FDP droht mit Aus für Fa­mi­li­en­pfle­ge-Ge­setz

Rheinische Post Goch - - Politik -

BERLIN (brö/cnm) Bun­des­fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin Kris­ti­na Schröder (CDU) will die Be­din­gun­gen für Ar­beit­neh­mer, die Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­ge pfle­gen, ver­bes­sern. Der Ge­set­zes­ent­wurf, der ges­tern den Frak­tio­nen zu­ge­lei­tet wur­de und En­de des Jah­res im Ka­bi­nett ein­ge­bracht wer­den soll, sieht nach In­for­ma­tio­nen un­se­rer Zei­tung vor, dass Be­schäf­tig­te ih­re Ar­beits­zeit für ma­xi­mal zwei Jah­re um die Hälf­te re­du­zie­ren kön­nen, wenn sie ei­nen An­ge­hö­ri­gen pfle­gen. Ihr Ge­halt soll wäh­rend­des­sen nur auf 75 Pro­zent schrump­fen. Da­nach wird bei vol­ler Ar­beit wei­ter­hin das ver­min­der­te Ge­halt ge­zahlt, bis das Zeit­kon­to wie­der aus­ge­gli­chen ist.

Wäh­rend der Pfle­ge­zeit zahlt der Ar­beit­ge­ber die Hälf­te des bis­he­ri­gen Lohns. Die üb­ri­gen 25 Pro­zent über­nimmt die staat­li­che KfWBank in Form ei­nes Kre­dits. Die­sen zahlt der Ar­beit­neh­mer zu­rück, in­dem er nach der Pfle­ge­zeit voll ar­bei­tet, aber nur 75 Pro­zent sei­nes Ge­halts be­zieht. Die Zin­sen für den Kre­dit soll das Fa­mi­li­en­mi­nis­te­ri­um über­neh­men.

Die FDP lehnt den Vor­stoß der Mi­nis­te­rin ab. „Ein Rechts­an­spruch dürf­te mit der FDP schwer zu ma­chen sein. Es gibt jetzt schon gu­te, fle­xi­ble und frei­wil­li­ge Ver­ein­ba­run­gen, die für Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer aus­rei­chend und be­darfs­ge­recht sind“, sag­te FDP-Frak­ti­ons­vi­ze Mi­ri­am Gruß. Die Vor­sit­zen­de der Ar­beits­grup­pe Fa­mi­lie, Do­ro­thee Bär (CSU), ent­geg­ne­te: „Die Fa­mi­li­en­pfle­ge­zeit ist ein gu­ter ers­ter Schritt auf dem Weg, Pfle­ge und Be­ruf mit­ein­an­der zu ver­bin­den.“

„Ein Rechts­an­spruch dürf­te mit der FDP schwer zu ma­chen sein“

FO­TO: DPA

Jür­gen Rütt­gers ist für ei­ne Eh­rung in sei­ner Par­tei im Ge­spräch.

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