Die EU will nun ei­ge­ne Steu­ern er­he­ben

Rheinische Post Goch - - Wirtschaft - VON AN­JA INGENRIETH

BRÜSSEL. Die EU-Kom­mis­si­on hat ges­tern ers­te Plä­ne zur Fi­nan­zie­rung der Ge­mein­schaft nach 2013 vor­ge­stellt. Dann läuft der bis­he­ri­ge, sie­ben­jäh­ri­ge Fi­nanz­rah­men von über 860 Mil­li­ar­den Eu­ro aus. Kern­punkt der Vor­schlä­ge: mehr Ei­gen­mit­tel für Brüssel. Bis­her fi­nan­ziert sich die EU zum über­wie­gen­den Teil aus Bei­trä­gen der Mit­glied­staa­ten.

Nach Vor­stel­lun­gen der Kom­mis­si­on sol­len neue Ein­nah­men aus ei­ner Steu­er auf den Fi­nanz­sek­tor, ei­ner Luft­ver­kehrs­ab­ga­be oder ei­ner ge­plan­ten Ver­stei­ge­rung von CO2-Emis­si­ons­rech­ten kom­men. Auch ei­ne ei­ge­ne „EU-Mehr­wert­steu­er, Ener­gie­steu­er oder Kör­per­schafts­steu­er“ wer­den ex­pli­zit als Op­tio­nen ge­nannt. Da­mit droht Streit mit den Haupt­städ­ten – al­len vor­an Berlin. Denn die Bun­des­re­gie­rung ist strikt ge­gen EU-Steu­ern so­wie ge­gen die eben­falls im Pa­pier ent­hal­te­nen EU-An­lei­hen zur Fi- nan­zie­rung von In­fra­struk­tur­pro­jek­ten.

Wei­te­rer Zank­ap­fel sind die Agrar-Sub­ven­tio­nen. Sie ma­chen mit rund 55 Mil­li­ar­den Eu­ro jähr­lich mehr als 40 Pro­zent des EUHaus­hal­tes aus. Die Kom­mis­si­on schlägt tief­grei­fen­de Re­for­men vor. Brüssel will das Ge­fäl­le bei den Sub­ven­tio­nen zwi­schen al­ten und neu­en Mit­glie­dern ab­bau­en. Der­zeit kas­sie­ren deut­sche Bau­ern pro Hekt­ar An­bau­flä­che 300 Eu­ro, ih­re fran­zö­si­schen Kol­le­gen 280 Eu­ro, die li­taui­schen Land­wir­te nur 100 Eu­ro.Ei­ne An­glei­chung könn­te zu ei­nem Mi­nus von 30 Pro­zent für Deutsch­land füh­ren. Es geht um ei­nen Be­trag von im­mer­hin 6,7 Mil­li­ar­den Eu­ro jähr­lich.

In der Re­gio­nal­po­li­tik, die är­me­ren Re­gio­nen hel­fen soll, will die EU-Kom­mis­si­on die Hil­fe künf­tig auf In­no­va­ti­on und Wirt­schafts­wachs­tum kon­zen­trie­ren. Die neu­en Bun­des­län­der fürch­ten den Ver­lust von bis zu 65 Pro­zent ih­rer Struk­tur­mit­tel-Zu­schüs­se.

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