Bo­rus­si­as Pro­ble­me

Die Hoff­nun­gen auf ei­ne von Be­ginn an ru­hi­ge Bun­des­li­ga-Sai­son er­füll­ten sich für die Mön­chen­glad­ba­cher nicht. Vier Platz­ver­wei­se, die schlech­tes­te Ab­wehr der Li­ga und Platz 15 – der Klas­sen­er­halt wird schwer.

Rheinische Post Goch - - Sport - VON KARS­TEN KELLERMANN

MÖN­CHEN­GLAD­BACH Wenn die letz­te Wahr­heit im Fuß­ball die Ta­bel­le ist, dann ist es ei­ne bit­te­re für Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach. Die Mön­chen­glad­ba­cher sind Fünf­zehn­ter in der Bun­des­li­ga, weil sie in den ers­ten acht Spie­len nur sechs Punk­te ge­sam­melt ha­ben. „Es wird ei­ne schwie­ri­ge Sai­son“, sag­te Trai­ner Michael Front­zeck nach dem 2:3 bei 1899 Hof­fen­heim, dem sechs­ten sieg­lo­sen Spiel in Fol­ge. Nun kommt Wer­der Bre­men, da­nach geht es zum 1. FC Kai­sers­lau­tern, dann kommt der FC Bay­ern: ein herbst­li­ches Pro­gramm, das durch­aus kri­sen­för­dernd sein kann. Denn Front­zeck hat reich­lich Pro­ble­me, die es zu lö­sen gilt.

Das An­spruch-Pro­blem: Von höchs­ter Ebe­ne kam die An­wei­sung, dass Wort „Ab­stiegs­kampf“ für die­se Sai­son zu strei­chen. Das be­ton­ten Prä­si­dent Rolf Kö­nigs und Sport­di­rek­tor Max Eberl im­mer wie­der. Zu­dem soll­ten Spie­le, in de­nen die Bo­rus­sen ei­ne Füh­rung er­ar­bei­ten, mal ge­won­nen wer­den. Das ging schon beim 2:2 (nach 2:0) „auf“ Schal­ke schief, und nun, fast tra­di­tio­nell, auch in Hof­fen­heim (1:0). Im Kraich­gau sag­te Thor­ben Marx das ei­gent­lich in­di­zier­te Wort: „Das Wort Ab­stiegs­kampf ist be­rech­tigt, es wird dau­ern, bis wir da raus kom­men. Wir dür­fen im Mo­ment nichts an­de­res im Kopf ha­ben, als den Ab­stieg zu ver­mei­den.“

Das Le­ver­ku­sen-Pro­blem: Beim 6:3 in der Baya­re­na „kam das Spiel dem Ide­al sehr na­he“ (Front­zeck) - und vi­el­leicht ist das das Pro­blem: Ganz so gut ver­ar­bei­tet, wie Front­zeck dach­te, ha­ben sei­ne Fuß­bal­ler all die Ju­bel­ari­en und Foh­len-Elo­gen wohl doch nicht. Es folg­ten das 0:4 ge­gen Ein­tracht Frank­furt und das 0:7 beim VfB Stutt­gart.

Das Kom­pakt­heits-Pro­blem: Der An­satz von Michael Front­zeck ba­siert auf ei­ner de­fen­si­ven Kom­pakt­heit. Aus die­ser soll flott ge­kon­tert wer­den. Doch 23 Ge­gen­to­re sind Li­ga-Ne­ga­tiv­re­kord. Von Kom­pakt­heit kann man da nicht re­den. „Wir müss­ten mal zu Null spie­len. Das ist un­ser größ­tes Pro­blem“, sag­te Thor­ben Marx nach der Par­tie in Hof­fen­heim. Dort zer­barst die in der ers­ten Halb­zeit dar­ge­bo­te­ne Kom­pakt­heit nach dem schnel­len 1:1 nach der Pau­se.

Das Rot-Pro­blem: Erst sah Mo Id­ris­sou ge­gen St. Pau­li Gelb-Rot, dann gab es Rot für Ro­el Brou­wers „auf Schal­ke“. In Hof­fen­heim trat sich Juan Aran­go vom Feld, er sah eben­so Rot wie spä­ter Sebastian Schach­ten. Der Ve­ne­zo­la­ner be­kam vom Ver­ein ei­ne Geld­stra­fe auf­ge­brummt und ent­schul­dig­te sich beim Klub und sei­nen Kol­le­gen. „Ich woll­te mich aus der Zwei- kampf­si­tua­ti­on be­frei­en und ha­be lei­der im Re­flex falsch ge­han­delt. So et­was ist mir noch nie pas­siert und ich weiß, dass ich Bo­rus­sia da­mit ganz si­cher nicht ge­hol­fen ha­be“, sag­te Aran­go. „Ju­ans Feh­len wird ein Ver­lust für uns sein“, weiß Max Eberl. Wie lan­ge Aran­go feh­len wird, ent­schei­det das DFB-Ge­richt zeit­nah. Schach­ten wur­de für ein Spiel ge­sperrt. Heu­te wird ei­ne

Das Ta­bel­len-Pro­blem: Rang 15 ist an sich schon pro­ble­ma­tisch. Doch schlech­ter plat­ziert sind ne­ben dem Erz­ri­va­len 1. FC Köln auch Schal­ke 04 und der VfB Stutt­gart – zwei Teams, die im Ver­lauf der Sai­son ver­mut­lich nach oben klet­tern wer­den. „Wir müs­sen auf­pas­sen, dass die Ver­ei­ne, die mit uns auf Au­gen­hö­he sein wol­len, nicht zu weit weg sind“, sag­te Thor­ben Marx. Lö­sung? „Wir re­den je­de Wo­che das­sel­be: Wir ha­ben gut ge­spielt, aber wir ho­len kei­nen Sieg. Mir wä­re es lie­ber, wir spie­len schlecht und ge­win­nen“, mein­te Marx. Ab­wehr­mann To­bi­as Le­vels blieb bei der ein­fa­che­ren Va­ri­an­te: „Wir müs­sen ge­win­nen.“

Pro­blem: Das ist ein­fach schwer.

FO­TO: KRUCK

Juan Aran­go im An­flug, kei­ne Chan­ce für Car­los Zam­bra­no (St. Pau­li). Ge­gen Hof­fen­heim über­trieb der 30-Jäh­ri­ge den Ein­satz und sah Rot.

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