Bank­spar­plä­ne für die Ries­ter-Ren­te im Test

Rheinische Post Goch - - Wirtschaft - VON THORS­TEN BREIT­KOPF

DÜSSELDORF Vie­le Ries­ter-Spar­plä­ne bie­ten mit zwei Pro­zent Zin­sen der­zeit nur ei­ne mick­ri­ge Ren­di­te. Den­noch ist das un­kom­pli­zier­te Pro­dukt ei­ne so­li­de Al­ters­vor­sor­ge, sa­gen die Ex­per­ten von Fi­nanz­test, die 65 An­ge­bo­te un­ter­sucht ha­ben. WIE FUNK­TIO­NIERT DAS PRO­DUKT?

Der Ries­ter-Bank­spar­plan ist ei­ne über­sicht­li­che und si­che­re Al­ter­na­ti­ve zur Ries­ter-Ver­si­che­rung. Der Spa­rer zahlt da­bei bis zu vier Pro­zent sei­nes Vor­jah­res­ein­kom­mens, ma­xi­mal aber 2100 Eu­ro in den Spar­plan ein. Vom Staat gibt es dann ei­ne Gr­und­zu­la­ge von 154 Eu­ro und für je­des Kind wei­te­re 185 Eu­ro pro Jahr – ab Ge­burts­jahr 2008 so­gar 300 Eu­ro. Zu Be­ginn der Aus­zahl­pha­se wird dann ei­ne So­fort­ren­te ge­gen Ein­mal­bei­trag oder ein Aus­zahl­plan bis zum 85. Le­bens­jahr ab­ge­schlos­sen. AB­SCHLUSS­GE­BÜH­REN?

Ries­ter-Bank­spar­plä­ne wer­den ähn­lich, wie Fest­geld oder Ta­ges­geld mit ei­nem markt­üb­li­chen Zins­satz ver­zinst. Da für ei­nen Ries­ter-Bank­spar­plan in der Re­gel nur nied­ri­ge oder gar kei­ne Ab­schluss­kos­ten oder Kon­to­füh­rungs­ge­büh­ren an­fal­len, flie­ßen die Spar­ra­ten, an­ders als bei ei­ner Ver­si­che­rung, von An­fang an voll­stän­dig in die Al­ters­vor­sor­ge ein. Das ist auch der Grund, war­um ver­gleichs­wei­se we­ni­ge Ban­ken sol­che Ver­trä­ge an­bie­ten. Die Mar­gen für Kre­dit­in­sti­tu­te sind im Ver­gleich zur Ries­ter­ver­si­che­rung äu­ßerst nied­rig. VER­ZIN­SUNG?

Zur­zeit bie­ten al­le ge­tes­te­ten Pro­duk­te ei­nen sehr nied­ri­gen Zins­satz. Den­noch kann ein Bank­spar­plan laut Wa­ren­test ei­ne gu­te Ren­di­te ab­wer­fen. Die Zin­sen be­fin­den sich zwi­schen 0,4 und rund 2,5 Pro­zent. An­le­ger soll­ten dar­auf ach­ten, wel­cher Re­fe­renz­zins den je­wei­li­gen An­ge­bo­ten zu­grun­de liegt. Steigt oder fällt der Re­fe­renz­zins, ver­bes­sert oder ver­schlech­tert sich auch die Ren­di­te. Bei den meis­ten Spar­plä­nen dient die Um­lauf­ren­di­te als Re­fe­renz­zins. Die Um­lauf­ren­di­te wird aus der Ren­di­te ver­schie­de­ner Bun­des­wert­pa­pie­re täg­lich er­rech­net. Sie wird bör­sen­täg­lich auf der ers­ten Wirt­schafts­sei­te die­ser Zei­tung aus­ge­wie­sen und kann leicht ver­folgt wer­den. Die­se Maß­grö­ße liegt der­zeit bei knapp über zwei Pro­zent. Al­ler­dings lag sie in den 90er Jah­ren bei­spiels­wei­se bei acht Pro­zent. Nie­mand weiß, wie sich die Zin­sen ent­wi­ckeln. Al­ler­dings zeigt die Er­fah­rung, dass auf Nied­rig­zins­pha­sen im­mer wie­der Pe­ri­oden mit hö­he­ren Zin­sen fol­gen. Von Pro­duk­ten, die sich nicht an ei­ner öf­fent­li­chen Kenn­zif­fer wie Um­lauf­ren­di­te oder Min­dest­ver­zin­sung von Le­bens­ver­si­che­run­gen hal­ten, soll­ten An­le­ger laut Wa­ren­test die Fin­ger las­sen. FÜR WEN LOHNT DER SPAR­PLAN?

Wa­ren­test emp­fiehlt das Pro­dukt spe­zi­ell für Kun­den ab 40 und Men­schen, die ge­ne­rell über den Kauf ei­ner Im­mo­bi­lie nach­den­ken. Ein Wech­sel zu Ries­ter-Bau­dar­le­hen oder -Bau­spa­ren ist mög­lich. Da­bei gibt es ei­ne Min­dest­ga­ran­tie zu Ren­ten­be­ginn für ein­ge­zahl­te Bei­trä­ge plus Zu­la­gen. WIE WUR­DE GE­TES­TET?

Es wur­de ein fik­ti­ver Mus­ter­ver­trag mit Bun­des­an­lei­hen ge­bil­det. Je klei­ner der aus­ge­wie­se­ne Ab­stand (s. Ta­bel­le), des­to bes­ser. Ein Ren­di­te­ab­stand von 0,5 ist laut Wa­ren­test pri­ma, 1,0 Pro­zent­punk­te sei­en aber eben­falls durch­aus noch ak­zep­ta­bel.

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