs (Klang­fa­brik) gas­tier­te die Kle­ver / Em­me­ri­cher Band „Boom­chick­as“ vor dicht ge­drängt ste­hen­dem Pu­bli­kum im Cof­fee­hou­se. Ganz of­fen­sicht­lich ha­ben sich die fünf Mu­si­ker durch flei­ßi­ges Tou­ren vom Nie­der­rhein bis in den Ruhr­pott hin­ein ei­ne treue und be­geis­te­rungs­fä­hi­ge Fan­ge­mein­de ge­schaf­fen. Gleich mit dem Ope­ner „Go­ing up the coun­try“ zo­gen sie die von der Al­ters­struk­tur bunt ge­misch­te Zu­hö­rer­schar voll­ends in ih­ren Bann. Schon jetzt zeig­ten sich vor der Büh­ne die ers­ten So­lo­tän­zer, die auf dem von Schlag­zeu­ger Matt Eag­le ge­lie­fer­ten ex­ak­ten Beat vor­züg­lich ab­rock­ten.

Die Band ist aber nicht nur per­fek­ter Lie­fe­rant von mehr oder we­ni­ger be­kann­ten Stü­cken im Ro­cka­bil­ly Stil, sie ist auch ein ech­ter Hin­gu­cker. In der Mit­te vorn der hin­ge­bungs­voll in je­de Num­mer ein­stei­gen­de Sän­ger und Mund­har­mo­ni­kaspie­ler Mr. Fair­vers. Links ne­ben ihm ein völ­lig un­auf­ge­reg­ter, ge­konnt-läs­si­ge Gi­tar­ren­so­li ab­lie­fern­de Ted Bat­ze­lo­na. Rechts der oft im Slap­ver­fah­ren sei­nen Kon­tra­bass be­die­nen­de H. T. Bur­gers, der sich auch schon ein­mal zu so schö­nen Coun­try­s­tü­cken wie „If the shoe fits“ oder „Mis­sis­sip­pi Mud“ her­ab­lässt. In der zwei­ten Rei­he der be­reits er­wähn­te Prä­zi­si­ons­drum­mer und – neu in der Band – ein Rhyth­mus­gi­tar­rist na­mens Mack Dri­ve, der, wo nö­tig, der Band zu ei­nem noch sat­te­ren Sound ver­hel­fen soll.

Wem noch et­was beim Hin­gu­cken ge­fehlt ha­ben soll­te, der wur­de mit dem ge­le­gent­li­chen Ein­satz der Sän­ge­rin Lot­ta La­la be­dient. Ihr leicht iro­nisch dar­ge­bo­te­nes „Sweet not­hings“ wirk­te wie ein längst ver­ges­sen ge­glaub­ter Schla­ger aus Ju­ke-Box-Ta­gen. Schön auch das im Du­ett mit Mr. Fair­vers ge­sun­ge­ne „It ain’t me, ba­be“; we­ni­ger über­zeu­gend „Kan­sas Ci­ty“ aus dem ers­ten Set, das im Hin­blick auf die text­li­chen Ge­ge­ben­hei­ten ein we­nig mehr Po­wer ver­dient hät­te.

Ins­ge­samt ei­ne ab­so­lut pro­fes­sio­nell auf­spie­len­de Band mit ho­hem akus­ti­schen wie op­ti­schen Un­ter­hal­tungs­wert. Und üb­ri­gens: Die Na­men der Mu­si­ker lau­ten „im rich­ti­gen Le­ben“ na­tür­lich ganz (oder et­was) an­ders. Die Fan­ge­mein­de wird da­mit je­doch nicht die ge­rings­ten Pro­ble­me ha­ben.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.