Fünf ge­fähr­li­che Straf­tä­ter bald frei

Rheinische Post Goch - - Vorderseite -

DÜSSELDORF (gmv/uwi) Fünf als ge­fähr­lich ein­ge­stuf­te Straf­tä­ter ste­hen in NRW auf­grund der eu­ro­päi­schen Recht­spre­chung vor der Ent­las­sung aus der Si­che­rungs­ver­wah­rung. Das er­klär­te ei­ne Spre­che­rin des NRW-Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums. Die Si­che­rungs­ver­wahr­ten sind bis­lang in der Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt Werl un­ter­ge­bracht. Von dort wa­ren die­ses Jahr be­reits vier rück­fall­ge­fähr­de­te Schwer­kri­mi­nel­le frei­ge­kom­men. Zu­letzt sei ein Si­che­rungs­ver­wahr­ter An­fang des Mo­nats ent­las­sen wor­den, hieß es. Nach Po­li­zei­an­ga­ben lebt ein frü­he­rer Se­xu­al­straf­tä­ter jetzt in Werl. Der 53-Jäh­ri­ge wer­de rund um die Uhr von sechs Be­am­ten be­wacht. Die drei an­de­ren sol­len im Sau­er­land und im Ruhr­ge­biet le­ben.

Das Ober­lan­des­ge­richt (OLG) in Hamm hat­te der Frei­las­sung zu­ge- stimmt. Dort be­ruft man sich auf den Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hof für Men­schen­rech­te. Die Straß­bur­ger Rich­ter hat­ten es als men­schen­rechts­wid­rig ein­ge­stuft, dass Deutsch­land er­mög­licht hat­te, die Si­che­rungs­ver­wah­rung nach­träg­lich auf un­be­stimm­te Zeit zu ver­län­gern.

Auch in der JVA Aa­chen war­ten elf Si­che­rungs­ver­wahr­te auf ih­re Ent­las­sung, dar­un­ter Mör­der und Se­xu­al­straf­tä­ter. Doch das OLG Köln will ei­ne Ent­schei­dung des Bun­des­ge­richts­hofs zur Re­form der Si­che­rungs­ver­wah­rung ab­war­ten, die in den nächs­ten bei­den Wo­chen er­war­tet wird. Nach Me­dien­be­rich­ten will das Bun­des­ka­bi­nett heu­te ei­nen neu­en An­lauf zur Re­form der Si­che­rungs­ver­wah­rung un­ter­neh­men. Ziel sei­en The­ra­pie und Un­ter­brin­gung für al­le ent­las­se­nen Straf­tä­ter.

Si­che­rungs­ver­wahr­te sit­zen bis­lang im Ge­fäng­nis Werl

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