Tief im Iran

Al­les wie zu Hau­se

Rheinische Post Goch - - Hochschule -

mich der Klin­gel­ton mei­ner Gast­schwes­ter in die Rea­li­tät zu­rück: Her­bert Grö­ne­mey­er hul­dig­te Bochum. Er hat bei der ira­ni­schen Fa­mi­lie blei­ben­den Ein­druck hin­ter­las­sen. Al­le wol­len tief in den Wes­ten, zur Blu­me im Re­vier.

Mei­ne Gast­mut­ter frag­te mich au­ßer­dem, ob Stef­fen Sei­bert ganz zu­fäl­lig in der Nä­he woh­ne. Dann kön­ne man gleich zwei Flie­gen mit ei­ner Klap­pe schla­gen. An un­se­rem cha­ris­ma­ti­schen Re­gie­rungs­spre­cher hat die Fa­mi­lie ei­nen Nar­ren ge­fres­sen. O-Ton mei­ner Gast­schwes­ter: „Sei­bert ist so­gar at­trak­ti­ver als Claus Kle­ber.“ Da war ich mir si­cher, dass im Iran nur ein ein­zi­ger deut­scher Fern­seh­sen­der emp­fan­gen wird.

Auch deutsch­spra­chi­ges Ra­dio gab es, doch der Mo­de­ra­tor hat­te ei­nen fie­sen Ak­zent. Ich ver­stand kein Wort. Da­für nick­te ich be­geis­tert, als mei­ne Gast­schwes­ter nach der Sen­dung in na­he­zu per­fek­tem Hoch­deutsch Im­ma­nu­el Kant zi­tier­te. Ich ver­stand na­tür­lich in­halt­lich wie­der nichts.

Ge­nau­so we­nig be­grif­fen mei­ne Freun­de, war­um ich mir nach mei­ner Rück­kehr nach Deutsch­land ein Iris-Ber­ben-Pos­ter im In­ter­net be­stell­te. Da­zu hielt ich tief im Wes­ten nach un­se­rem Re­gie­rungs­spre­cher Aus­schau.

Doch we­der ihn noch ei­ne Blu­me wie Teheran ha­be ich hier fin­den kön­nen.

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